„Was stimmt nicht mit den Leuten???“, diese Frage stellt die Joe Enochs Sportsbar am Samstagmorgen auf ihrer Facebookpräsenz.
Offensichtlich nehmen die Sachbeschädigungen in der Altstadt immer mehr zu. Mehrere Fotos zeigen die Verwüstungen, die im Schutz der Dunkelheit immer wieder aus einer schönen Altstadt für alle ein Schlachtfeld für ein paar Halbhirne werden lassen.
Wie sich die Bilder doch gleichen: Im Februar 2016 präsentierten die Spitzen der Osnabrücker Regenbogenkoalition eine „Abrissanzeige“ für das „Kachelhaus“ und das ehemalige Wöhrl-Gebäude.
Voller Zuversicht lächelte man in die Kamera, ganz offensichtlich davon überzeugt, dass der Shoppingcenter-Investor es mit diesem „Papier“ auch wirklich ernst meinen würde.
Allerdings war die tatsächlich eingereichte Abrissanzeige inhaltlich unvollständig und damit ungültig, aber auch sonst passierte seither bekanntlich wenig am Neumarkt in Sachen Kaufhausneubau – der Optimismus war verfrüht.
Mehr als ein Jahr später halten die versammelten Regenbogen-Spitzen erneut ein Papier vor die Kamera, erneut fest davon überzeugt damit ihre Vorstellungen eines vom Individualverkehr „befreiten“ Neumarkts durchdrücken zu können. Man ist erneut voller Vertrauen. Eine Anwaltskanzlei aus Köln soll es nun richten.
Rechtsgutachten von Unibail-Kanzlei erstellt
Ob die bunte Mischung aus SPD, Grünen, FDP, UWG, Piraten und Linken diesmal erfolgreicher sein wird, ist noch offen. Allerdings gibt es mehr als eine Analogie zu der zu Fake News mutierten Abrissanzeige von 2016.
Auch das am Freitagvormittag in einer eilig einberufenen Pressekonferenz vorgestellte Rechtsgutachten hat – wie die Abrissanzeige – auf Seiten des Verfassers eine „gewisse Nähe“ zum Shoppingcenter-Investor Unibail Rodamco.
Ein Leser der HASEPOST wies unsere Redaktion darauf hin, dass die mit der Erstellung des Gutachtens beauftragte KanzleiLenz und Johlen (Köln) ausgerechnet den Shoppingcenter-Investor Unibail-Rodamco als herausragende Referenz der Kanzlei aufführt.
Verwaltung interpretiert maßgebliches Urteil anders
Sowohl OB Wolfgang Griesert, unter Bezugnahme auf das Rechtsamt der Stadt, wie auch das neu vorgestellte Gutachten der Regenbogen-Politiker, stützen sich auf das gleiche Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG 10.10.2012- 9A 19/11), kommen jedoch zu einem unterschiedlichen Schluss in der Interpretation.
Erst die Neumarktsperrung, dann die Lösung für die Schadstoffe?
Die Lösung für die Schadstoffbelastung müsse nicht bis Dienstag auf dem Tisch sein, erklärten die Regenbogenkoalitionäre am Freitagvormittag, sondern erst mit dem von der Stadtverwaltung beauftragten Luftreinhalteplan, der im Spätsommer erwartet wird. Das ist der zentrale Punkt, in dem sich das Gutachten der Sperrungsbefürworter von der Rechtsauffassung der Stadtverwaltung unterscheidet. Zudem stellt die Kölner Kanzlei in ihrem Gutachten fest, dass die Stadtverwaltung keine „zwingenden Gründe“, sofern man die Gesundheitsbelastung von mehr als 2.000 Innenstadtbewohnern nicht als solche bewertet, gegen eine Sperrung vorgebracht hätte.
Griesert will keine vorschnelle Sperrung
Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) appellierte bislang vergeblich an die Ratsmehrheit, mit einer Entscheidung über die Neumarktsperrung zu warten, bis man wisse, wie man den Luftreinhalteplan verwirklichen kann. Von einem Dieselverbot oder LKW Verbot steht der OB, zusammen mit BOB und CDU kritisch gegenüber.
Bevor etwa 2500 Wallanwohner durch eine zügige Sperrung des Neumarkts zwangsläufig mit deutlich mehr Lärm und vor allem Luftschadstoffen belastet werden, müssen Schutzmaßnahmen nicht nur als möglich erachtet werden, sondern auch konkret benannt und am besten auch umgesetzt worden sein. In der Diskussion steht hier u.a. eine Ausrüstung der Wallanwohner mit Schallschluckfenstern auf Kosten des Stadtsäckels, die vermutlich etwa eine halbe Million Euro kosten wird.
