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Zentralrat der Juden äußert Kritik an neuer Aussage von Aiwanger

ZdJ für Versammlungsauflösung bei antisemitischen Parolen
ZdJ für Versammlungsauflösung bei antisemitischen Parolen

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, äußert Kritik an Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wegen dessen Umgang mit Vorwürfen um ein antisemitisches Flugblatt aus seiner Schulzeit.

Aiwangers Stellungnahme zu Vorwürfen

Hubert Aiwanger, Bayerns Wirtschaftsminister und Chef der Freien Wähler, hat zu den Vorwürfen Stellung genommen, die aus seiner Jugendzeit stammen. „Seit dem Erwachsenenalter, die letzten Jahrzehnte: Kein Antisemit, kein Extremist, sondern ein Menschenfreund“, sagte Aiwanger dem TV-Sender „Welt“. Weitere Äußerungen des Politikers bezogen sich darauf, dass als Jugendlicher gemachte Fehler so oder so interpretiert werden können. Aiwanger betonte, weder Antisemit noch Extremist zu sein, sondern Demokrat und Menschenfreund.

Kritik seitens des Zentralrats der Juden

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, kritisiert Aiwangers Stellungnahme als unzureichend. „Hubert Aiwanger lässt auch Tage nach dem Bekanntwerden des antisemitischen Flugblattes aus seiner Schulzeit Einsicht und die Bereitschaft zur ehrlichen Auseinandersetzung vermissen“, sagte Schuster der „Bild“ (Donnerstagausgabe). Der Zentralratspräsident verwies außerdem darauf, dass eine schnelle Reaktion seitens Aiwangers erforderlich gewesen wäre und kritisierte nun dessen Umgang mit den Vorwürfen als trotzig.

Forderung nach Aufklärung

Schuster weiter: „Wenn er in seiner Jugend zum Umfeld eines Milieus gehörte, in dem diese Art von Rhetorik und Gesinnung üblich war, sollte ihm in seiner heutigen Position ein Wille zur Aufklärung besonders wichtig sein. Er ist es der Öffentlichkeit schuldig.“ Die Situation scheint Ausdruck der Notwendigkeit zu sein, argumentiert Schuster, dass öffentliche Persönlichkeiten sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und transparent agieren sollten.

AFP

Brinkhaus plant erneute Einmischung und startet Angriff auf Linnemann

Der ehemalige Unions-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus (CDU) plant eine aktivere Rolle und kritisiert die Strategie des designierten CDU-Generalsekretärs Carsten Linnemann, während er Grundsatzprogramme als weniger wichtig als konkrete Maßnahmen ansieht.

Brinkhaus kritisiert pessimistische Parteihaltung

Ralph Brinkhaus äußert Kritik an der derzeitigen Parteistrategie, insbesondere gegenüber dem designierten CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. „Die Leute wollen bei einer Partei mitmachen, die Optimismus ausstrahlt und nicht dauernd vom Abgrund redet“, sagte Brinkhaus der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Er betonte die Wichtigkeit von Optimismus und einer Zukunftsvision für eine erfolgreiche politische Partei.

Gegen Grundsatzprogramme, für Lösungsansätze

Brinkhaus hält den umfangreichen Grundsatzprogrammprozess der CDU für den falschen Weg. „Grundsatzprogramme sind wichtig, interessieren mich aber weniger, als das, was konkret zu tun ist. Wir sind zwei Jahre vor der Bundestagswahl und müssen jetzt die Lösungen aufzeigen.“ statuierte er. Es liegt auf der Hand, dass er ein stärkeres Augenmerk auf die Entwicklung konkreter Handlungspläne legen möchte, insbesondere im Hinblick auf Staatsmodernisierung, Wirtschaftspolitik, Gesundheits- und Pflegesystem, Bildungssektor und Migration.

Eine Rückkehr in aktive Politik

Nach seiner Absetzung als Fraktionschef durch die Parteivorsitzenden Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) hat Brinkhaus bewusst lange geschwiegen. Nun jedoch plant er eine aktive Rückkehr in die Politik: „Illoyal war die CDU lange genug“, sagte er. Er möchte „nun wieder Akzente setzen“ und seine politische Expertise und Führungsstärke in den Dienst der Partei und des Landes stellen.

