Der Kreisverband für Stadt und Landkreis Osnabrück des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) schlägt Alarm: Ab 2027 drohen dem öffentlichen Busverkehr in Osnabrück erneut massive Einschnitte. Laut einem internen Arbeitspapier, auf das sich der VCD in einer Mitteilung bezieht, sollen jährlich fünf Millionen Euro eingespart werden – mit möglicherweise gravierenden Folgen für Fahrgäste, da Taktungen, Linien und die Nachtbusse zur Disposition stehen könnten.
Deutliche Worte vom Verkehrsclub
„Was sollen die Fahrgäste noch alles aushalten? Keine gesicherten Anschlüsse – und immer wieder fallen reihenweise Busse aus. Was soll noch wo gekürzt werden?“ Das fragt sich Tobias Demircioglu, Vorsitzender des VCD Osnabrück. Der Verkehrsclub kritisiert insbesondere das Missverhältnis zwischen öffentlicher Förderung und verkehrspolitischen Zielen der Stadt.
Demircioglu verweist auf die jüngst gestiegenen Fahrpreise, die aus Sicht des VCD in keinem Verhältnis zur sinkenden Qualität des Angebots stehen. Gleichzeitig stellt er die Prioritätensetzung des Stadtrats in Frage: Geld fließe an den VfL, der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) werde mit Millionenbeträgen unterstützt, aber gleichzeitig kürze man „im umweltfreundlichen ÖPNV.“
Umdenken gefordert
Der Verkehrsclub fordert ein grundsätzliches Umdenken: Statt Einsparungen brauche es Investitionen in Qualität und Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs. Ein Vorschlag: ein Euro pro Busticket innerhalb der Stadt – als Anreiz für mehr Fahrgäste. Zudem müsse die Zuverlässigkeit verbessert und Entschädigungen bei Busausfällen, wie sie etwa in Nordrhein-Westfalen teilweise bereits existieren, eingeführt werden.
Darüber hinaus erneuert der Verband seine Forderung, das Stadtbahn-Gutachten nicht in der Schublade verstauben zu lassen. „Durch eine Stadtbahn gewinnt man deutlich mehr Fahrgäste. Dies wäre ein qualitativer und quantitativer Gewinn“, so der Vorsitzende.