FDP will gar keinen Verkehr mehr auf dem Neumarkt
Den Liberalen, die sich im Rahmen der Regenbogenkoalition an den Sperrungsplänen für den Individualverkehr beteiligen, schwebt ein größeres Ziel vor: „Das Gutachten […] darf nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum Ziel des „verkehrsfreien Neumarktes“ sein,“ so der Osnabrücker FDP-Vorsitzende Moritz Gallenkamp. „Unser großes Wahlkampfthema zur Kommunalwahl war, dass wir einen vollständig verkehrsfreien Neumarkt als Ziel haben. Das bedeutet, dass auch keine Busse mehr über den Neumarkt fahren dürfen. Ansonsten wird der Neumarkt kein Platz mit Lebens- und Aufenthaltsqualität“ so Gallenkamp.
Wer hat das Gutachten bezahlt? [Nachtrag 21:30]
Kurz nach Veröffentlichung dieses Artikels ist uns aufgefallen, dass der Aspekt, wer das Gutachten bezahlt hat, leider in der finalen Version dieses Artikels verloren gegangen war. Hiermit nachgeholt: Bezahlt haben die Rechtsanwaltskosten auf Nachfrage unserer Redaktion die Fraktionen selbst, anteilig nach Größe und jeweils aus dem Topf, der ihnen für Sachkosten im Rat zur Verfügung steht. „Wir müssen jetzt an andere Stelle sparen“, so Giesela Brandes-Steggewentz von den Linken.
Im Streit um die Sperrung oder Nicht-Sperrung des Osnabrücker Neumarkts haben die Regenbogenkoalitionäre (SPD, Grüne, FDP, UWG, Piraten Linke) ein neues Rechtsgtachten anfertigen lassen.
Der genaue Inhalt liegt noch nicht vor. Unsere Redaktion wird im Verlauf des Freitags noch einen aktualisierten Artikel dazu veröffentlichen.
Showdown im Stadtrat steht bevor
Kommenden Dienstag (30.05.) wird im Stadtrat ein Schlagabtausch zur Zukunft des Osnabrücker Problemplatzes erwartet.
Beim 17. Seifenkistenrennen am Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink waren am Himmelfahrtstag 2017 wieder zahlreiche Rennfahrer und Rennfahrerinnen am Start.
Wunderschönes Himmelfahrtswetter locke viele große und kleine Besucher und zahlreiche Familien an den Hauswörmannsweg.
Es gab viele Aktionen für die Kleinen und auch die Eltern und Großeltern waren bei Spaß und Spiel dabei- für das leibliche Wohl war gut gesorgt, so dass einem wundervollen Familientag nichts im Wege stand.
2017 keine Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft
Da dieses Jahr kein Qualifikationslauf zur Deutschen Meisterschaft der Seifenkistenfahrer absolviert wurde, stand dieses Jahr das Seifenkistenrennen mehr im Fokus der Fun-Fahrer mit ihren bis ins Detail liebevoll gestalteten Rennfahrzeugen.
Bildergalerie:
Die Gewinner des diesjährigen Seifenkistenrennens in den jeweiligen Klassen sind:
FUN-Klasse:
1. Kim Ehmer & Frederike-Sophie Bohnemeyer (Flower-Power Bus)
2. Fritz Bergmann (Draxter)
3. Lewi & Shimon Boromenskyy (Computermaus)
Wenn am Samstagabend Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt beim DFB-Pokal im Endspiel aufeinandertreffen (Anpfiff 20 Uhr) soll keiner alleine schauen.
Die Agentur „alles bestens“ Schäfer, Events & Medien und das Alando Palais laden am Samstag zum „Mannschaftsabend“; erster Programmpunkt des Abends: das DFB Pokalendspiel auf Großbildschirmleinwand. Danach erfolgen dann die Ehrungen der Mannschaften.
HASEPOST-Leser können Mannschaftsvorteile genießen
An diesem Abend erhalten die Mannschaftsmitglieder, deren Teams für die Ehrung der Mannschaften nominiert haben, einen ganz besonderen Vorteil: 50% Rabatt auf den Getränkeverzehr.
Für Leser der HASEPOST verlosen wir 10×2 Mannschafts-Karten!