AFP

Die aktuellen Lottozahlen vom Mittwoch, den 30. August 2023

Lottozahlen vom Mittwoch (29.03.2023)
Lottozahlen vom Mittwoch (29.03.2023)

Die Ziehung der Lottozahlen von „6 aus 49“ am Mittwochabend lieferte wieder einmal Kombinationen von Siebener- und Sechserblöcken, während der Deutsche Lotto- und Totoblock das Risiko und die Suchtgefahr von Glücksspielen betont.

Ziehung der Lottozahlen

In der Mittwochsausspielung von „6 aus 49“ des Deutschen Lotto- und Totoblocks wurden die Lottozahlen 23, 32, 42, 43, 46, 48 gezogen und die Superzahl ist die 1. Zusätzlich wurde der Gewinnzahlenblock im „Spiel77“ als 0591181 und im Spiel „Super 6“ als 873705 ermittelt. Diese Angaben sind jedoch ohne Gewähr.

Statistik und Suchtgefahr des Lottospielens

Der Deutsche Lotto- und Totoblock wies darauf hin, dass die Chance, sechs Richtige und die Superzahl zu tippen, bei etwa 1 zu 140 Millionen liegt. Es wurde außerdem davor gewarnt, dass Glücksspiel süchtig machen kann. Seit 1955 wird das populäre Zahlenlotto „6 aus 49“ in Deutschland gespielt. Interessanterweise war die am seltensten gezogene Zahl dabei die 13, während die am häufigsten gezogene Zahl die 49 war.

Der Deutsche Lotto- und Totoblock unterstreicht die Wichtigkeit, sich der Suchtgefahr von Glücksspielen bewusst zu sein und mahnt stets zur Vorsicht.

AFP

Ausschuss der EMA empfiehlt Zulassung von angepasstem Corona-Impfstoff

Impfung
Impfung / dts

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat eine Empfehlung zur Zulassung des angepassten Biontech-Corona-Impfstoffs gegen die Subvariante Omikron XBB.1.5 abgegeben.

Empfehlung zur Zulassung des angepassten Impfstoffs

Die Empfehlung des CHMP wurde am Mittwoch von der EMA bekannt gegeben. Der endgültige Beschluss zur Zulassung des Impfstoffs liegt jedoch bei der Europäischen Kommission. Der angepasste Impfstoff richtet sich gegen die Subvariante Omikron XBB.1.5, von der auch die Subvariante EG.5 („Eris“) abstammt. Letzterer verursacht derzeit eine steigende Zahl von Infektionen in Deutschland, wenn auch in einem verhaltenen Ausmaß. Bei seiner Entscheidung berücksichtigte der Ausschuss alle verfügbaren Daten zum Impfstoff, einschließlich Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit.

Zielgruppe und Stiko-Bewertung

Die Empfehlung des CHMP gilt für Erwachsene und Kinder ab sechs Monaten. Es wird erwartet, dass die Bewertung der Ständigen Impfkommission (Stiko) maßgeblichen Einfluss darauf hat, wer in Deutschland tatsächlich mit dem Impfstoff geimpft wird. Die Stiko berücksichtigt in ihrer Bewertung nicht nur die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe, sondern auch das Infektionsrisiko und den Grad der bestehenden Immunität der Bevölkerung. Nach Ansicht der Stiko dürfte eine Omikron-Infektion für die meisten Menschen in Deutschland weitgehend harmlos verlaufen.

Debatte um weitere Subvariante

In der Fachwelt wird derzeit verstärkt die Subvariante BA.2.86 diskutiert. Diese weist eine hohe Anzahl an Mutationen auf und könnte daher eine deutliche Immunflucht ermöglichen. In Deutschland wurde diese Subvariante bislang jedoch nicht beobachtet und eine Einstufung durch die Weltgesundheitsorganisation steht noch aus.

AFP

Dax sinkt – Enttäuschende Inflationsdaten beeinflussen den Aktienmarkt negativ

Dax lässt nach – Ölpreis steigt deutlich
Dax lässt nach – Ölpreis steigt deutlich

Der Dax hat am Mittwoch nach einer Phase des Rückgangs einen Teil der Verluste wieder wettgemacht, während Anleger aufgrund der nur leicht gesunkenen Inflationsrate enttäuscht waren. Auch gab es Bewegung auf dem Energiemarkt, mit steigenden Preisen für Gas und Öl.

