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Initiative “Wir für Hellern” stellt Ratsmitgliedern kritische Fragen zum geplanten Globus-Baumarkt

Die Initiative “Wir für Hellern” setzt sich weiterhin intensiv mit dem geplanten Bauvorhaben des Globus Bau- und Gartenmarkts an der Rheiner Landstraße in Osnabrück auseinander. Während das auch in Russland sehr aktive saarländische Unternehmen in bezahlten Werbeartikeln u. a. in der Tageszeitung NOZ den Eindruck erweckt, man sei bereits ein “neuer Nachbar”, konfrontieren die Gegner des Bauvorhabens die Vertreter der Ratsfraktionen mit einem umfangreichen Positionspapier und erwarten von der Politik eine Stellungnahme.

Basierend auf verschiedenen Gutachten und öffentlichen Dokumenten sowie Gesprächen mit Experten und Politikern hat die Initiative sieben Feststellungen formuliert, die sie den Ratsfraktionen zur Bewertung vorgelegt haben.

Die Antworten der Lokalpolitiker auf die Positionsliste der Initiative, deren voller Wortlaut unserer Redaktion vorliegt, sollen vor der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses (StUA) Anfang November veröffentlicht werden.

Bereits vor der Sitzung des StUA im Oktober protestierten Mitglieder der Initiative "Wir für Hellern" gegen den geplanten Globus-Baumarkt in Hellern
Bereits vor der Sitzung des StUA im Oktober protestierten Mitglieder der Initiative “Wir für Hellern” gegen den geplanten Globus-Baumarkt in Hellern / Foto: Pohlmann

Initiative will auch weiterhin vor dem Rathaus protestieren

Zusätzlich zur schriftlichen Auseinandersetzung plant die Initiative, ihre Bedenken auch öffentlich kundzutun. Bei den nächsten relevanten politischen Terminen will die Initiative vor dem Rathaus gegen den “Megabaumarkt” protestieren. Am Donnerstag, den 02.11.2023, von 16:30 bis 17:00 Uhr (Beginn der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses StUA) und am Dienstag, den 07.11.2023, ebenfalls von 16:30 bis 17:00 Uhr (Beginn der Ratssitzung), werden Mitglieder der Initiative mit Transparenten auf dem Marktplatz stehen, um ihre Stimme gegen den neuen Flächennutzungsplan zu erheben.

Der Fragenkatalog zum Globus-Baumarkt kurz zusammengefasst

Die Ratsfraktionen werden gebeten zu folgenden in Frageform formulierten Feststellungen ihre Bewertung abzugeben:

  1. Fehlender Bedarf führt zu Verdrängung? Die Initiative argumentiert, dass es bereits ein Überangebot an Baumärkten in Osnabrück gibt und der neue Globus Baumarkt lediglich andere Marktteilnehmer (kleinere Baumärkte, Fachgeschäfte und Gartenmärkte) verdrängen würde.
  2. Die Rheiner Landstraße ist dem Verkehr nicht gewachsen? Es wird befürchtet, dass die Straße durch den zusätzlichen Verkehr überlastet wird, insbesondere im Bereich des Kreisels an der Großen Schulstraße.
  3. Kein positiver Effekt am Arbeitsmarkt? Trotz der von Globus angekündigten Schaffung von 100 neuen Arbeitsplätzen sieht die Initiative keinen Netto-Zugewinn für den Arbeitsmarkt.
  4. Der Klimaschutz spricht gegen das Bauvorhaben? Es wird argumentiert, dass das Projekt nicht zur Klimaneutralität der Stadt beiträgt. Die Kritiker sehen das Projekt im Gegensatz zum jüngst von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter vorgestellten „Vorreiterkonzept Klimaschutz der Stadt Osnabrück“.
  5. Weitere Flächenversiegelung stoppen? Die Initiative kritisiert die geplante Versiegelung von etwa zwei Hektar Land. Auch hier sehen die Mitglieder Initiative einen Konflikt mit einer Position der Oberbürgermeisterin, die zur Neuordnung des Landesraumordnungsplans (LROP) festgestellt habe, dass es keine Neuinanspruchnahme von Flächen in Osnabrück mehr geben darf.
  6. Stadtklima verbessern, Grünland erhalten? Es wird betont, dass das geplante Bauvorhaben negative Auswirkungen auf die Biodiversität und das Stadtklima haben wird.
  7. Globus Russland-Geschäft versus Friedensstadt Osnabrück? Die Initiative hinterfragt, ob das Geschäft von Globus in Russland mit dem Image der Friedensstadt Osnabrück vereinbar ist.
Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

  

   

 

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