Zusätzlich ist der Eintritt frei für das virtuelle „Team HASEPOST (Erscheinen und Abholung der Mannschaftskarte am Eingang bis 22:30 Uhr erforderlich).
Wer dabei sein will, muss lediglich einen Kommentar unter dem zugehörigen Facebook-Posting hinterlassen. Teilnahmeschluss: Samstag (27.05.) um 12:00 Uhr.
So sieht die begehrte Mannschaftskarte aus. Wir verlosen davon 20 Stück.
Das Kleingedruckte Die Gewinner werden über die Facebook-Seite der HASEPOST und per Facebook-Direktnachricht informiert und müssen die Annahme des Gewinns bis Samstag 27. Mai 17:00 Uhr bestätigen, andernfalls werden möglicherweise verbliebene Freikarten erneut verlost.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Veranstalter ist die osna.com GmbH. Dieses Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt und organisiert. Facebook ist von jeglichen Schadenansprüchen, die bei der Durchführung dieses Gewinnspiels entstehen könnten, freigestellt. Sämtliche Fragen, Kommentare oder Beschwerden zum Gewinnspiel sind nicht an Facebook zu richten, sondern direkt an die osna.com GmbH.
Die Mannschaftskarten (pro Gewinner: zwei Karten) müssen am Veranstaltungstag (27.05.) bis 22:30 Uhr an der Abendkasse des Alando Palais abgeholt werden.
Die nominierten Mannschaften:
Stadt Osnabrück:
– TuS Haste, Dritte Mannschaft
– Ballsport Eversburg, Erste Mannschaft
– FC Concordia Osnabrück, Erste Mannschaft
– Osnabrücker SC, Damen Zweite Mannschaft
– SG TSV Osnabrück/BW Schinkel, Damen Erste Mannschaft
Landkreis Osnabrück, Norden:
– SV Quitt Ankum, Vierte Mannschaft
– SV Eintracht Neuenkirchen, Damen Erste Mannschaft
– SG Ostercappeln/Schwagstorf, Dritte Mannschaft
– TSV Wallenhorst, Vierte Mannschaft
– SV DJK Schlichthorst, Damen Zweite Mannschaft
Landkreis Osnabrück, Süden:
– TuS Hilter, Erste Mannschaft
– BSV Holzhausen, Zweite Mannschaft,
– Hagener SV, Dritte Mannschaft,
– TSV Riemsloh, Erste Mannschaft
– SuS Buer, Erste Mannschaft
Kultverein Stadt und Landkreis Osnabrück:
– FC Concordia Osnabrück
– FC Talge
– SV Ohrbeck
– BW Schwege
– VfL Bad Iburg
Am Dienstagabend wurde Eröffnung gefeiert: Das neueste coa Asian Food & Drinks präsentiert sich den Osnabrückern in der Großen Hamkenstraße (Ecke Kamp-Promenade) mit einem aufregenden Mix aus Tradition und Urbanität und bietet frische Köstlichkeiten aus Südostasien.
„Wir sind sehr froh, auch Osnabrück mit Asian Streetfood begeistern zu können und dafür eine prominente Lage direkt an der Fußgängerzone gefunden zu haben“, so Alexander von Bienenstamm, zusammen mit seinem Brüder Constantin einer der beiden Gründer und Geschäftsführer von coa.
Das Restaurant mit umlaufender Glasfassade befindet sich in einem etwas zurückversetzten Eckgebäude mit einer charmanten Platzsituation.
In 10 Wochen vom Mietvertrag zur Eröffnung
Im Oktober 2016 waren coa die Räume zur Anmietung angeboten worden und durch den Einsatz des Vermieters als auch des gesamtes coa Teams war eine Realisierung und Fertigstellung der Räumlichkeiten in 10 Wochen möglich!
Es gibt viele Gaumenfreuden zu entdecken: Dim Sum – kleine Köstlichkeiten – laden zum gemeinsamen Genießen mit Freunden und Familie ein. Darüber hinaus gibt es heiße Suppen, knackige Salate, scharfe Thai-Curries, Taiwanesische Baos, frische Wok-Gerichte und Desserts.
coa Team in Osnabrück
Frische ist oberstes Gebot
Bei allen Speisen wird mit frischen Kräutern wie Minze, Koriander oder Thai-Basilikum gearbeitet und konsequent auf Geschmacksverstärker verzichtet. „Wir wollen Asien mit allen Sinnen erlebbar machen und unseren Gästen das kulinarische Asien zeigen, das wir selbst kennen- und lieben gelernt haben“, so der in Hongkong aufgewachsene Alexander von Bienenstamm.
coa Geschäftsführer Arthur Käser packt mit an.