Bewegungen im Dax

Der Dax schloss den Xetra-Handel mit 15.892 Punkten ab, was einem Minus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht. Nach einem Start knapp unter Vortagesniveau tendierte der Index bis zum Mittag schwächer, konnte aber am Nachmittag einen Teil der Verluste wieder abbauen.

Reaktion auf Inflationsdaten

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag die Inflationsrate im August bei 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nachdem sie im Juli noch 6,2 Prozent betragen hatte. Diese nur geringfügige Verringerung enttäuschte die Anleger, ebenso wie die konstante Kerninflation von 5,5 Prozent.

Entwicklungen unter den Aktien

Bis kurz vor Handelsschluss waren die Papiere von Siemens Energy und RWE am Ende der Kursliste in Frankfurt, beeinflusst durch Wertberichtigungen eines dänischen Konkurrenten in der Offshore-Windkraftbranche. Die Aktien von MTU verzeichneten hingegen die deutlichsten Zugewinne.

Energiepreise steigen

Auf dem Energiemarkt waren ebenfalls Bewegungen zu verzeichnen. Der Gaspreis stieg um zwei Prozent auf 36 Euro pro Megawattstunde (MWh) für eine Lieferung im September. Dies impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund sieben bis neun Cent pro Kilowattstunde (kWh), sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben. Auch der Ölpreis stieg: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Nachmittag 85,65 US-Dollar, 0,2 Prozent mehr als am vorherigen Handelstag.

Verstärkung des Euros

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Mittwoch stärker: Ein Euro kostete 1,0925 US-Dollar (+0,40 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9152 Euro zu haben.

AFP

Kritik an Verkehrspolitik: Verbände unzufrieden mit Ampelkoalition

FDP sieht Ende bei Streit um Autobahnausbau
FDP sieht Ende bei Streit um Autobahnausbau

Die Ampelkoalition erhält gemischte Bewertungen für ihre Halbzeitbilanz im Verkehrsbereich, laut Allianz pro Schiene, Allgemeiner Deutscher Fahrradclub (ADFC) und Auto Club Europa (ACE).

Bewertung nach Themenfeldern

Die Verbände kritisierten am Mittwoch die Halbzeitbilanz der Ampelkoalition im Verkehrsbereich. Während die Investitionen in die Schiene und die Bemühungen um ein attraktiveres ÖPNV-Angebot gelobt wurden, wurden die Radverkehrspolitik, der Abbau umweltschädlicher Subventionen und die Gesamtstrategie der Verkehrsträger Schiene, Straße und Radwege scharf kritisiert.

Auszeichnungen und Kritik in der Verkehrspolitik

Im Einzelnen wurde der Fortschritt beim Koalitionsziel, mehr Geld in die Schiene als in die Straße zu investieren, von den Verbänden als gut bewertet (Note 2). „Mit einem einfachen und preislich hochattraktiven Nahverkehrsticket für ganz Deutschland ist die Regierung sogar über das hinausgegangen, was im Koalitionsvertrag angekündigt wurde. Das gelte es ganz klar anzuerkennen“, sagte der Geschäftsführer von Allianz pro Schiene, Dirk Flege.

Allerdings sieht die Allianz pro Schiene noch großen Nachholbedarf bei dem Versprechen der Koalitionäre, das Schienennetz zu erweitern und Strecken zu reaktivieren. Die zugesagte Erhöhung der Investitionen in die Schiene ab 2024 werde zwar begrüßt, aber es gebe kaum Fortschritte bei der Elektrifizierung. Flege forderte, „Es müsste acht Mal so schnell gehen wie bisher, um bis 2030 tatsächlich 75 Prozent des Schienennetzes zu elektrifizieren.“

Gebrochene Versprechen beim Radverkehrsplan

Angela Kohls, Leiterin Verkehrspolitik beim Fahrradclub ADFC, kritisierte gebrochene Versprechen beim Radwegeausbau. „Wer die Mittel für den Radwegebau drastisch kürzt, kein Umsetzungskonzept für den Nationalen Radverkehrsplan vorlegt und im Verkehrsrecht weiter den flüssigen Kfz-Verkehr vor die Sicherheit der Menschen und eine nachhaltige Verkehrsplanung setzt – der meint es nicht ernst mit der Fahrradförderung“, äußerte sie.

