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Vielleicht schon im Oktober am neuen Standort: Leysieffer zieht um

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Es war die Nachricht am Donnerstag, sicher nicht nur in der Osnabrücker Altstadt, wo auch unsere Redaktion ihren Standort hat. Das Traditionsunternehmen Leysieffer verlässt das Stammhaus in der Krahnstraße und zieht ein paar hundert Meter weiter ins Herz der Hasestadt. Die Hausnummer wechselt von der 41 auf die prestigeträchtige Nummer 1, aber auch sonst wird sich viel ändern.

Unsere Redaktion hat nachgefragt, wie es konkret weitergeht und vor allem, wann denn die Eröffnung am neuen Standort geplant ist.

Die wohl größte offene Frage: Wann gibt es wieder Himmlische, Café Crema und die bekannten Tortenkreationen, zu denen inzwischen ja auch eine Himmlische-Torte gehört?

Was die Versorgung mit Himmlischen oder auch Leysieffer-Kaffee für die eigene Kaffeemaschine angeht, kann Anna Winkler, Marketingleiterin des 1909 gegründeten Unternehmens alle Osnabrückerinnen und Osnabrücker beruhigen: „Viele unserer Produkte erhalten sie auch online, bequem nach Hause geliefert“. Das beliebte Eis („Eistraum“) mit der roten Grütze wird vom Umzug nicht betroffen sein, der Eisverkauf wird an der bekannten Adresse fortgeführt“.

Im Herbst öffnet Leysieffer am neuen Standort

Im Haus „Tenge“, in dem bis 2018 das Sternerestaurant „La Vie“ für genussvolle Momente sorgte, wird nun mit Hochdruck daran gearbeitet dem Café und der Konditorei Leysieffer eine neue Heimat zu geben. Mit einem konkreten Datum tut sich Marketingchefin Winkler noch schwer, gibt aber auf Nachfrage das Ziel bekannt: „Wir planen mit einer Eröffnung im Oktober“, so Anna Winkler. Auf jeden Fall soll zum Weihnachtsmarkt ein neues Highlight am Übergang von der Bierstraße zur Krahnstraße stehen, ganz neu dann auch mit einer „Weihnachtsbäckerei“.

Das neue Leysieffer Stammhaus wird zum „Haus der Genusskultur“

In einer Information an die Mitarbeiter, die unserer Redaktion vorliegt und mit der die Angestellten in dieser Woche über die Pläne informiert wurden, ist vom „Haus der Genusskultur“ die Rede. Selbstbewusst wird die neue Adresse auch als „das neue Stammhaus“ bezeichnet.

Für das Unternehmen und die Mitarbeiter ist dies ein sichtbarer Neustart nach einer sehr schweren Zeit, die 2019 mit einem Insolvenzverfahren begann und schließlich zum Verkauf an den Investor Deel & Winkler führte.

Vor dem Umzug müssen nach die Lager geräumt werden, aktuell sind alle Confiserie-Produkte um 50% reduziert erhältlich! Ab Montag, wenn der reguläre Betrieb endet, soll es einen Räumungsverkauf geben.

 

Kommentar des Redakteurs

Es ist ein gutes Zeichen für die Osnabrücker und die Leysieffer-Mitarbeiter, dass der neue Eigentümer nicht allein auf die starke Marke und den Onlinevertrieb setzt, sondern auch an den Standort Osnabrück glaubt.
Was tatsächlich der Hintergrund für den Umzug ist, darüber darf spekuliert werden, aber vermutlich spielen auch unterschiedliche Ansichten über die Miethöhe an Osnabrücks 1a Standort der Krahnstraße eine Rolle.
Der Umzug an den neuen Stadort ist ein gutes Signal für die Krahnstraße und die Altstadt, zeigt es doch, dass gerade dieser Teil der Fußgängerzone noch viel Potential hat. Und mit dem Umzug von Leysieffer in die Altstadt verschiebt sich der Teil der Innenstadt, der besonders attraktiv ist, weiter in die historische Altstadt, die vielfach schon als Sorgenkind betrachtet wurde.

Kriterium für den Einzelhandel: Abstand zum Neumarkt

Sorgen sollten sich die Verantwortlichen jetzt um den prekären Teil der Osnabrücker Innenstadt machen. je mehr die hochwertigen und ganz besonderen Geschäfte sich fort vom Neumarkt und der ewigen Problemzone Johannisstraße bewegen – und seien es auch nur ein paar hundert Meter –, desto mehr droht am anderen Ende der Fußgängerzone eine Detroitisierung der Innenstadt.
Bereits jetzt ballen sich ab dem Jürgensort fast nur noch Ketten, die so exakt auch in jeder anderen Großstadt zu finden sind. Das war vielleicht schon immer so, aber es sind genau die globalen Unternehmen, von H&M über C&A und Esprit bis Zara, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und inzwischen auch stark online vertreten sind. Deren CEOs erklären bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf dem Sprung zu sein und lokale Ladengeschäfte nur noch als Auslaufmodell zu betrachten. Was dann Große Straße? Hat das eigentlich irgendjemand in Politik und Verwaltung auf dem Schirm, dass diese Unternehmen bei der nächsten anstehenden Verlängerung des Pachtvertrags oder wenn es die Anteilseigner so wollen, weiten Teilen der Innenstadt ganz schnell den Stecker ziehen können?
Hoffentlich können die geplanten Johannishöfe und der Trend zu mehr Wohnen in der Innenstadt bald für neue Impulse sorgen. Denn es geht ja noch schlimmer. Auf der inzwischen als „gekippt“ zu betrachtenden Seite des Neumarkts sorgen Ramschläden, Dönerimbisse und obskure Goldhändler für ein sehr seltsames Umfeld und zeigen, was weiten Teilen der Großen Straße droht, wenn nicht bald massiv gegengesteuert wird.

Wichtig ist jetzt: Keine Experimente

Wenn die Osnabrücker Grünen bereits von einer Mehrheit im Stadtrat und womöglich auch von einer grünen Oberbürgmeisterin Annette Niermann träumen mögen, sie sollten mit ihren Verbots- und Bevormundungsfantasien hinsichtlich des Individualverkehrs sehr vorsichtig sein.
Ein Unternehmen wie Leysieffer investiert nicht einen hohen Millionenbetrag in der Altstadt um schöne Fotos von der Fassade machen zu können und einer Minderheit von ein paar ökobewegten Lastenradfahrern eine himmlische Müsli-Hausmischung anzubieten.
Der neue Standort muss sich rechnen, und das geht nur, wenn die Osnabrücker Innenstadt erreichbar bleibt! Für Radfahrer und Buspassagiere genauso wie Besucher, die Osnabrück nur mit dem Auto erreichen können, denn so toll sind die ÖPNV-Verbindungen aus Kattenvenne & Co. nämlich nicht, aber auch da kommt die Kundschaft her die Unternehmer brauchen um sich außerhalb des Internets weiterhin ein Geschäft leisten zu können.



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Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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