Ambiente und Design
coa steht erkennbar für außergewöhnliches Essen in außergewöhnlichem Ambiente. Vorbild für das neue Raumdesign ist der Asian Streetmarket-Charakter, den die beiden in Hongkong aufgewachsenen Gründer Alexander und Constantin von Bienenstamm selbst jahrelang erlebt haben. Das bunte Treiben der traditionellen Garküchen wurde neu interpretiert und lässt die Gäste die Esskultur sowie die Vielfalt Südostasiens mit allen Sinnen erleben. 2016 wurde das Raumkonzept von coa in Zusammenarbeit mit Dippold Innenarchitektur grundlegend neugestaltet und erstmals im Hamburger Restaurant umgesetzt.
Show-Küche im Zentrum des Restaurants
Jedes Lokal ist anders, aber das Interieur folgt einer konstanten Formsprache. Die offene Show-Küche ist immer das zentrale Element, umgeben von der Fresh Casual Area für das ungezwungene Lunch sowie verschiedenen Sitzzonen für gemütliche Abende mit Freunden.
Alexander von Bienenstamm, Gründer und Geschäftsführer von coa.
Ausgezeichnetes Design
Im Design-Band „Gasträume 2017“ wurde das Hamburger Restaurant für die Umsetzung des coa-Raumkonzepts ausgezeichnet. Die Wandverkleidungen aus Altholz und gerostetes Wellblech an der Bar sowie der Bodenbelag in Pflasterstein-Optik haben die Redaktion überzeugt. Die Elemente wirken improvisiert und erwecken den Eindruck, man befinde sich in einer der unzähligen Garküchen des Melting Pots Hongkong.
Das Restaurant hat für seine Gäste an sieben Tagen die Woche geöffnet. Es bietet sowohl den passenden Rahmen für ein schnelles Business-Lunch inklusive Take-Away-Option als auch eine entspannte Atmosphäre für ein gemütliches Dinner mit Freunden.
Über coa Asian Food & Drinks: coa Asian Food & Drinks wurde 2005 von den Brüdern Alexander und Constantin v. Bienenstamm gegründet. Geboren und aufgewachsen in Hongkong vermissten sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland die authentische südostasiatische Küche und beschlossen, ein eigenes Angebot zu schaffen. Inspiriert von den unzähligen Gar- und Straßenküchen Hongkongs setzt das Konzept auf innovativ interpretierte südostasiatische Küche mit Schwerpunkten im Bereich Dim Sum, frische Wok-Gerichte, Suppen und Currys. Auf Geschmacksverstärker wird dabei konsequent verzichtet. Typisch asiatisch werden die wertvollen Inhaltsstoffe durch schonende Garmethoden erhalten und sorgen für leichten und vitaminreichen Genuss. coa betreibt aktuell fünfzehn Restaurants. Bis Ende 2017 plant das Unternehmen auf ca. 20 Restaurants zu wachsen.
Wie geht es am Neumarkt weiter? Bislang hält die sogenannte „Regenbogenkoalition“ aus SPD, Grünen, FDP, UWG, Piraten und Linken an ihren Sperrungsplänen fest. Nun warnt der OB nochmals davor sich voreilig Optionen zu verbauen.
Für Freitag haben auch die Regenbogen-Politiker eine Presseerklärung angekündigt.
Vor der Ratssitzung am Dienstag, 30. Mai, appelliert Oberbürgermeister Wolfgang Griesert an die Ratsmehrheit: „Meines Erachtens können wir am Neumarkt weitermachen, brauchen keine Zeit mehr zu verlieren, müssen uns in der endgültigen verkehrlichen Nutzung noch nicht festlegen. Diese Entscheidung können wir besonnen mit Vernunft und Intelligenz nach Ende der Baumaßnahmen treffen. Wir sollten den Neumarkt jetzt endlich umgestalten, ohne Chancen zu verbauen oder uns ohne gesicherte Erkenntnisse heute schon für die nächsten 50 Jahre festlegen. Das gilt insbesondere, weil wir in eine über Jahrhunderte gewachsene zentrale Funktion für die Stadt eingreifen.“
Wir fragen unsere Leser:
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Griesert weiter: „Ich bin also dafür, schnellstmöglich mit der Platzgestaltung zu beginnen, weil das Planungsbüro Lützow 7 die Entwurfsplanung so verfeinert hat, dass wir erst am Ende der Baumaßnahme entscheiden müssen, ob oder wann wir welche Schilder aufstellen wollen, die den motorisierten Individualverkehr zulassen oder ausschließen.
