„Damit Osnabrück lebendig bleibt“ schreiben die Macher der neuen Lokal-Website „inosna.de“, an deren Fertigstellung nach eigener Darstellung „mit Hochdruck“ gearbeitet wird.

Wenn es fertig ist, soll es ein Online-Portal für Osnabrück sein, das gleichermaßen den Einzelhandel, alle Restaurants sowie Dienstleister der Stadt abbildet. Fünf Themen-Säulen sollen Schnäppchenjäger, Erlebnishungrige, Restaurantsuchende, Touristen und Neulingen auf einen Klick alles bieten, was das Leben in der Stadt ausmacht; so jedenfalls die Eigenwerbung der Thomax Media GmbH & Co. KG, die das neue Osnabrücker Portal betreibt.
Bereits vor drei Jahren habe man erste Ideen für das eigenen Osnabrück-Portal gehabt, so Thomax-Geschäftsführer Max Gnech im Gespräch mit unserer Redaktion. „Richtig los“ ging es mit der Umsetzung dann vor etwa zwei Jahren – „viel Herzblut“ sei in das Projekt geflossen und man sei sehr froh, jetzt damit online zu sein.

Der inzwischen vierte Online-Katalog für den Osnabrücker Einzelhandel

Schaut man sich die Website an, die in einem sehr ansprechenden Design gestaltet und mit einer guten Benutzerführung ausgestattet ist, findet man vor allem einen aktuellen Webkatalog der Osnabrücker Einzelhandelslandschaft. Das alleine ist allerdings nicht neu.
Bereits seit einigen Jahren ist os-search bzw. busy-com.de mit einen ganz ähnlichen Ansatz online, der optisch aber in den 90er Jahren verhaftet geblieben scheint. Etwas weiter, zumindest optisch, ist das Angebot von Lokal-Radar, das einen bundesweiten Anspruch hat, von seinen Machern der topQ1 GmbH aus Belm bislang nur für Osnabrück ausgerollt wurde.
Urahn aller Katalog-Websites ist jedoch der Marktplatz Osnabrück, ein Angebot, das stetig und sehr engagiert seit rund 20 Jahren online für Osnabrück ist.

inosna Osnabrück Wettbewerb
Die ganze Vielfalt der bereits verfügbaren Osnabrück-„Kataloge“.

Im Trend: Verknüpfung lokaler Händler mit dem Internet

Ähnlich wie die Macher der schon länger am Markt befindlichen lokalen Portale setzt inosna.de auf den lokalen Einzelhandel, ergänzt um Gastronomie und weitere Branchen. Während inosna.de über den eigenen Anspruch schreibt „inosna macht Lust auf ein echtes City-Erlebnis“, will der lokale Rivale Lokalradar sogar einen Schritt weiter gehen und „Click & Collect“ für zahlende Kunden integrieren – also die Verbindung von Onlineshopping und lokaler (Selbst-) Abholung.
Schaut man sich alle bereits länger am Markt bestehenden Angebote an, scheint allerdings nur der Neuling inosna optisch, technisch und auch vom Umfang der bereits im Angebot verzeichneten Geschäfte und Gastronomen auf der Höhe der Zeit zu sein.

Die Verbindung von Onlineshopping und stationärem Einzelhandel gilt aktuell wahlweise als Heiliger Gral oder auch letzte Rettung des Einzelhandels. Prof. Dr. Gerrit Heinemann, der in der vergangenen Woche auf Einladung der CDU-Ratsfraktion einen Vortrag über die Lage des Einzelhandels hielt, hat selbst ein gemeinsames Projekt der Stadt Mönchengladbach und eBay begleitet. Heinemann sieht für den stationären Handel überhaupt nur noch eine Chance, wenn der die Herausforderung der Digitalisierung aufnimmt und sich den Anforderungen seiner Kunden stellt. „Click & Collect“, taggleiche Zustellung und ein online verfügbarer Bestandskatalog sollen in Zukunft für den stationären Händler unverzichtbar sein. Die Online-Präsenz in einem Webkatalog wie inosna.de oder in einem der anderen drei bereits verfügbaren Angebote kann dabei sicher ein erster Schritt sein.

Wird die OMT eines der „alten“ Osnabrück-Portale neu beleben?

Doch noch ist der Markt in Osnabrück unklar definiert – wer wird das Rennen machen?
In der kommenden Woche wird die Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) einen eigenen Ansatz zur Digitalisierung des lokalen Einzelhandels vorstellen. Realisierungspartner für das Shoppingportal der in Mehrheitsbesitz der Stadt Osnabrück befindlichen OMT, so die Informationen unserer Redaktion, soll der bisherige Betreiber des Portals „Marktplatz Osnabrück“ sein.