Forderung nach stärkerer Vernetzung und Strategie

Zusammenfassend beklagten die Verbände, dass eine Gesamtstrategie für die Verkehrsträger Schiene, Straße und Radwege fehlten. Sie forderten die Bundesregierung dazu auf, „Schiene, Straße und Radwege viel stärker vernetzt zu denken und die Maßnahmen zu priorisieren, die den größten Beitrag zur Verkehrswende leisten können“, so Flege abschließend.

AFP

„Idalia“, starker Hurrikan, verursacht verheerende Schäden in Florida

Citigroup warnt vor Verschleppung der US-Schuldenkrise
Citigroup warnt vor Verschleppung der US-Schuldenkrise

Hurrikan „Idalia“ trifft auf die Küste von Florida und bringt potenziell lebensbedrohliche Bedingungen mit sich.

„Idalia“ trifft auf Floridas Küste

Hurrikan „Idalia“ machte am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) Landfall an der Küste des US-Bundesstaates Florida. Der Sturm, kategorisiert als Kategorie drei von fünf, ist anhaltenden Geschwindigkeiten von mindestens 63 km/h zu erwarten. Darüber hinaus prognostiziert das Nationale Hurrikanzentrum, dass „Idalia“ bis zu 23 Zentimeter Niederschläge pro Quadratmeter bringen könnte.

Evakuierungen und Warnungen

Des Weiteren warnt das Nationale Hurrikanzentrum vor Sturmfluten von bis zu rund fünf Metern, lebensbedrohlichen Winden und langanhaltenden Stromausfällen. Für Teile Floridas, einschließlich Tampa, der drittgrößten Stadt des Bundesstaates, wurden bereits Evakuierungen angeordnet.

Intensitätserhöhung kurz vor Landfall

Wie bei den zuletzt häufiger beobachteten Wirbelstürmen, legte auch „Idalia“ kurz vor Auftreffen an der Küste innerhalb kurzer Zeit deutlich an Intensität zu und erreichte vorübergehend sogar Kategorie vier von fünf. Experten glauben, dass die hohen Temperaturen der Wasseroberfläche auf dem Pfad, den „Idalia“ hinter sich gelassen hat, dazu beigetragen haben könnten. Mit rund 31 Grad war dies der seit Beginn der Messungen in den 1980ern höchste Wert.

Zusammenhang mit Klimawandel

Laut Weltklimarat haben die Ozeane in den vergangenen 50 Jahren über 90 Prozent der durch den Klimawandel verursachten Wärme aus der Erdatmosphäre aufgenommen. In den vergangenen Wochen wurde ein neuer Hitzerekord für die Weltmeere gemessen. Diese Erwärmungstrends könnten dazu beitragen, dass solche intensiven Hurrikane häufiger auftreten.

AFP

Scholz beendet Kabinettsklausur und prognostiziert eine produktive Sommerpause

Olaf Scholz (SPD) / dts
Olaf Scholz (SPD) / dts

Bundeskanzler Olaf Scholz und weitere Regierungsmitglieder ziehen eine positive Bilanz aus der Bundeskabinetsklausur und betonen die Produktivität der Regierung.

Sommerpause wurde genutzt

Bundeskanzler Olaf Scholz kommentierte am Mittwoch das zweitägige Treffen des Bundeskabinetts auf Schloss Meseberg mit den Worten, man habe „sehr zahlreiche Beschlüsse auf den Weg gebracht“. „Die Sommerpause war für die Bundesregierung produktiv“, so Scholz. Wirtschaftsminister Robert Habeck lobte die Tagung und betonte die Stärke verschiedener Perspektiven. „Diese Geschlossenheit, die ja nicht eine statische ist, sondern eine lernende Geschlossenheit, ins Zentrum zu stellen, das sicherlich ist der Geist dieser Klausur“, ergänzte Habeck.