Griesert will auch über eine Umverlegung des Busverkehrs nachdenken
In der Zeit der Umgestaltung überlegen wir, ob wir auch die Busse ganz oder teilweise auf anderen Wegen durch die Stadt leiten können. Wenn wir beginnen, müssen wir nicht einmal auf die Entscheidung des Investors des Einkaufscenters – unibail rodamco – warten, der immer noch keine Zusage gemacht hat, wann er mit dem Neubau des Centers und der Überbauung der Seminarstraße beginnen will.“
Regenbogen soll auch an Wall-Bewohner denken
„Lassen Sie uns dieses Verfahren wählen“, fordert Griesert die Ratsmehrheit auf, „damit wir am Ende auf der Grundlage gesicherter Fakten alle weiteren Entscheidungen treffen können. Dann liegt auch der überarbeitete Luftreinhalteplan vor, der uns hoffentlich einen gangbaren Weg aufzeigt, wie wir mit erhöhten, die Gesundheit tausender Anwohner gefährdenden Luftschadstoffen am Wall umgehen müssen. So würden wir die Kontroverse im Rat beenden, Klagen vermeiden, am Ende sachlich fundiert entscheiden und trotzdem endlich mit der Neugestaltung dieses zentralen Platzes beginnen. Wir würden also Zeit gewinnen ohne Zeit zu verlieren.“
Am Montagabend erhielt Volker Beck im Osnabrücker Rathaus den 26. Rosa Courage Preis der schwul-lesbischen Kulturtage „Gay in May“- Überraschunglaudatorin war Claudia Roth.
So grün war der Friedenssaal im Osnabrücker Rathaus selten – wenn man die bundespolitische Prominenz der am Montagabend anwesenden Grünen Politiker als Maßstab nimmt. Bei der 26. Verleihung des Rosa Courage Preises 2017 ging es natürlich weniger um die Farben als um die Rechte der schwul-lesbischen Community.
Claudia Roth musste sich im Rathaus verstecken
Preisträger im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe war Volker Beck, doch beinahe schaffte es seine Parteikollegin Claudia Roth, die selbst ebenfalls schon den Osnabrücker Ehrenpreis erhielt, ihm mit ihrem Redebeitrag den Rang abzulaufen.
Bevor die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages ihre Laudatio auf den diesjährigen Preisträger halten konnte, wurde ihr Erscheinen vor den geladenen Gästen streng geheim gehalten. Wie Claudia Roth selbst nicht ohne Schmunzeln eingestehen musste, fällt es einer Person wie ihr natürlich schwer im Osnabrücker Rathaus unentdeckt zu bleiben, weshalb sie sich in einem Nebenzimmer versteckt halten musste.
Volker Beck: Ein Kämpfer für die Gleichberechtigung
Seit 1992 wird im Rahmen der „Gay in May“ Wochen der „Rosa Courage Preis verliehen. Mit dieser Auszeichnung soll herausragendes Engagement für die Belange von Lesben und Schwulen gewürdigt werden.
Frank Mayer überreicht den Rosa Courage Preis an Volker Beck
Volker Beck qualifizierte sich für den Preis durch den jahrelangen Kampf für Gleichberechtigung und für Respekt, da waren sich alle Redner an diesem Abend, beginnend bei Frank Henning (in Vertretung des Oberbürgermeisters) über Frank Mayer(Moderation), Benjamin Rottman (LSVD), Marc Langer (Gay in May) bis Hans Hengelein (Nds. Sozialministerium) einig, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Herausragend dürfte den Gästen der Rückblick von Hans Hengelein in Erinnerung geblieben sein, der mehr als 20 Jahre ein treuer Begleiter von Gay in May ist. Auch der SPD-Politiker Frank Henning schaffte es seine Zuhörer zu beeindrucken, wie er es schaffte, die Veranstaltung bezüglich des Themas „Ehe für alle“ für den anstehenden Bundeswahlkampf zu nutzen. Die tatsächlich eher uneindeutige Position der Sozialdemokraten wurde von Frank Henning nicht geleugnet, jedoch geschickt interpretiert.
