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Osnabrücker Jugendherberge fürchtet um ihre Existenz – Online-Petition gestartet

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Das Coronavirus hat den Tourismus praktisch zum Erliegen gebracht. Grenzen wurden geschlossen, Klassenfahrten abgesagt und die Menschen bleiben nach Möglichkeit zu Hause. Für die Jugendherberge Osnabrück ist das ein existenzielles Problem, besonders, da es keinen Rettungsschirm zur Unterstützung gibt. Das Deutsche Jugendherbergswerk hat daher eine Petition ins Leben gerufen.

„Wir haben zur Zeit keine Gäste und dürfen bis zum 3. Mai, und wahrscheinlich noch darüber hinaus, nicht öffnen. Wir fürchten um unsere Existenz, da wir nach wie vor laufende Kosten haben, obwohl praktisch alle Einnahmen wegfallen. Wir haben 22 Mitarbeiter und mussten alle in Kurzarbeit schicken. Da wir unter keinen Rettungsschirm passen, bekommen wir zur Zeit keine staatliche Unterstützung,“ sagt Jutta Wagner, Hausleiterin der Jugendherberge Osnabrück. Für die Herberge wird die Situation noch dadurch verschärft, dass das Haus 2019 für ein halbes Jahr für Renovierungen geschlossen wurde. Selbst wenn die Jugendherberge im Mai wieder öffnen darf, wäre die Krise für Jutta Wagner nicht vorbei: „Bis zum Sommer werden keine Klassenfahrten stattfinden und auf absehbare Zeit werden kaum Menschen verreisen. Da wir als gemeinnützig gelten, dürfen wir keine Rücklagen bilden und haben kaum Reserven. Wir wollten in diesem Jahr unter anderem unseren Bolzplatz erneuern, müssen das dafür vorgesehen Geld aber in unser Überleben investieren.“

#RETTETJugendherbergen

Unter dem Leitsatz „Wir sind sozial relevant!“ hat das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) eine Online-Petition gestartet, um auf die noch immer fehlende staatliche Hilfe im Zuge der Corona-Pandemie aufmerksam zu machen. „Sollte diese auch weiterhin ausbleiben, steht das DJH nach 111 Jahren seines Bestehens vor einer mehr als unsicheren Zukunft“, erklärt DJH-Hauptgeschäftsführer Julian Schmitz. Unter dem Hashtag #RETTETJugendherbergen können deshalb jetzt alle Unterstützerinnen und Unterstützer der Jugendherbergsidee das Anliegen des DJH auf der Online-Plattform change.org befürworten und so die Politik zum Handeln auffordern.

Alle Herbergen geschlossen

Seit mehreren Wochen sind alle rund 450 Häuser des Deutschen Jugendherbergswerkes geschlossen. Lediglich in einigen Jugendherbergen, die beispielsweise für eine Zwischennutzung als Fieberambulanz, Frauenhaus oder temporäre Unterkunft für Geflüchtete zur Verfügung gestellt wurden, herrscht Betrieb. Ob, wann und wie viele weitere Jugendherbergen wieder geöffnet werden können, ist aktuell mehr als unklar. „Uns hat in den vergangenen Wochen eine wahre Flut an Nachrichten erreicht. Die Menschen verstehen nicht, warum es noch immer keinen `Rettungsschirm´ für die Jugendherbergen gibt und sind betroffen. Viele haben eine emotionale Verbindung zu uns, kennen die Jugendherbergen von ihren eigenen Klassenfahrten und befürchten jetzt, dass ihre Kinder oder Enkel diese schönen Erlebnisse in der Gemeinschaft nicht mehr selbst werden erleben können. Auch unsere Mitarbeitenden haben natürlich aktuell große Sorgen und wissen nicht, wie es für sie weitergehen wird. Hinzu kommen viele Nachrichten aus Städten und Gemeinden, wo man um die Jugendherbergen vor Ort als wichtige regionale Wirtschaftsfaktoren bangt“, so Julian Schmitz.

Schnell Hilfe benötigt

Mit der gestarteten Online-Petition gibt es jetzt eine Möglichkeit, seine Unterstützung und Sympathie für die Jugendherbergsidee auszudrücken. „Wir wollen aufzeigen, dass das DJH kein bloßer Anbieter von `Bett und Brötchen´ ist, sondern wir machen uns in unserer täglichen Arbeit für das Gemeinwohl und die Zivilgesellschaft in Deutschland stark, leben in unseren Häusern Weltoffenheit, Toleranz und Bildung und sind deshalb sozial relevant für dieses Land – dies hat uns auch die Politik in der Vergangenheit immer wieder bestätigt. Damit wir diese wichtige Rolle auch nach der Corona-Krise wieder so vertrauensvoll und nachhaltig wahrnehmen können, brauchen wir jetzt schnelle Hilfe für alle 14 DJH-Landesverbände“, fasst der DJH-Hauptgeschäftsführer zusammen. Mehr Informationen sowie den Link zur DJH-Petition gibt es auf jugendherberge.de.

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