Kahlschlag im Osnabrücker Einzelhandel – es droht ein weiterer großer Leerstand am Osnabrücker Neumarkt: Spätestens Ende Januar gehen in der Sportarena die Lichter aus.

Während am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss über die Zukunft des Neumarkts diskutiert wurde (HASEPOST berichtete), gab es auch vereinzelte Wortmeldungen zum Thema Shoppingcenter und wann es denn kommen würde. Schließlich soll die neue Platzgestaltung „mit Aufenthaltsqualität“ ein wichtiger Teil eines Gesamtkonzepts sein, an dessen südlicher Flanke nach ursprünglicher Planung bereits seit 2015 ein Shoppingcenter stehen sollte, für das in der Realität aber immer noch auf einen ersten Spatenstich gewartet wird.

Kaufhof-Zentrale bestätigt Aus für Sportarena

Während also die politisch Verantwortlichen mit den Vertretern der Verwaltung um die Zukunft des Neumarkts stritten, erreichte unsere Redaktion am Donnerstagabend aus der Zentrale der Galeria Kaufhof GmbH in Köln eine schriftliche Bestätigung für ein bereits in der Osnabrücker Einzelhandelsszene kursierendes Gerücht: die Sportarena macht dicht!

Ende Januar ist die Sportarena Geschichte

Ein Sprecher der Kaufhof GmbH, zu der auch die Sportarena-Geschäfte gehören erklärte, dass die Sportarena GmbH unternehmensintern bereits am 1. August 2016 vollständig in die Vertriebslinie „Saks OFF 5TH“ des Mutterkonzerns HBC Europe übergegangen sei. Als Unternehmen wird die Sportarena GmbH ihre Geschäftstätigkeit Ende Januar 2018 einstellen.
„Für den Standort Osnabrück wurde nach eingehender Prüfung entschieden, dass es hier über den Januar 2018 hinaus keine Möglichkeit für einen Weiterbetrieb gibt.“, so der Kaufhof-Sprecher im Wortlaut.

Mitarbeiter sollen andere Arbeitsplätze bekommen

Das Unternehmen Kaufhof wurde im September 2015 an die kanadische Hudson’s Bay Company (HBC) verkauft. Entsprechend der von HBC zugesagten Sozialcharta seien betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, so der Unternehmenssprecher gegenüber unserer Redaktion. Für insgesamt 12 Mitarbeiter der Sportarena Osnabrück wird „eine einvernehmliche Lösung“ angestrebt. Sie sollen das Angebot erhalten, in eine Galeria-Kaufhof- oder Saks OFF 5TH-Filiale zu wechseln und dort ein neues berufliches Zuhause zu bekommen.

Zukunft für andere Sportarena-Häuser: Discount-Mode

Einige der ehemaligen Sportarena-Standorte werden in „Saks OFF 5TH“-Filialen umgewandelt. Dazu zählen Frankfurt, Wiesbaden, Stuttgart, Heidelberg, Freiburg und Bonn. Saks OFF 5TH wird vom Mutterkonzern HBC als „Premium-Off-Price Format“ bezeichnet. Brancheninsider betrachten das Geschäftskonzept als Kopie des weltweit erfolgreichen und in Osnabrück bereits am Kamp vertretenen TK Maxx Konzepts, einer Mischform aus Designer-Outlet und Günstig-Kaufhaus.
Der Name erinnert an das Luxus-Kaufhaus „Saks Fifth Avenue“, das ebenfalls in Besitz des neuen Kaufhof-Eigners HBC ist.

Was nun Dr. Bergmann?

Unsere Redaktion hat auch den Eigentümer der Sportarena-Immobilie, Dr. Theodor Bergmann um eine Stellungnahme gebeten. Der Hamburger Immobilienkaufmann ist Eigentümer des Kaufhaus-Gebäudes gegenüber der Galeria Kaufhof.
Seine Familie betrieb einst selbst unter den Namen „“Thomas“ in dem Gebäude ein eigenes Textilkaufhaus. Später baute Dr. Bergmann das Familienunternehmen zu einer festen Größe im Osnabrücker Immobiliengeschäft aus.
Bergmann war lange Zeit Vermieter für das Textilkaufhaus Wöhrl in Osnabrück. Mit einem Neubau („Baulos 2“), direkt vor dem früher ebenfalls in seinem Portfolio enthaltenen H&M Gebäude, machte er zuletzt Schlagzeilen, weil er – ohne dass ihm bislang das notwendige Grundstück dafür gehört – einen Teil des Neumarkts erneut untertunneln will, um dort „Funktionsbereiche“ für seinen Neubau unterzubringen.

Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine Rückmeldung von Dr. Bergmann.

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