Claudia Roth hielt Laudatio auf einen Freund
Claudia Roth lobte die Fähigkeiten ihres persönlichen Freundes „Volker“ mit einer beeindruckenden Aufzählung von Eigenschaften: „Hartnäckigkeit, Raffinesse, einer guten Vernetzung, kluges Verhandlungsgeschick, sehr langer Atem und Ablehnung jeder Form von Diskriminierung sowie außerordentliche Nehmerqualitäten“.
Volker Beck ist seit den 80er Jahren ein Aktivist
Volker Becks Einsatz für Minderheiten begann bereits 1986 als er auf dem Höhepunkt der AIDS-Hysterie, die restriktive Politik von Peter Gauweiler(CSU) widersprach, der unter anderem Zwangsuntersuchungen für Nicht-Europäer und „Risikogruppen“ wie Homosexuellen verlangte.
Volker Beck war bereits früh neben seinem friedenspolitischen Einsatz auch in der Schwulenpolitik aktiv. So arbeitete er von 1987 bis 1990 als Schwulenreferent bei der Bundestagsfraktion der Grünen, war bis 1994 auch Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Schwulenpolitik und von 1991 bis 2004 war er zudem als Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) tätig.
Seit 1994 arbeitet Volker Beck auch im Deutschen Bundestag, wo er sich bereits früh für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben einsetzte, die ersatzlose Streichung des § 175 StGB („Schwulenparagraph“) sowie die Abschaffung von „Rosa Listen“in Polizeidokumenten forderte. Heute kaum noch vorstellbar, wurde vor gar nicht allzu langer Zeit noch das Merkmal „homosexuell“ von der Polizei erfasst und ausgewertet.
Zwei die sich mögen: Volker Beck und Claudia Roth
Auch außerhalb Deutschlands warb Volker Beck stets für die Gleichstellung von Homosexuellen, etwa in Russland, Polen oder in der Türkei. Dabei konnten ihn weder körperliche Übergriffe noch Inhaftierungen von seinem Engagement für gleiche Rechte abhalten.
Volker Beck forderte die Anerkennung von im Nationalsozialismus begangenem Unrecht ein und wurde 2002 für seinen Einsatz für die Entschädigung der Opfer der NS-Diktatur mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Hörenswertes Begleitprogramm
Die feierliche Übergabe des Preises fand im Friedenssaal des Historischen Rathauses zu Osnabrück statt, für die musikalische Gestaltung der feierlichen Preisverleihung sorgten in diesem Jahr „Die Marniaks“, Maria Goldmann (Gesang) und Niklas Bruhn (Gitarre/Gesang) vom Theater Osnabrück, die den feierlichen Teil der Verleihung mit dem passenden Text „I was born this way“ abschlossen – hörenswert!
Entgegen der Ankündigung vom März wird die Osnabrück – Marketing und Tourismus GmbH (OMT) nun doch kein eigenes Portal mit einem Branchenverzeichnis für die Händlersuche in Osnabrück aufsetzen.
Bereits bei seiner Ankündigung im Frühjahr stand das Konzept unter keinem guten Stern, weil nur wenige Tage vor Bekanntgabe der OMT-Pläne das bereits fertig programmierte Portal „inosna.de“ eines Osnabrücker Startups seine virtuellen Pforten öffnete.
OMT will nicht in Konkurrenz zu privaten Portalen stehen
„Es kann nicht Aufgabe des Stadtmarketings sein, einem privaten Anbieter Konkurrenz zu machen“, erklärt OMT Geschäftsführerin Petra Rosenbach. Dabei bedauert sie außerordentlich, dass es im Vorfeld zu keiner Zusammenarbeit mit „inosna“ gekommen sei. „Es war lange bekannt, dass sich die OMT mit diesem Thema befasst. Leider hat uns die Thomax GmbH erst im Januar darüber informiert, dass sie bereits ein eigenes Händlerportal programmiert hat.“ Der Wunsch, beide Projekte zusammenzuführen, habe sich letztlich nicht realisieren lassen.
Neubewertung des Projekts führte zum Aus
Aufgrund der neuen Situation habe die OMT den Bedarf eines zusätzlichen Shopping-Portals noch einmal neu bewertet und mit den Werbegemeinschaften, den Leitern der großen Kaufhäuser und auch mit dem Vorstand des Osnabrücker City Marketing e.V. (OCM) intensive Gespräche geführt.
