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Geht es beim Güterbahnhof eigentlich um Fledermäuse?

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Geht es beim Güterbahnhof um Fledermäuse?

Diese Frage stellte uns vergangene Woche ein Leser, der offenbar einen genaueren Blick in den Entwurf  des Bebauungsplans für den alten Güterbahnhof geworfen hatte. Und obwohl uns die Nachfrage per E-Mail am 1. April erreichte, ist es wohl kein Aprilscherz.

Gewerbegebiet statt Kulturszene und Gemeindehaus

Wie bereits von uns berichtet, sollen die Vorgaben für das seit Jahren umstrittene Gelände so verschoben werden, dass die nicht minder umstrittene Freikirche Lebensquelle e.V. ihr geplantes Gemeindehaus nicht mehr bauen kann. Allerdings wird auch die freie Kulturszene rund um den Kulturverein Petersburg den Standort räumen müssen. Nur noch eine reine Gewerbenutzung soll möglich sein.

Fledermäuse Güterbahnhof Osnabrück

Überall Fledermäuse im Bebauungsplan…

Schaut man sich die vorliegenden Unterlagen an, die am Dienstag in der Ratssitzung (ab 17 Uhr im Rathaus) zur Diskussion stehen, fällt tatsächlich auf: Fledermäuse scheinen den Grünen Stadtbaurat Frank Otte bei den Jahre dauernden Arbeiten an diesem Bebauungsplan besonders beschäftigt zu haben.
Bereits auf Seite 2 der „textlichen Festsetzungen zum Entwurf“ (PDF-Download) wird festgelegt, dass das Gelände erst dann erschlossen werden darf, wenn 6 Fledermauskästen auf dem Gelände aufgehängt wurden. Und die Sorge um die fliegenden Nager geht weiter. Noch an sieben weiteren Stellen wird genau geklärt, was zu tun ist, um die nachtaktiven Fledertiere nicht zu stören.
Naheliegende Begriffe zu „Kultur“ (Petersburg e.V.) und „Kirche“ (Lebensquelle e.V.) kommen in diesem Dokument nur 2x vor – wenn es darum geht, was nicht erlaubt ist.
Nicht viel anders sieht es in der 49-seitigen Begründung zum Bebauungsplan 370 (PDF-Download) aus.
35x geht es hier im Detail um die possierlichen Flattermäuse, während die bisherigen Nutzer und Eigentümer mit Begriffen zu „Kirche“ (14) oder „Kultur“ (15) wieder nur am Rande behandelt werden – erneut nur in der Begründung, was zukünftig nicht mehr auf dem Gelände möglich sein soll.

 

 

Christian Schmidt
Christian Schmidt sammelte seine ersten journalistischen Erfahrungen an der Leine, bevor es ihn an die Hase verschlug. Auf den Weg von Hannover nach Osnabrück brachte ihn sein Studium an der Universität Osnabrück, das ihm (zum Glück) genügend Zeit lässt, den Journalismus als "Talentberuf" zu erlernen. Neben der Hasepost, gehören einige Fachzeitschriften aus dem Bereich Bau und Architektur zu den regelmässigen Abnehmern seiner Artikel. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/20280-370.

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