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Die Anforderungen an den neuen Osnabrücker Oberbürgermeister – Wird es wieder „Spaßkandidaten“ geben?

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Wer wird der neue Oberbürgermeister oder die neue Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück? Neben den Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien aus dem Stadtrat sind bei vergangenen Wahlen oft auch Spaßbewerber an den Start gegangen. Doch was sind eigentlich die Voraussetzungen an den oder die neue OB im Rathaus?

Was haben Katharina Pötter (CDU), Frank Henning (SPD), Annette Niermann (Grüne) und Thomas Thiele (FDP) gemeinsam? Sie alle sind die aussichtsreichsten und bisher einzigen Kandidatinnen und Kandidaten auf den Posten des Osnabrücker Oberbürgermeisters und damit auf die Nachfolge vom derzeitigen Rathauschef Wolfgang Griesert (CDU) und namhaften Vorgängern wie Boris Pistorius (SPD) oder Hans-Jürgen Fip (SPD).

Ein Blick in die Geschichtsbücher

Der erste Osnabrücker Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück nach Ende des zweiten Weltkrieges war Dr. Johannes Petermann (SPD), der 1945 von den Briten in das Amt gesetzt wurde. Heinrich Herlitzius (CDU) wurde ein Jahr später der erste gewählte Oberbürgermeister. Bis 1996 waren er und seine Nachfolger ehrenamtlich tätig und bildeten gemeinsam mit dem für die Stadtverwaltung verantwortlichen Oberstadtdirektor eine Doppelspitze. Erst kurz vor der Jahrtausendwende wurde die niedersächsische kommunale Verfassung geändert, womit der Oberbürgermeister auch die Aufgaben des Oberstadtdirektors übernahm. Das Amt des Oberbürgermeisters beinhaltet seitdem die Leitung der Stadtverwaltung, die Beschlussvorbereitung für die politischen Gremien und die gesetzliche Vertretung der Stadt. Seit dem Jahr 1997 wird der Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück zudem direkt gewählt, Hans-Jürgen Fip wurde im gleichen Jahr in seinem Amt per Direktwahl bestätigt. Seine Vorgängerin Ursula Flick (CDU) ist bisher die einzige Frau im Amt des Oberbürgermeisters. Mit Katharina Pötter und Annette Niermann stehen in diesem Jahr gleich zwei aussichtsreiche weibliche Kandidaten zur Wahl.

Erst ein OB nach 1945 nicht von CDU oder SPD

Der einzige Osnabrücker Oberbürgermeister in der Nachkriegszeit, der nicht von den beiden großen Parteien CDU und SPD gestellt wurde, war Heinrich Buddenberg zwischen den Jahren 1952 und 1956. Seine rechtsgerichtete DP (Deutsche Partei) wird den jüngeren Wählern insbesondere in ihrer damaligen Form kaum bekannt sein. 1980 löste sich die Partei als eine solche auf, existierte jedoch weiter als Verein und kehrte 1993 unter gleichem Namen als rechtskonservative bis rechtspopulistische Kleinpartei in die Politik zurück.

Noch weniger Erinnerungen dürfte der Name des allerersten Osnabrücker Bürgermeisters hervorrufen: Ertwin Ertmann. Kein Wunder, kann seine Amtszeit ins 15. Jahrhundert, genauer gesagt zwischen die Jahre 1477 bis 1504 zurückdatiert werden. Mehr als 500 Jahre später ist Wolfgang Griesert im Amt, seine erste achtjährige Amtszeit läuft in diesem Jahr aus. Einer Wiederwahl hat der CDU-Mann einen Riegel vorgeschoben. Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin läuft seitdem.

Wird es wieder Spaßkandidaten geben?

Macht’s die parteiinterne Nachfolgerin und derzeitige Stadträtin Katharina Pötter oder doch der SPD-Landtagsabgeordnete Frank Henning? Mit Annette Niermann und Thomas Thiele stehen außerdem zwei Kandidaten von Parteien zur Wahl, die noch nie das Chefamt im Rathaus inne hatten. Eine Chance auf frischen Wind?

Oder mischt sich noch etwas Osnabrücker Prominenz ins Wahlrennen? Bei der Wahl 2013 hatte der Kabarettist Kalla Wefel für Furore gesorgt und mit einem minimalistischen 0-Cent-Wahlkampf mehr Stimmen erreicht als der damalige FDP-Kandidat Robert Seidler. In diesem Jahr dürfte Wefel nicht erneut antreten, da er die Altersgrenze von 67 Jahren zu Amtseintritt überschreitet. Unter der Altersgrenze liegt hingegen Musiker Christian Steiffen, der bei der vergangenen Wahl ebenfalls kandidiert hatte.

Weiterhin müssen die neuen Kandidaten nach § 49 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 wählbar sowie nach § 49 Abs. 2 nicht von der Wählbarkeit ausgeschlossen sein und Gewähr dafür bieten, jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland einzutreten. Ein Wohnsitz in der Stadt Osnabrück ist hingegen nicht notwendig. Die Altersgrenze nach unten liegt bei 23 Jahren. Eine Chance für einen familieninternen Nachfolger in Person von Bachelor Niko Griesert? Bisher sind weder er, noch Christian Steiffen, noch andere Spaßkandidaten bekannt. Doch was nicht ist, kann ja – zumindest im Rahmen der genannten Voraussetzungen – noch werden.

Titelbild: Historischer Marktplatz Osnabrück mit Rathaus



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