Nach langem hin und her werden die so genannten Berliner Kissen am Westerberg aktuell wieder demontiert. Sie waren für die Anwohner zu laut und für die Krankenwagen schwer zu überfahren. Ursprünglich sollte die Herstellerfirma zumindest einen Teil der rund 10.000 Euro für die Entfernung übernehmen. Nach Prüfung durch das Rechtsamt stehen die Chancen darauf aber schlecht – es sieht so aus, als würde die Stadt Osnabrück auf den Kosten sitzen bleiben, so Stadtkämmerer Thomas Fillep beim Vor-Ort-Termin.

Die Kissen am Westerberg bestehen im Gegensatz zu den anderen Modellen, die wenige Monate vorher im weiteren Straßenverlauf, am Lieneschweg verlegt wurden, aus einem härteren Gummi. Damit entsprechen sie aber nach Angaben der Verwaltung trotzdem noch der ursprünglichen Ausschreibung. „Die Ausschreibung passte auf beide Modelle. Der Hersteller sagte uns, sie seien absolut gleichwertig“, hieß es von Seiten der Stadtverwaltung, die sich offenbar ohne Schuld sieht. Dass das so nicht richtig ist, haben vor allem die Autofahrer und Anwohner schnell gemerkt.
Das Überfahren der Berliner Kissen macht Lärm und schüttelt die Fahrer ordentlich durch. Besonders für Krankenwagen, die zum Teil instabile Patienten transportieren und behandeln, war das kein Zustand.

Berliner Kissen

Stadt bleibt auf den Kosten sitzen

In der Gluckstraße wurde deswegen gestern mit der Demontage begonnen. Diese wird insgesamt rund 10.000 Euro kosten.


Einen Anspruch auf die Übernahme der Kosten hat die Stadt nach Prüfung durch das Rechtsamt wahrscheinlich nicht. Nach der Entfernung sollen die „falschen“ Berliner Kissen zunächst eingelagert werden.

BohrschrauberKein neuer Einsatz in Wohngebieten geplant

„Es ist durchaus möglich, dass wir sie dann an andere Stelle verwenden“, erklärte Thomas Fillep, Finanzvorstand der Stadt, der zu Beginn des Jahres die Aufgabe von Stadtbaurat Frank Otte übernahm. In Zukunft sollen die falschen Berliner Kissen aber nicht in Wohngebieten aufgebaut werden.
Wie lange der Abbau, der wegen der Verklebung mit der Fahrbahn sehr aufwendig ist, dauern wird, ist noch nicht klar.

Am Mittwoch hatte der NDR in seiner Satiresendung extra3 über den „Irrsinn“ mit den Berliner Kissen berichtet.