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Spannend bis zur letzten Sekunde: „Die Päpstin“ feiert Premiere in Osnabrück

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Dorfpriester (Jan Kaltermann), Aeskulapius (Uwe Molter), Gerold (Marc Latos), Johanna (Joana Köpke), Anastasius (Ben Wörmann), Arsenius (Markus Ferner) /Foto: Pukhovich

Nach einem Jahr voller Hürden, ständig wechselnden Corona-Auflagen und diversen Online-Proben, ist das MAP-Ensemble unter der Leitung von Anna-Lena Handt erleichtert, die Premiere ihres neuen Musicals feiern zu können. Am vergangenen Freitag, 24. September 2021, standen die Darstellerinnen und Darsteller zum ersten Mal mit dem Drama „Die Päpstin“ auf der Bühne des Haus der Jugend.

Der Weltbestseller „Die Päpstin“ der Autorin Donna W. Cross und das gleichnamige Musical von Dennis Martin erzählen die Geschichte der jungen Johanna (Joana Köpke). Das Musical spielt im 9. Jahrhundert und spiegelt auch heute noch gesellschaftlich relevante Themen wie der blinde Glaube an die Religion, das Abwerten der Frau zu einem nichtsnutzigen „Weib“ und die Suche nach dem eigenen Ich wider. Johanna wächst als Tochter des Dorfpriesters auf und wird schon früh damit konfrontiert, dass sie als Frau in der Gesellschaft nicht gewollt ist. Eigenständig lernt sie das Lesen und Schreiben, muss dies aber vor ihrem strengen Vater geheimhalten. Als der weise Aeskulapius (Uwe Molter) in das Dorf kommt, möchte Johannas Vater ihren Bruder Johannes an die Domschule nach Fulda schicken. Aeskulapius merkt jedoch sofort, wie intelligent und wissbegierig seine Schwester ist und nimmt daher beide mit nach Fulda. Johanna wächst heran, ohne dass sie von den anderen akzeptiert wird und flieht in die Welt der Bücher. Nachdem sie ein schweres Schicksal erfahren muss, beginnt sie ein neues Leben als der Arzt Johannes Anglicus. Sie pilgert nach Rom, heilt dort Menschen und wird schließlich vom Volk zum Papst gewählt. Immer wieder muss sie sich gegen den machtgierigen Anastasius (Ben Wörmann) behaupten, der vor nichts zurückschreckt, um an den Papstthron zu kommen.

Bis zur letzten Szene spannend

Während des Musicals durchläuft man als Zuschauer verschiedene Stadien der Emotionen. Mal klatschten alle begeistert zu den fröhlichen Liedern mit und lachten sich schlapp über die herrlich sarkastischen Züge einzelner Charaktere, mal schimmerten Tränen in meinem Augen aufgrund des schweren Schicksals der jungen Johanna. Das Drama ist gleichermaßen emotional und herzzerreißend, gleichzeitig aber auch erfrischend und locker, sodass man bis zum Ende mit fast durchgehend offenem Mund im Publikum sitzt und über die bunte Inszenierung staunt.

Amateurtheater begeistert Publikum

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61 Amateurdarstellerinnen und -darsteller sind an der Gestaltung des Musicalprojektes beteiltig, rund die Hälfte stand bei der ersten Aufführung auf der Bühne im Haus der Jugend. Egal ob jung oder alt, beim Zuschauen merkt man sofort, wie viel Leidenschaft in den Schauspielerinnen und Schauspielern steckt. Der atemberaubende Gesang wurde untermalt von den Klängen der Liveband, die unter Leitung von Jörg Niedderer gespielt hat.

Live-Band „Die Päpstin“ / Foto: Pukhovich

Leidenschaft bis zum letzten Detail

Das Musical basiert zwar auf einer professionnellen Leitung, bringt aber dennoch Amateure auf die Bühne. Davon merkt man als Zuschauerin oder Zuschauer jedoch nichts, weil alles – die Kulissen, die Requisiten, die Kostüme, die Inszenierung – bis ins letzte Detail mit Liebe gestaltet ist. Das Darsteller-Team besteht aus Menschen, die alle unterschiedliche Berufe ausüben und für die MAP ein Hobby ist. Um so ein Projekt auf die Beine zu stellen braucht es jedoch nicht an Ausbildung, sondern an Leidenschaft und Herz. Und davon merkt man als Publikum mehr als genug. „Die Päpstin“ ist bis zum letzten Moment spannend und hält das Publikum in einem Bann gefangen. Auch Tage nach der Premiere spürt man noch den Nachklang und denkt über die symbolische Wirkung des Stücks nach.

Highlight in Zeiten von Corona

Der Hunger nach Kultur war in den vergangenen Monaten groß, nach zwei großen Lockdowns, diversen Einschränkungen des öffentlichen Lebens und den Schließungen vieler öffentlicher Kulturstätten. Dieses Musical ist eine gelungene Ablenkung von den vergangenen Monaten und lässt nicht einmal ansatzweise ahnen, dass ein großer Teil der Proben online stattfinden musste. „Die Päpstin“ ist wirklich ein herzerwärmendes Drama, das einen zum Nachdenken anregt und ein Vielfaches an Emotionen hervorruft. „Ich bin total erleichtert und zugleich erfreut, dass alles so gut klappt und die Premiere trotz der ganzen Hürden im letzten Jahr heute stattfindet. Es ist zwar noch eine gewisse Spannung da, aber die Erleichterung überwiegt dennoch“, äußert sich Anna-Lena Handt über ihre Emotionen während der Premiere.

Anastasia Pukhovich
Anastasia Pukhovich ist seit dem Sommer 2021 im Team der HASEPOST und unterstützt uns als Praktikantin.

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