Osnabrück Oberschulen in Osnabrück, Teil 2: Vorfreude an der Bertha-von-Suttner-Oberschule

Oberschulen in Osnabrück, Teil 2: Vorfreude an der Bertha-von-Suttner-Oberschule

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Nachdem im ersten Teil der Artikelserie “Oberschulen in Osnabrück“ das künftige Schulkonzept der Oberschulen im Stadtgebiet erläutert wurde, wirft Teil zwei einen Blick auf die künftige Bertha-von-Suttner-Oberschule im Osnabrücker Stadtteil Kalkhügel. Dort freut sich ein starkes Lehrerteam auf neue Schülerinnen und Schüler ab dem 1. August 2021.

„Die erste Reaktion auf die Umstellung war tatsächlich unterschiedlich, denn zum einen wird die beliebte und von uns mit hohem Engagement geführte Bertha-von-Suttner-Realschule abgewickelt. Das stellt sicherlich einen Verlust dar. Auf der anderen Seite bietet eine neu aufzubauende vierzügige Oberschule sehr gute Möglichkeiten der Entwicklung“, so Schulleiter Martin Sandkämper.

Künftig vier Klassen pro Jahrgang möglich

Mit dem Ratsbeschluss zur Umwandlung der Realschulen zu Oberschulen dürfen an dem Standort der Bertha-von-Suttner-Oberschule zukünftig vier Klassen pro Jahrgang eingerichtet werden. Bisher galt eine Beschränkung auf drei Klassen. Den Beginn machen ab dem 1. August 2021 die Fünftklässler, welche erstmals im Modell der Oberstufe unterrichtet werden sollen. Für die höheren Jahrgänge wird sich am Schulformat nichts ändern. Pädagogisch richtet sich die künftige Oberschule mit dem Leitmotiv „Bertha – Gutes Lernen“ neu aus, ohne auf die bisherigen guten Leitgedanken und Schwerpunkte verzichten zu wollen. Schwerpunkte der Neuausrichtung sollen auf einem sozialen, digitalen, vielfältigen und zielgerichteten Lernen liegen. „Auf der pädagogischen Seite besteht in der Umstellung ein großer Vorteil darin, dass Schülerinnen und Schüler, die bisher den Anforderungen der Realschule nicht gerecht werden konnten, nun mit geringeren Anforderungen beschult werden können, ohne dabei eine andere Schule und einen anderen Schulort anwählen zu müssen. Durch die Möglichkeit von zwei Kompetenzstufen (G=grundlegendes Niveau und E= erweitertes Niveau) können Schülerinnen und Schüler individuell viel besser gefördert und gefordert werden als das z. B. in der Realschule möglich war. Die Oberschule ist somit ähnlich dem System der Gesamtschule. Wir verstehen uns als „Schule im Quartier“ und möchten deshalb Schulstandort für die Schülerinnen und Schüler im südlichen Stadtgebiet sein. Es gibt aber keine Schulbezirke und deshalb sind wir offen für alle Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet Osnabrücks“, erklärt Schulleiter Sandkämper die Vorteile der Umstellung zu einer Oberschule.

Bauliche Änderungen nach dem kommenden Schuljahr

Andererseits wachsen mit der Umstellung die an die Lehrkräfte gestellten Anforderungen, da künftig noch mehr als bisher der Unterricht durch Differenzierungen vielschichtiger vorbereitet und durchgeführt werden muss. „Die Ausarbeitung der schuleigenen Arbeitspläne muss auf die Oberschule abgestimmt werden. Es wird sozusagen alles neu“, so Sandkämper. Auch bleibe die Sorge, ob die Schule seitens des Schulträgers auch die Ausstattung und die räumlichen Bedingungen erfüllt bekommt, wie sie in modernen Schulbauten eigentlich selbstverständlich sein sollte. „Leider ist es so, dass die aus Sicht der Pädagogen und Schulleitungen notwendigen Bedingungen nicht immer erfüllt werden. Als Beispiel sei die gewünschte Größe von Klassenräumen angeführt. Vor 50 Jahren wurden Raumgrößen von ca. 80m² realisiert, heute sind es bei gleicher Schülerzahl mit im Mittel 65m² deutlich beengtere Verhältnisse bei gestiegenen Anforderungen, die sich zum Beispiel durch Inklusion ergeben“, erklärt der Schulleiter.