Resultate und Pläne der Klausur

Finanzminister Christian Lindner brachte die Arbeit der Regierung auf den Punkt: „Wir sind eine Regierung, wo gehämmert, geschraubt wird, das führt zu Geräuschen, wie sie schon festgestellt haben, aber es kommt eben auch was dabei raus.“ Durch die Beschlüsse sende die Regierung ein „übergreifendes Signal“ an die Wirtschaft und zeige, dass sie die Lage im Land erkenne und reagiere. Unter den resultierenden Maßnahmen befindet sich ein Zehn-Punkte-Plan zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Dazu zählen jährliche Steuersenkungen für Unternehmen in Höhe von sieben Milliarden Euro, eine höhere staatliche Förderung von Auftragsforschung und eine „Investitionsprämie“ für Energieeffizienz und Klimaschutz. Hinzu kommen ein „Zukunftsfinanzierungsgesetz“, Investitionen aus dem „Klima- und Transformationsfonds“ und ein „Bürokratieentlastungsgesetz“ mit 28 Maßnahmen.

Auseinandersetzung um Industriestrompreis

Ungeachtet der positiven Ergebnisse und Pläne gab es keine Einigung beim Thema Industriestrompreis. Während Wirtschaftsminister Habeck einen solchen für energieintensive Unternehmen vorschlug, bleibt Finanzminister Lindner weiterhin dagegen. Diese Uneinigkeit zeigt, dass trotz der betonten Geschlossenheit divergierende Meinungen innerhalb der Regierung existieren.

AFP

Wetterdienst warnt: Deutschland erlebt erneut einen ungewöhnlich heißen Sommer

Krebshilfe rät wegen Erderhitzung bereits im April zu UV-Schutz
Krebshilfe rät wegen Erderhitzung bereits im April zu UV-Schutz

Deutschland erlebt erneut überdurchschnittlich warmen Sommer mit erhöhtem Niederschlag, wie Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigen.

Wärmerer Sommer

Die Durchschnittstemperatur des Sommers 2023 lag in Deutschland wiederum spürbar über dem mehrjährigen Durchschnitt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einer kürzlich veröffentlichten Auswertung seiner rund 2.000 Messstationen feststellte. Das Temperaturmittel betrug 18,6 Grad Celsius, was um 2,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 liegt. Auch im Vergleich zur neueren und wärmeren Referenzperiode von 1991 bis 2020 war die Abweichung mit 1,0 Grad deutlich. Uwe Kirsche, Pressesprecher des DWD, stellte fest: „Seit nun 27 Jahren werden in Deutschland zu warme Sommer gemessen. Wieder können wir den Klimawandel live erleben.“ Tatsächlich folgte auf einen „außerordentlich sonnenverwöhnten Juni“ ein Juli mit „extremen Hitzepeaks“ und ein frühherbstlicher Beginn im August.

Zunehmende Niederschläge

Parallel zum steigenden Temperaturdurchschnitt stiegen auch die Niederschläge. Im Sommer 2023 fielen rund 270 Liter pro Quadratmeter, das entspricht einem Zehntel mehr Niederschlag als im Durchschnitt der Referenzperiode 1961 bis 1990. Auch extreme Wetterereignisse wie Starkregen- und Hagelgewitter sowie Dauerregen mit steigender Hochwassergefahr, insbesondere im Südosten, wurden registriert. Direkt an den Alpen wurden bis zu 600 Liter pro Quadratmeter gemessen. Im Fichtelgebirge erreichte die Station Bad Berneck während eines Unwetters am 22.6. mit 120,7 Litern pro Quadratmeter den höchsten Tagesniederschlag.

Überdurchschnittliche Sonne

Trotz der erhöhten Niederschläge war die Sonnenscheindauer im Sommer 2023 mit 720 Stunden überdurchschnittlich und lag etwa 17 Prozent über dem Mittel der Referenzperiode (614 Stunden). Der DWD betonte, dass der Juni sogar der zweitsonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen war. Besonders sonnenverwöhnt waren das Alpenvorland und die Grenzregion zur Schweiz mit über 800 Sonnenstunden.

AFP

Putins Baumarkt in Osnabrück Hellern? Worüber „der neue Nachbar“ Globus nicht so gerne spricht

Globus Advertorial Imagewerbung
Globus Advertorial / Foto: Pohlmann

„Wenn ein neuer Nachbar einzieht, ist es schön, wenn er sich vorstellt“, mit diesen Worten leitet das Unternehmen Globus eine Imagekampagne ein, die bei diversen Osnabrücker Medien im redaktionellen Umfeld platziert wurde.

Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein journalistischer Beitrag aussieht, ist tatsächlich bezahlte Werbung – ein „Advertorial“, eine redaktionell aufgemachte Werbeanzeige und eine Grauzone zwischen klassischer Werbung und Öffentlichkeitsarbeit*.

Weil es aber auch Werbung ist, darf die Wahrheit natürlich ein wenig verbogen werden. Denn „wenn ein neuer Nachbar einzieht“ bedeutet im Fall des Globus Baumarkt lediglich, dass man gerne einziehen würde; ausgemacht ist noch gar nichts.

Viele Gründe sprechen gegen einen Baumarkt in Hellern

Politik und Verwaltung müssen erst noch darüber entscheiden, ob Globus überhaupt „Nachbar“ werden kann. Dafür müsste ein Bebauungsplan geändert und eine Mehrheit im Stadtrat gefunden werden, damit eine große Grünfläche im Westen der Stadt dauerhaft versiegelt werden darf.
Neben der Flächenversiegelung gilt vor allem die Verkehrsbelastung, die auf Hellern zukommen würde, als problematisch.

Erster Osnabrücker P+R Parkplatz wird im Eiltempo fertiggestellt
Hier in Hellern könnte der Globus-Baumarkt entstehen. / Foto: Pohlmann

Stau und Störche: „Wir für Hellern“ sammelte Unterschriften

Weil in den kommenden Jahren die A30 zur Dauerbaustelle werden wird – mit entsprechendem Ausweichverkehr –, aber auch weil die Zu- und Abfahrtswege zwischen der Autobahnabfahrt Gaste und der Lotter Straße bereits jetzt am Rande ihrer Kapazitätsgrenzen sind, gibt es inzwischen erheblichen Widerstand gegen die Pläne des saarländischen Unternehmens Globus.

Und viele Helleraner fürchten auch um den ökologischen Wert der bisherigen Grünfläche, auf der sich in diesen Tagen wieder Dutzende Störche zu ihrem Flug nach Süden versammeln. Zumal unterhalb der Grasnarbe auch noch Altlasten einer alten Müllkippe vermutet werden, die bei Bauarbeiten wieder zu Tage treten könnten.

Die Initiative “Wir für Hellern” sammelte vor der Sommerpause der Lokalpolitik rund 1.700 Unterschriften für ein „Nein zum Megabaumarkt an der Rheiner Landstraße“. Über 200 inhaltlich begründete Stellungnahmen gingen zusätzlich bei der Stadtverwaltung ein.

Zwei gescheiterte Baumärkte fanden keine Nachmieter – Leerstand im Schinkel

Zu guter Letzt verweisen Kritiker auch darauf, dass es mit der Nachfrage nach einem zusätzlichen Baumarkt ja nicht so weit her sein kann, wo doch der ehemalige Max Bahr Baumarkt in Hellern jahrelang leer stand und auch für den ehemaligen Praktiker-Baumarkt an der Hannoverschen Straße kein Nachmieter aus der Baumarktbranche gefunden werden konnte.

Zudem steht – quasi zu sofort bezugsfertig – im Schinkel noch das Gebäude von Real frei. Warum also in Hellern eine Grünfläche versiegeln? Auf Nachfrage unserer Redaktion bezüglich der Option im Schinkel antwortet eine Sprecherin der Globus Fachmärkte GmbH & Co. KG nur knapp mit: „Das Grundstück in Hellern ist das Ergebnis einer umfassenden Standortanalyse für gesamt Osnabrück.“

Der ehemalige real,- Markt im Schinkel könnte auch zum Baumarkt werden – Globus will nicht / Foto: Pohlmann
Der ehemalige real,- Markt im Schinkel könnte auch zum Baumarkt werden – Globus will nicht / Foto: Pohlmann

Globus wirbt für sich als gut bewerteter Arbeitgeber

In seinen bezahlten Werbe-Artikeln erklärt Globus, man sei „mehrfach prämiert für Kundenfreundlichkeit“. Mitarbeiter würden „Top-Bewertungen“ auf dem Jobportal „kununu“ abgeben, so die Eigenwerbung. Ob das wirklich stimmt, kann man sich selbst anschauen und gerade bei den jüngeren Mitarbeiterbewertungen durchaus kritische Stimmen lesen.
Und das „Top Company“ Siegel, mit dem Globus wirbt, kann – wenn entsprechende Kriterien erfüllt sind – für jährlich 1.490 Euro erworben werden.