„Wir waren uns einig“, erläutert OCM-Vorsitzende Ira Klusmann, dass es mittlerweile viele Portale gibt, die eine Händler- und Markensuche ermöglichen. Die Arbeit von OMT und OCM soll aber einen echten Mehrwert liefern.“
Neue Tourismusseite macht Osnabrück erlebbar
Der Mehrwert besteht darin, den Erlebnisraum Innenstadt als Ganzes sichtbar zu machen. „Image und Inspiration transportieren die bestehenden Portale bislang gar nicht oder nur in geringem Umfang“, berichtet Rosenbach. „Mit schönen Bildern und aktuellen Beiträgen werden wir die Stadt Osnabrück auf unserer neuen Tourismusseite sichtbar machen, die im Herbst dieses Jahres online geht.“
„Buy Local“ soll gefördert werden
Natürlich stehen OMT und OCM den Händlern auch weiterhin zur Seite und werden die digitalen Entwicklungen intensiv beobachten, erklären die beiden Verbände in einem am Montagnachmittag verbreiteten Statement ihr Selbstverständnis. Aktionen, die den „buy local“-Gedanken stärken, Seminare und Vorträge, um die Händler für das Online-Geschäft fit zu machen, sowie die Koordination von Projekten zu Servicethemen werden wichtige Aufgaben von OMT und OCM bleiben.
Was sagt inosna.de?
Nachdem unsere Redaktion das obige Statement der OMT erhielt, haben wir auch bei der Thomax GmbH nachgefragt, wie es nun mit ihrem Shoppingpoertal weitergeht. Für das Team antwortete Christine Henschen: „Natürlich war es auch für uns spannend, ob es ein zweites Portal neben inosna.de geben wird. Wir haben in der letzte Zeit viele Gespräche mit Händlern geführt und gespürt, dass unser Produkt gut ankommt. Jetzt können wir künftig noch mehr Gas geben. Wir werden unseren Vertrieb breiter aufstellen und haben spannende Zusatzfunktionalitäten in der Programmierung – mehr wird aber noch nicht verraten.“
KOMMENTAR
Respekt! Es wird OMT und OCM sicher nicht leicht gefallen sein diese sportliche und faire Entscheidung zu fällen. Die Entscheidung ist sportlich, weil sie anerkennt, dass ein Startup ein wenig schneller als die etablierten Stadt- und City-Marketer war. Dabei betrug der Vorsprung nicht allein die knapp zwei Wochen zwischen den Ankündigungen der beiden Portale, sondern mindestens ein halbes Jahr. Da inosna.de bereits fertig programmiert war und das Konkurrenzprodukt zum Zeitpunkt der Vorstellung lediglich aus Entwürfen und einem groben Zeitplan bestand, trennte die beiden Projekte in digitalen Maßstäben gerechnet „Welten“.
Und die Entscheidung ist nicht nur fair zum privaten Wettbewerber, der neben dem Herzblut der Mitarbeiter auch viel eigenes Geld in die Entwicklung gesteckt hat, sondern auch fair zu den Osnabrücker Einzelhändlern. Die lokalen Händler haben nun weitaus schneller ein Shoppingportal zur Verfügung als ursprünglich gedacht. Und die Entscheidung ist auch fair zum Steuerzahler, denn das Engagement der OMT ist auch Teil der Marketingaufwendungen der Stadt, die nun wirklich nicht dafür gedacht sind mit aufstrebenden Startups in Wettbewerb zu treten.
OMT und das private Citymarketing können und sollten nun neue Wege finden, wie sie dem Einzelhandel bei der Digitalisierung helfen können. Allein, dass sich alle Beteiligten so lange und intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, ist kein verlorenes Lehrgeld, sondern wird viel Fachwissen generiert haben. Dieses Wissen wartet nun darauf an die Osnabrücker Einzelhändler weitergegeben zu werden – vielleicht auch im Rahmen einer Unterstützung des Portals inosna.de.
Inosna.de wird jetzt allerdings auch beweisen müssen, dass ein lokales Shoppingportal auch wirklich reizvoll genug ist um lokal gegen die globalen Riesen Google, Amazon & Co zu bestehen.
Inzwischen haben sich zwei Spieler des VfL, deren Namen bereits am Samstag in mehreren E-Mails an unsere Redaktion genannt wurden, die Beteiligung an den Manipulationsplänen eingestanden. Es soll allerdings noch einen dritten „Mitverschwörer“ geben.
Wir haben zusammengefasst, was wir derzeit wissen und was noch offen ist:
Worum geht es?