Nach dem kommenden Schuljahr werde es daher auch an der Bertha-von-Suttner-Oberschule bauliche Veränderungen geben. Die Gründe dafür liegen in einem erhöhten Raumbedarf aufgrund zukünftig benötigter Differenzierungsräume und der eventuellen Vierzügigkeit ab dem kommenden Schuljahr. „Wir können noch nicht genau einschätzen, ob wirklich so viele Schülerinnen und Schüler für unsere Schule angemeldet werden, dass eine Vierzügigkeit von Beginn an erforderlich ist“, erklärt Sandkämper. Dennoch sei zu Beginn des Schuljahres 2022/23 ein teilweiser Neubau an der Bertha-von-Suttner-Oberschule geplant, dessen Realisierung allerdings noch nicht final geklärt sei. „Dies trifft allerdings auf alle neuen Oberschulen zu. Sollte, je nach Anzahl der Anmeldungen mehr Raum erforderlich sein, kann es dazu kommen, dass Mobilklassen zum Einsatz kommen“, so Sandkämper.

Videos präsentieren die Bertha

Für Schüler und Eltern sei die Umstellung zu einer Oberschule dennoch positiv, stelle sie doch eine deutliche Vereinfachung da: „Die Eltern bzw. Kinder wählen uns als weiterführende Schule an und streben hier einen Schulabschluss an. Ein Verlassen der Schule, weil die Leistungen vielleicht nicht erreicht werden, entfällt.“

Um am 1. August 2021 gut vorbereitet in die neue Schulform zu starten, erarbeitet seit dem 1. Februar 2021 eine Planungsgruppe das neue Konzept der Oberschule, über welches in einem Livestream die neuen Schüler und Eltern informiert werden sollen. Mit Videosequenzen auf der neuen Schulhomepage werden die besonderen Schwerpunkte der Schule vorgestellt. „Es lohnt sich sehr, sich diese Filme zur Orientierung anzusehen, weil sie über die pädagogische Arbeit hinaus auch einzelne Räumlichkeiten der neuen Schule zeigen“, empfiehlt Sandkämper einen Blick auf die Homepage der künftigen Oberschule.

Oberschule „genau die richtige Wahl“

„Wir freuen uns auf die Aufgaben. Ein starkes Lehrerteam bereitet sich auf das neue Schuljahr vor und freut sich auf die neuen Schülerinnen und Schüler. Wir hoffen sehr, dass die Eltern- und Schülerschaft der Grundschulen die Vorteile der neuen Schulform erkennt und für sich wahrnimmt. Etwas Neues zu wählen, fällt eventuell schwer, aber die Schüler und Eltern dürfen darauf vertrauen, dass auch die neue Bertha mit hohem Engagement und Kompetenz zum Wohle der Schülerinnen und Schüler arbeiten wird. Gerade für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die gerne eine Realschule besucht hätten, sei gesagt, dass die neue Oberschule mit ihren verschiedenen Wahlmöglichkeiten und Profilen der Realschule in nichts nachsteht und deshalb genau die richtige Wahl darstellt“, wirbt Schulleiter Martin Sandkämper für das künftige Schulformat.

Titelbild: An der künftigen Bertha-von-Suttner-Oberschule freut sich ein starkes Lehrerteam, angeführt von Schulleiter Martin Sandkämper (l.) und Konrektorin Sabine Heller, auf neue Schülerinnen und Schüler.



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