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Maskenpflicht und Coronaangst – Wie geht es dem Osnabrücker Einzelhandel?

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Menschenleere Große Straße im März.

Die Corona-Krise hat den Einzelhandel schwer getroffen. Wie geht es den Geschäften in Osnabrück und wie sieht ihre Zukunft aus? Wir haben darüber mit Boris Hoffmann-Schevel, Geschäftsstellenleiter des Handels- und Dienstleistungsverbandes Osnabrück-Emsland, gesprochen. 

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Als das Coronavirus im März in Deutschland ausbrach, standen große Teile des Einzelhandels wochenlang still. Inzwischen ist Einkaufen wieder möglich, doch die Geschäfte haben noch immer mit der Krise zu kämpfen. „Wir können eine deutliche Kaufzurückhaltung beobachten. Es gibt weniger Kunden in den Geschäften und es wird weniger konsumiert. Die Osnabrücker Einzelhändler berichten von Umsatzrückgängen von 20 bis 30 Prozent, in diesem Jahr können sie das nicht mehr aufholen. Eine Ausnahme ist der Lebensmittelhandel, der leichte Zuwächse verzeichnen kann,“ sagt Boris Hoffmann-Schevel. „Viele Menschen haben einfach weniger Geld im Portemonnaie, sie haben ihren Job verloren oder verfügen durch Kurzarbeit nur noch über 60 Prozent ihres normalen Einkommens. Hinzu kommt eine allgemeine Verunsicherung. Viele blicken auf eine ungewisse Zukunft und sparen ihr Geld lieber.“

Maskenpflicht als Problem

Die schwierige wirtschaftliche Lage ist nicht allein für den Konsumrückgang verantwortlich. Viele Urlaubsreisen und Feiern, zum Beispiel zur Erstkommunion, finden in diesem Jahr nicht statt, entsprechende Einkäufe werden nicht getätigt. Außerdem macht die Maskenpflicht das Shopping unattraktiver. Der Gesichtsschutz ist vielen Menschen auf die Dauer unangenehm und erschwert die Kommunikation mit Verkäufern und Freunden. „Die Händler sind geteilter Meinung über die Maskenpflicht. Die einen begrüßen sie, da sie vom Nutzen der Masken überzeugt sind und ein möglichst schnelles Ende der Pandemie herbeisehnen. Die anderen lehnen sie ab, da ihre Umsätze leiden und die Masken das Einkaufen erschweren,“ so Hoffmann-Schevel.

Digitalisierung als Chance

Vor allem die kleineren Geschäfte tun sich in der Krise schwer, wenn sie vorher schon Probleme hatten, sind sie jetzt in einer kritischen wirtschaftlichen Lage. Sie haben eine vergleichsweise hohe Personalkostenquote und die gestundeten Mieten müssen zurückgezahlt werden. Größere Geschäfte und Ketten kommen dagegen besser mit der angespannten Situation zurecht. Die Vielfalt in der Osnabrücker Innenstadt ist bedroht, auch wenn es bisher keine Insolvenzwelle gab. Das Internet konnte den Geschäften zumindest teilweise durch die Krise helfen. Bringdienste wie „Osnabrück bringt‘s“ sorgten während des Lockdowns für etwas Umsatz, außerdem zeigt sich, dass Geschäfte mit einer guten Onlinepräsenz weniger Probleme haben. Hoffmann-Schevel hofft auf Unterstützung durch die Politik: „Der Einzelhandel braucht die Digitalisierung dringend, vor allem wenn es zu einer zweiten Infektionswelle kommen sollte. Für viele kleine Geschäfte ist der Aufbau einer Internet-Präsenz nicht einfach, daher wünsche ich mir staatliche Zuschüsse zur Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur, denn der Onlinehandel macht zukunftssicher.

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Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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