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Wie das Musical „1648“ Osnabrücker Stadtgeschichte ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt

Mit dem Musical „1648“ ist es Komponist Florian Albers und Autor sowie Regisseur Michael Przewodnik gelungen, ein geschichtsträchtiges Kapitel auf mitreißende Weise auf die Bühne zu bringen. In seiner weiterentwickelten Fassung feierte das Stück jetzt Premiere und insgesamt drei Vorstellungen im Haus der Jugend Osnabrück – und beweist eindrucksvoll, dass Historie alles andere als trocken sein muss.

Westfälischer Frieden auf der Musicalbühne

Thematisch kreist „1648“ um den Westfälischen Frieden, jenen historischen Wendepunkt, der nicht nur Osnabrück tief geprägt hat, sondern Europa eine neue Ordnung brachte. Michael Przewodnik führt dabei mit sicherem Gespür für Dramaturgie und Emotionalität durch ein komplexes Geflecht aus Machtspielen, politischen Intrigen und persönlichen Schicksalen. Unterstützt wird er von einer stimmigen Choreografie von Henriette Schreiner, die auch darstellerisch glänzt – in der Doppelrolle als Anna Sture und Schwedens Königin Christina.

Lukas Witzel als Rabanus Heistermann. / Foto: Dominik Lapp
Lukas Witzel als Rabanus Heistermann. / Foto: Dominik Lapp

Darstellerisch ist das Ensemble ohnehin ein Gewinn: Myriam Akhoundov fesselt als Marie von Sternberg mit starker Bühnenpräsenz und gesanglicher Vielfalt. Benedikt Peters als Johan Oxenstierna überzeugt mit warmer Stimme und einem stimmigen Zusammenspiel mit Akhoundov. Lukas Witzel fasziniert als Rabanus Heistermann – sein Solo „Ein stiller Held“ gehört zu den Gänsehautmomenten des Abends. Nuno Dehmel, Absolvent des Osnabrücker Instituts für Musik, gibt dem Antagonisten Johann Krahne eine bedrohliche Präsenz, während Komponist Florian Albers selbst in mehreren Nebenrollen seine Wandelbarkeit unter Beweis stellt.

Potenzial zu einem weiteren kulturellen Highlight Osnabrücks

Das Bühnenbild – neu konzipiert – beeindruckt mit einer stilisierten Osnabrück-Silhouette und einer multifunktionalen Steinmauer samt Eichentür, die im Handumdrehen beispielsweise Friedenssaal oder Johanniskirche darstellt. Die historischen Kostüme, größtenteils eine Leihgabe des Theaters Osnabrück, wurden mit frischen Akzenten versehen und tragen viel zur historischen Atmosphäre bei.

Musikalisch schöpft Albers‘ Komposition aus einem breiten emotionalen Spektrum und bietet zahlreiche Ohrwürmer. So ist das Musical „1648“ nicht nur ein musikalisch wie szenisch gelungenes Bühnenwerk, sondern auch ein leidenschaftliches Plädoyer für den Frieden. Es ist emotional, bildgewaltig und lehrreich – und hat das Potenzial, sich dauerhaft als weiteres kulturelles Highlight im Osnabrücker Veranstaltungskalender zu etablieren.

Henriette Schreiner als Anna Sture. / Foto: Dominik Lapp
Henriette Schreiner als Anna Sture. / Foto: Dominik Lapp

 
Dominik Lapp
Dominik Lapp
Dominik Lapp ist seit 2023 Redaktionsleiter der HASEPOST. Der ausgebildete Journalist und Verlagskaufmann mit Zusatzqualifikation als Medienberater, Social-Media- und Eventmanager war zuvor unter anderem als freier Reporter für die Osnabrücker Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt sowie als Redakteur beim Stadtmagazin The New Insider und als freier Autor für verschiedene Kultur-Fachmagazine tätig. Seine größte Leidenschaft gilt dem Theater, insbesondere dem Musical und der Oper, worüber er auch regelmäßig auf kulturfeder.de berichtet.
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