Zwei oder drei Spieler – dazu unten mehr – sollen sich verabredet haben eine „Prämie“ von der U-23 einzufordern. Gegenleistung: Sie wollten das Spiel so drehen, dass der Paderborner SC beim Spiel am 20. Mai auf keinen Fall gewinnt und so die Bremer in der 3. Liga verbleiben, nicht die Ostwestfalen.
Um welche Spieler geht es?
Marc Heiderund Addy Waku Menga haben am Sonntag ihre Rolle in der Angelegenheit erklärt. Federführend soll aber ein „dritter Mann“ gewesen sein, dessen Namen sie nicht nennen wollen.
Heider und Menga geben an, von dem Unbekannten wegen ihrer guten Kontakte zu Werder – beide spielten dort selbst in der U-23 – angesprochen worden zu sein.
Wer ist der „dritte Mann“?
„Gibt es ihn überhaupt“, fragen sich derzeit viele Beobachter, womöglich ist es nur eine Schutzbehauptung der beiden Ertappten. Allerdings sollen tatsächlich Ermittlungen des DFB gegen insgesamt drei Spieler des VfL laufen und drei Spieler wurden am Samstag im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen nicht auf das Spielfeld gelassen. Christian Groß, dessen Name kursierte, da er wie Heider und Menga am Samstag nicht auf dem Platz war, wurde von Geschäftsführer Jürgen Wehlend bereits öffentlich entlastet.
Welche Rolle soll der „dritte Mann“ gespielt haben?
Glaubt man Menga und Heider, dann kam die Idee zur Spielmanipulation per SMS vom ominösen „dritten Mann“, kurz nach dem verlorenen Spiel gegen Zwickau (0:1) am 13. Mai.
Wie spielte sich der Manipulationsversuch ab?
Zwei Spieler des VfL sollen Kontakt zu ebenfalls zwei Spielern der Werder-U23 Mannschaft aufgenommen und so die Manipulation angeboten haben.
Allerdings verlief der Plan dann wohl doch anders als von den VfL-Spielern erwartet. Über den Leiter des Bremer Nachwuchsleistungszentrums wurde zwei Tage vor dem Spiel der DFB informiert.
Was passierte vor dem Spiel gegen Paderborn?
Am Donnerstagabend wurde die Leitungsebene des VfL vom DFB über die Vorwürfe in Kenntnis gesetzt. In Abstimmung mit dem VfL wurden Ermittlungen begonnen.
Am Freitag informierten Vertreter des DFB persönlich und vor Ort erst die gesamte Mannschaft und dann in Einzelgesprächen drei Spieler, die tatverdächtig sind.
Wurden auch andere Spiele manipuliert?
Wenn auch die persönlich Integrität von zwei, vielleicht auch drei Spielern nun in Frage steht, ist bislang nichts darüber bekannt, dass es Versuche oder tatsächlich erfolgte Manipulationen bei anderen Spielen gab.
Verhinderten Manipulationen den Aufstieg in die 2. Liga?
Siehe oben: Noch ist nichts über andere Manipulationsversuche bekannt.
Siehe unten: In der Gesichte des VfL wurde vermutlich auch schon mal ein Klassenerhalt durch absichtlich verlorene Spiele manipuliert.
Osnabrück, das schwarze Schaf im deutschen Fußball?
In der Spielzeit 2008/09, damals kickte der VfL noch in der 2. Fußball-Bundesliga, verloren die Osnabrücker zwei Relegationsspiele gegen den SC Paderborn 07 (ausgerechnet!) und stiegen ab.
Auch wenn die Vorkommnisse dieses Abstiegs nie ganz aufgeklärt wurden, gilt als sicher, dass dieser Abstieg nur aufgrund diverser Spielmanipulationen zustande gekommen ist.
Hintergrund waren manipulierte Sportwetten, für die Spieler des VfL die richtigen Ergebnisse zu Ungunsten des Vereins „produzierten“.
Neben Spielern des VfL standen im damaligen „Wettskandal“ allerdings auch Spieler anderer Vereine und sogar ein Schiedsrichter des DFB in Verdacht mehrere Dutzend Spiele manipuliert zu haben.
Wie geht es weiter?
Das ist grundsätzlich noch offen. Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft aus Osnabrück. Es kann noch zu einem juristischen Nachspiel kommen sowie zu diversen Strafmaßnahmen und weiteren Ermittlungen des DFB. Selbst ein Protest der Paderborner ist noch denkbar, die den dritten Abstieg in Folge, aus der ersten Bundesliga in die Vierklassigkeit, verkraften müssen.