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Hochspannung im Niedersachsenderby: VfL Osnabrück und Braunschweig trennen sich unentschieden

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Bremer Brücke (Symbolbild)

Der VfL Osnabrück verpasst es im Nachholspiel gegen Eintracht Braunschweig an den direkten Konkurrenten heranzurücken. Trotz eines dominanten Auftrittes kommen die Lila-Weißen nicht über ein 1:1 hinaus.

Kurz zur Ausgangslage vor dem aufgrund der Länderspielpause einzigen Profiligaspiel in Deutschland an diesem Wochenende: Nach dem Rückzug von Türkgücü München aus dem Spielbetrieb rangierte der VfL auf Platz sieben mit vier Punkten Rückstand auf den Relegationsrang, den der heutige Gegner aus Braunschweig derzeit inne hat. Der Abstand auf den ersten direkten Aufstiegsrang, belegt von Kaiserslautern, beträgt sieben Punkte. Ebenfalls zu beachten: Der VfL hat auch nach dem heutigen Nachholspiel je ein Spiel weniger als Braunschweig und Kaiserslautern.

Zwei Corona-Fälle beim VfL

Vor Spielbeginn meldete der VfL kurzfristig die Ausfälle von Ulrich Taffertshofer und Andrew Wooten, die beide an Corona erkrankt sind. An der Aufstellung änderte sich dadurch jedoch im Vergleich zum vergangenen Spiel gegen Viktoria Berlin nichts (Taffershofer fiel verletzungsbedingt aus, Wooten startete auf der Bank). Dennoch nahm Trainer Daniel Scherning zwei Wechsel vor: Omar Haktab Traore rückte für Davide Itter (Bank) auf die Rechtsverteidigerposition, “Chance“ Simakala begann auf dem offensiven Flügel anstelle von Felix Higl (Bank).

Spannend beim Blick auf die Aufstellung der Gäste aus Braunschweig: Die gesamte offensive Dreierreihe im Mittelfeld bestehend aus Maurice Multhaupt, Bryan Henning und Sebastian Müller lief in der vergangenen Saison noch in lila-weiß auf. Zu guter Letzt noch ein Blick auf die Ränge in der gut gefüllten Bremer Brücke: 12.180 Fans sorgten bei bestem Wetter von Beginn an für erstklassige Stimmung im Niedersachsenderby.

VfL startet besser und liegt hinten

Und damit rein ins Spiel: Umgehend ließ der VfL den Worten seines Trainers, der ein aggressives und offensives Auftreten angekündigt hatte, Taten folgen. Früh pressten die Osnabrücker, eine erste erzwungene Gelegenheit vergab Simakala aufgrund eines schwachen ersten Kontakts (3. Spielminute). Minuten später lenkte Simakala einen Kopfball von Traore in Richtung Tor, doch gerade rechtzeitig konnte BTSV-Keeper Jasmin Fejzic bereinigen. Und Braunschweig? Die Gäste schienen von der tollen Kulisse beeindruckt und kamen kaum aus der eigenen Hälfte.

Erst nach einer Viertelstunde löste sich die Eintracht erstmals aus der lila-weißen Umklammerung – und wie: Ausgerechnet der Ex-Osnabrücker Müller vollendete einen gut vorgetragenen Gäste-Konter zum schmeichelhaften 0:1 (17.). Im Anschluss drehte der Torschütze dann jubelnd auf in Richtung Gästefans, wenig zur Freude des heimischen Anhangs. Von einer lila-weißen Verteidigung beim Gegentreffer war übrigens Fehlanzeige.

VfL reagiert gut

Der VfL reagierte unbeeindruckt weiter mit Offensivaktionen, die jedoch zunehmend in einer der gelb-blauen Defensivreihen endeten. Das Spiel verflachte nach einer guten halben Stunde etwas und Sven Köhler gestikulierte mit Symbolcharakter: „Wo soll ich hinspielen?“, stand dem Osnabrücker Mittelfeld Mann buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Lukas Kunzes Abschluss nach 38 Minuten war harmlos, zugleich jedoch die beste Gelegenheit in einer etwas lähmenden Phase einer insgesamt temporeichen ersten Halbzeit.

Ein Highlight bot das Spiel jedoch noch vor der Pause: Erneut kam der VfL über die aktivere rechte Seite, der erneut auffällige Aaron Opoku kombinierte mit Simakala und überließ dann Marc Heider den Abschluss. Der Routinier vollstreckte aus kurzer Distanz eiskalt durch die Beine von Gäste-Schlussmann Fejzic und glich quasi mit dem Pausenpfiff aus (45.). Der neunte Saisontreffer des Osnabrücker Kapitäns bescherte dem VfL den späten aber hochverdienten Ausgleich, nach dem es ohne Wiederanpfiff schließlich für 15 Minuten in die Kabinen ging. Eine Führung wäre nach starken 45 Minuten verdient gewesen, allerdings passte der VfL einmal nicht auf und wurde dafür sofort bestraft.

Spannung bis zum Schlusspfiff

In der zweiten Halbzeit zunächst ein ähnliches Bild wie in weiten Teilen der ersten Hälfte: Der VfL dominant, tonangebend und die Offensive suchend, während sich die Eintracht zurückzog und kaum für Entlastung sorgen konnte. Anders als in Halbzeit eins blieben Chancen nun jedoch Mangelware. Entweder unterband ein Braunschweiger in letzter Sekunde – teils auf Kosten einer gelben Karte – oder der Abschluss des VfL war nicht zwingend genug.

Zahlreiche Wechsel lähmten das Spielgeschehen ab Minute 70 zudem. Der eingewechselte Felix Higl vergab noch die aussichtsreiche Chance (81.). In der Schlussphase sorgten die Braunschweiger, bei denen mit Benjamin Girth und Felix Ihorst mittlerweile zwei weitere Ex-Osnabrücker stürmten, zumindest teilweise für Entlastung ohne dabei eigene Chancen zu kreieren. Girth fiel noch einmal negativ auf als er versuchte mit einer Schwalbe einen Elfmeter herauszuholen (86.), auf die der gute Schiedsrichter Thorben Siewer jedoch gar nicht erst einging.

Ein letztes Raunen ging in der Schlussminute durch die Bremer Brücke, nachdem der auf Osnabrücker Seite eingewechselte Ulrich Bapoh stark in den Sechzehner eindrang, seinen Abschluss dann jedoch mehr Richtung Stadiondach setzte. Es sollte der letzte Versuch bleiben, einen Heimsieg zu ergattern.

VfL rückt vor, tritt aber auf der Stelle

Der VfL teilt sich im Niedersachsenderby also die Punkte mit Eintracht Braunschweig und tritt damit ein wenig auf der Stelle. Feldüberlegen, bemüht und in der ersten Halbzeit teilweise etwas unglücklich – am Ende wäre ein Sieg für den VfL verdient gewesen, doch eine Unaufmerksamkeit reicht der Eintracht am Ende aus, um einen Punkt aus der Hasestadt zu entführen. Weiter geht es für den VfL, der nun Tabellenfünfter ist, am kommenden Samstag in Halle. Darauf die Woche kommt Verl an die Bremer Brücke.

Maurice Guss
Maurice Guss
Maurice Guss ist seit dem Herbst 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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