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Wohnmobil-Plätze für Osnabrück sollen kommen – drei Jahre nach dem ersten Beschluss

Vor mehr als drei Jahren beschloss der Stadtrat, dass Osnabrück zusätzliche Stellplätze für Wohnmobile braucht – passiert ist seitdem: nichts. Der Auftrag versandete zwischen Verwaltung, Parkstätten-Gesellschaft OPG und dem Tourismusverband TOL.

Jetzt aber wird das Vorhaben neu angeschoben – mit seltener Einigkeit im Rat und gleich doppelt so vielen Plätzen wie ursprünglich geplant.

Dass es mit dem Campingplatz Niedersachsenhof auf dem Schinkelberg auch einen privatwirtschaftlichen Anbieter gibt, für den sogar mit Hinweisschildern im Stadtbild ‚geworben‘ wird, war den Kommunalpolitikern in der Ratssitzung am Dienstagabend allerdings keine Erwähnung wert – vielleicht war es ihnen auch nicht bekannt?

Alte Idee, neue Dynamik – und ein Hauch Selbstironie

Es war die FDP/UWG-Gruppe, die das Thema jetzt wieder aufgriff – mit einem Antrag, der ursprünglich nur einen neuen Stellplatz forderte. Doch schnell wurde daraus mehr: SPD und Grüne legten einen Änderungsantrag vor, der zwei neue Anlagen bis spätestens 2026 vorsieht. „Wenn ihr kopiert, dann auch richtig“, sagte SPD-Ratsherr Robert Alferink mit einem Schmunzeln in Richtung FDP – und bekam dafür im Rat viele Lacher.

Stillstand in Osnabrück trotz bommender mobiler Reisebranche

Ratsherr Guido Altvogt (FDP) brachte es auf den Punkt: Osnabrück bietet bislang nur zwölf offizielle Stellplätze – sieben an der Schlosswallhalle, fünf am Nettebad (Anmerkung der Redaktion: und Dutzende auf dem Campingplatz auf dem Schinkelberg).
„Für eine Stadt dieser Größe ist das viel zu wenig“, so Altvogt. Die Nachfrage aber wächst: Die Zahl der zugelassenen Wohnmobile in Deutschland hat sich seit 2017 verdoppelt, allein im April wurde bundesweit die Marke von einer Million geknackt. „Ein Wachstumsmarkt, den Osnabrück bislang verschläft“, so sein Fazit.

Der Liberale erinnerte daran, dass bereits 2021 konkrete Standortvorschläge gemacht wurden – etwa an der Gartlage oder an der Iburger Straße. Doch umgesetzt wurde davon nichts. Jetzt soll es besser laufen. Wichtig sei vor allem, dass die neuen Plätze zeitgemäß ausgestattet werden: mit Strom, Abfallentsorgung und guter Anbindung.

CDU: Der Ball lag bei OPG und TOL – und keiner hat ihn aufgenommen

Günter Sandfort (CDU) zeigte sich dankbar, dass die FDP den Antrag gestellt hat – obwohl die Grundidee bereits vor Jahren aus seiner Fraktion gekommen sein soll. Auch er blickte zurück: „Die Verwaltung hat ihre Prüfaufträge damals abgeschlossen und alles an die OPG und die TOL übergeben. Doch dort passierte: nichts.“

Sandfort sieht in Wohnmobiltouristen eine wichtige Zielgruppe für Osnabrück – Menschen, die Geld in der Stadt lassen, Kulturangebote nutzen und das Image stärken. „Gute Stellplätze sprechen sich in der Szene herum“, betonte er und zitierte zum Abschluss augenzwinkernd Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Ein Antrag, drei Fraktionen, ein Ziel: Wohnmobilisten an die Hase locken

SPD-Ratsherr Robert Alferink erinnerte daran, dass nach seiner Kenntnis der ursprüngliche Antrag bereits 2022 vom rot-grünen Lager gekommen sein soll. Durch einen Hinweis von CDU-Fraktionschef Marius Keite sei die Idee nun über Umwege wieder im Rat gelandet – dieses Mal in Papierform von der FDP/UWG.
SPD und Grüne legten mit einem Änderungsantrag noch einen drauf, und forderten gleich zwei neue Wohnmobilplätze. Das sei gelebte Ratsarbeit, so Alferink, und vor allem ein Zeichen: „Zwei neue Plätze sind besser als einer – und dieses Mal ziehen alle mit.“

Am Ende gab es keine Gegenstimmen – der Beschluss für gleich zwei neue Stellplatz-Standorte ging einstimmig durch. Nur über die möglichen Kosten wurde nicht gesprochen.

Diese Standorte stehen zur Diskussion:
Zur Auswahl stehen unter anderem die Halle Gartlage, der P+R-Platz an der Iburger Straße, das Gelände des Industriemuseums am Fürstenauer Weg oder auch der Bereich am Heger Friedhof. Die Verwaltung wurde beauftragt, geeignete Flächen zu prüfen und zügig in die Umsetzung zu kommen.


 
Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2014, basierend auf dem unter dem Titel "I-love-OS" seit 2011 erschienenen Tumbler-Blog. Die Ursprungsidee reicht auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11
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