Globus in der Liste der „Hall of Shame“

Das Unternehmen Globus findet sich allerdings nicht nur auf Listen besonders freundlicher Fachmärkte und beliebter Arbeitgeber. Der Name „Globus“ wird auch auf einer von der „Yale School of Management“ geführten Liste vermerkt. Diese Liste verzeichnet Unternehmen, die nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine weiter Geschäfte in und mit Russland machen. Nach aktuellem Stand (abgerufen am 30.08.2023) wird in der sogenannten „Hall of Shame“ auch Globus genannt.
Nach Recherchen der Saarbrücker Zeitung (hinter Paywall) aus dem April 2022 zählt die Globus Holding rund 10.000 Beschäftige in 19 russischen Hypermärkten. Die Läden würden selbstständig vom deutschen Markt wirtschaften. Mit der Fortführung des Geschäfts in Russland wolle man die „Grundversorgung der Menschen“ sicherstellen und man habe eine Verantwortung gegenüber den in Russland beschäftigen Menschen.

Globus-Eintrag in der "Hall of Shame" (abgerufen am 30.08.2023)
Globus-Eintrag in der „Hall of Shame“ (abgerufen am 30.08.2023), Screenshot Yale School of Management 

„Russland-Connection“ von Globus bereits ein Thema im Rathaus

Wie unsere Redaktion auf dem Rathausflur aufgeschnappt hat, wird diese „Russland-Connection“ inzwischen auch im Zusammenhang mit den Baumarktplänen in Hellern diskutiert. Eine Nachfrage unserer Redaktion dazu an die SPD-Ratsfraktion als Teil der Mehrheitsgruppe im Stadtrat, die wir bereits im Juni gestellt hatten, blieb jedoch unbeantwortet.
Während die Stadt Osnabrück die seit den 70er Jahren bestehende Städtepartnerschaft mit Twer inzwischen auf Eis gelegt hat, will man den Investor aus dem Saarland – trotz hinter verschlossenen Rathaustüren deutlich geäußerten moralischen Bedenken – wohl nicht mit dem Hinweis auf seine Russland-Connection vergraulen.

Globus antwortet erst auf Nachfrage mit Hinweis auf Konzernstruktur

Auch Globus Baumarkt wurde von uns um eine Stellungnahme zum Russlandgeschäft des Unternehmens gebeten. Nach einer ersten ausweichenden Antwort („Die Globus Fachmärkte betreiben 91 Baumärkte in Deutschland und Luxemburg.“) wurde man auf erneute Nachfrage konkret und ergänzte „In Russland sind wir nicht vertreten“.
Das ist so richtig, wie es aus einer anderen Perspektive auch falsch ist. Für den Unternehmensteil, der den Baumarkt in Osnabrück Hellern plant, die Globus Fachmärkte GmbH & Co. KG, stimmt es. Für die unter gleichem Namen agierenden Konzern „Globus Holding“, zu der auch die Fachmarktkette gehört, stimmt es nicht. Das Handelsblatt titelte im März 2022 zur Position des Inhabers Thomas Bruch bezüglich der Aktivitäten in Putins Russland: „Globus-Chef will die Märkte in Russland gegen alle Widerstände offen halten“.

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* Offenlegung: Auch die Hasepost veröffentlicht Advertorials, das heißt bezahlte und entsprechend gekennzeichnete Werbung in Artikelform. Trotz der grundsätzlichen Trennung zwischen Redaktion und Vertrieb behalten wir es uns aber vor Anzeigenkunden für dieses Werbeformat abzulehnen. Zum Beispiel wenn diese aktuell Teil einer öffentlichen Debatte sind. Globus als Anzeigenkunden für ein Advertorial hätten wir, insbesondere auch wegen unserer laufenden Berichterstattung zum Thema (bspw. hier und hier), zum derzeitigen Zeitpunkt abgelehnt!

AFP