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Nachgefragt: Stadtwerke-Sprecher erklärt warum man auch über nicht funktionierende Klimaanlagen sprechen muss

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Wasser ausverkauft
Realität in einigen Supermärkten: Wasser ausverkauft!

Man kann unangenehmen Themen totschweigen, man kann es aber auch offensiv angehen, wenn sich ein Problem partout nicht vermeiden lässt.

Die Stadtwerke Osnabrück haben sich bei den aktuellen Rekordtemperaturen dazu entschlossen offen damit umzugehen, dass bei Temperaturen deutlich über 30c nicht in jedem Bus eine kühle Brise herrschen kann – selbst wenn die eingebaute Klimaanlage auf Anschlag gestellt ist.
In einer umfangreichen Pressemeldung (hier: Spitzen-Temperaturen lassen Stadtwerke nur teilweise kalt) erklärt Pressesprecher Marco Hörmeyer in welchen Bereichen – von der Wasserversorgung bis hin zum Freibad Moskau – die Stadtwerke von der Hitzewelle betroffen sind.

HASEPOST hat nachgefragt: Warum gehen die Stadtwerke mit den Herausforderungen des Sommerwetters so offen um, wie geht es den Busfahrern bei dem Wetter und was soll man trinken wenn der Supermarkt kein Wasser mehr im Regal hat?

 

Nachgefragt: warum so offen Herr Hörmeyer?

Herr Hörmeyer, Sie haben mit Ihrer Pressemeldung am bisher heißesten Tag des Jahres einmal rundum aufgezeigt wie auch Ihr Unternehmen mit der Hitze klarkommen muss. Zugeschaltete Reservebrunnen, ein volles Moskau-Freibad und Bus-Klimaanlagen sind ja Themen, bei denen die Stadtwerke bei den Osnabrückern auch schnell in die Kritik geraten können. Warum kommunizieren Sie diese hitzebedingten Herausforderungen so offen und „sitzen“ die heissen Tage nicht einfach aus?

Marco Hörmeyer, Pressesprecher der Stadtwerke Osnabrück
Marco Hörmeyer, Pressesprecher der Stadtwerke Osnabrück

Hörmeyer: Aussitzen“ ist nicht unser Anspruch in der Kundenkommunikation. Ein solcher Versuch wäre beim Thema „Hitzeauswirkungen“ auch erfolglos, da die heißen Temperaturen und die Suche nach Abkühlung ja nun mal DAS Gesprächsthema sind in diesen Tagen. Und da die Osnabrücker tagtäglich direkten Kontakt mit uns und unseren Service- und Dienstleistungen haben, sind die Hitzeauswirkungen ja auch sofort spürbar und werfen Fragen auf. Diesen Fragen wollen wir proaktiv begegnen: Wie schaffen es die Stadtwerke, auch bei sehr hohen Verbräuchen trotzdem eine zuverlässige Wasserversorgung garantieren zu können? Wie viele Gäste sind an solchen Tagen im Moskaubad (gestern waren es übrigens fast 7.000!)? Aber auch: Warum ist es im Bus nicht angenehm heruntergekühlt? Unsere Erfahrung ist, dass Transparenz dann Vertrauen und Verständnis schafft.

Die Bahn hat ja gestern gleich mehrere Züge in Osnabrück gestoppt, weil die Temperaturen in den Waggons nicht mehr zumutbar waren. Kann sowas auch mit einem Bus der Stadtwerke passieren, oder erfolgt so ein Austausch bei einer defekten Klimaanlage immer auf dem Betriebshof?

Hörmeyer: Unsere Fahrgäste halten sich im Mittel ja nur gut 10 bis 15 Minuten im Bus auf, um von A nach B zu kommen – anders als im Zug. Im Stadtgebiet haben wir zudem sozusagen „schnellere Zugriffszeiten“, um reagieren zu können. Sollte eine Klimaanlage aufgrund von Überbelastung ausfallen, dann werden wir den Bus schnellstmöglich austauschen und durch einen Bus mit funktionierender Klimaanlage ersetzen. Die defekte Anlage können wir dann in Ruhe in unserer eigenen Buswerkstatt reparieren.

Sie haben sich in Ihrer Pressemeldung ja vor allem an Ihre Kunden gewendet – wie aber kommen Ihre Mitarbeiter, vor allem die Busfahrer, mit dem Wetter klar?

Hörmeyer: Wir achten verstärkt darauf, dass unsere Fahrer ausreichend trinken und stellen z.B. in den Pausenräumen Wasser zur Verfügung. Da haben wir eine Fürsorgepflicht unseren Fahrern gegenüber. Sollte sich ein Fahrer unwohl fühlen, kann er über Funk in der Leitstelle Bescheid geben und wird umgehend abgelöst.

Zum Abschluss noch das Thema Wasser. Ein Leser hat uns ein Foto aus einem Osnabrücker Supermarkt geschickt, in dem Wasser in Flaschen ausverkauft war. Sie empfehlen vermutlich das gute Osnabrücker Leitungswasser als immer verfügbare Alternative?

Wasserspender Stadtwerke Osnabrück
Eine echte Alternative zu Wasser aus Flaschen!

Hörmeyer: Natürlich! Trinkwasser ist unser Lebensmittel Nummer 1, jederzeit und praktisch überall in bester Qualität verfügbar und zudem kostengünstig. Bereits seit einigen Jahren sorgen wir als Partner der übergreifenden Initiative „Trink!Wasser“ dafür, dass immer mehr Schulen Trinkwasserspender bekommen, an denen sich Osnabrücker Schüler ihr Wasser kostenlos zapfen können. Ich bin sehr gespannt, wie stark die Trinkwasserspender bei diesen Temperaturen genutzt werden!

Vielen Dank für das Interview Herr Hörmeyer, wir sehen Sie bestimmt im Moskau bei diesem Sommerwetter!

 

Das Interview führte Heiko Pohlmann.

 

Moskau Schwimmbad Osnabrück
Die Stadtwerke erwarten einen neuen Besucherrekord im Moskau.



Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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