Wer in der vergangenen Nacht aufmerksam in den Himmel blickte, wurde mit einem Anblick belohnt, der sonst eher mit Skandinavien als mit Niedersachsen verbunden wird. Über Osnabrück und der gesamten Region waren in der Nacht deutlich sichtbare Polarlichter zu beobachten.
Unter anderem aus Wallenhorst, Bramsche, Georgsmarienhütte, Belm und Melle erreichten die Redaktion zahlreiche Fotos und Berichte von Leserinnen und Lesern, die das farbige Leuchten am Himmel festhielten.
Nach dem farbigen Himmelsspektakel der vergangenen Nacht ist vor dem nächsten Spektakel! An diesem Morgen hoffen viele in Osnabrück und der Region auf eine zweite Runde und die Aussichten sind gut: Die Sonnenaktivität ist weiterhin erhöht, und die starken Sonnenwinde sind nach aktuellen Einschätzungen noch nicht abgeklungen.
Warum die Polarlichter bis nach Osnabrück vordringen
Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen aus dem Sonnenwind entlang des Erdmagnetfelds in hohe Atmosphärenschichten gelenkt werden. Dort treffen sie auf Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle, die durch die Energiezufuhr zu leuchten beginnen. Je nach Höhe und beteiligten Gasen können dabei Grün-, Rot- oder Violetttöne sichtbar werden. Dass dieses Leuchten weit nach Süden reicht, ist meist nur bei kräftigen geomagnetischen Stürmen der Fall.
Ausblick: Heute Nacht könnte es erneut leuchten
Wer gestern die Chance verpasst hat, sollte auch in der kommenden Nacht wieder einen Blick nach oben einplanen. Raumwetter-Dienste rechnen weiterhin mit erhöhter geomagnetischer Aktivität, sodass Nordlichter in Deutschland zumindest zeitweise möglich bleiben. Ob und wie deutlich sie zu sehen sind, hängt vor Ort vor allem von Wolken, Lichtverschmutzung und dem Zeitpunkt der stärksten Aktivität ab.
Wo in der Region die Chancen am besten sind
Im Osnabrücker Land lohnt sich ein möglichst dunkler Standort mit freiem Blick Richtung Norden. Geeignete Punkte finden sich oft am Ortsrand oder auf freier Fläche – etwa bei Wallenhorst, Belm oder zwischen Bramsche und den nördlichen Höhenzügen. Auch aus Richtung Georgsmarienhütte und Melle kann sich der Blick lohnen, wenn man dem Stadtlicht ausweicht.
Mit dem Smartphone erwischst du das Schauspiel am zuverlässigsten
Mit bloßem Auge wirkt das Polarlicht manchmal nur wie ein heller Schleier. Smartphone-Kameras im Nachtmodus machen die Farben häufig deutlich sichtbarer. Tipp: Handy stabil ablegen oder Stativ nutzen, mehrere Aufnahmen machen und den Himmel regelmäßig prüfen – das Leuchten kann innerhalb weniger Minuten stärker oder schwächer werden.
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