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Frank Otte jetzt auch Klimaexperte? CDU kritisiert Aussagen des Osnabrücker Stadtbaurats

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Die CDU Schinkel-Widukindland zeigt sich von den jüngsten Äußerungen von Frank Otte irritiert. Der bislang nicht durch besondere Kompetenzen in der Berechnung des Stadtklimas bekannte Stadtbaurat soll gegenüber der Tageszeitung NOZ behauptet haben, dass die Temperaturerhöhung durch neu geplante Baugebiete, wie an der Windthorststraße, längst nicht so gravierend sei.

„Die Nachricht als solches ist zunächst einmal gut. Aber warum hat Herr Otte diese Information zurück gehalten und sowohl die Politik, als auch die Bürger falsch informiert?“, fragt Vorsitzender Günter Sandfort. „So manche Diskussion wäre in den vergangenen Wochen anders verlaufen. Viele Einwände der Bürgerinnen und Bürger berufen sich auf das Klimagutachten. Als Politiker müssen wir uns auf die Expertise der Verwaltung verlassen können“.

Kaltluftströme im Stadtteil Schinkel-Ost – Ein Wohngebiet am Schinkelberg würde für sie ein Hindernis darstellen. / Quelle: Geodatenportal der Stadt Osnabrück, Stadtklimabericht aus dem Jahr 2017.

Victoria Haschler, stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbandes Schinkel-Widukindland bestätigt dies: „Ich erwarte vom Stadtbaurat, dass er darlegt, wie er zu einer so grundsätzlich anderen Einschätzung kommt.“

CDU will bauen, aber nur unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf das Stadtklima

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Auch an den SPD Ortsverein Schinkel adressiert Sandfort Kritik: „Die SPD behauptet in der aktuellen Ausgabe ihrer Publikation ´Unser Schinkel´, dass die CDU an der Windthorststraße einfach nur stur bauen will. Diese Behauptung entspricht nicht den Tatsachen. Selbstverständlich werden wir bei der Weiterentwicklung des Bebauungsplans die Auswirkungen auf das Stadtklima berücksichtigen und die berechtigten Einwände der Bürgervereine Schinkel-Ost und Schinkel sorgfältig prüfen. Weiterhin sind wir mit der Bürgerinitiative ´Naturnaher Schinkel´ im Gespräch.“

Ein Stück Land in der Stadt – Wie lange bleibt diese Aussicht noch erhalten? / Foto: Tatjana Rykov.

Sandfort will nach Alternativen suchen

Ebenso würden die Interessen des Kleingartenvereins Weseresch gesehen, teilt Sandfort mit: „Allerdings benötigen wir Beweglichkeit von allen Seiten und kreative Lösungen. So könnte zum Beispiel geprüft werden, ob dem Verein auf dem Areal vom Hof Entrup Flächen für die beabsichtigte Erweiterung zur Verfügung gestellt werden könnten“. Dieses sei bereits im Besitz der Stadt Osnabrück und biete ausreichend Platz, für den Bedarf an Parzellen für künftige Kleingärtner, teilen Sandfort und Haschler abschließend mit.

Kommentar des Redakteurs

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Es ist ein Stück aus dem Tollhaus. Da wird ‚für teuer Geld‘ ein ausgewiesener Experte damit beauftragt die Folgen für das Stadtklima zu berechnen, wenn die bisherigen Frei- und Grünflächen unterhalb des Funkturms bebaut werden sollten – und weil das Ergebnis dieser Studien offenbar nicht ins Konzept passt, wandelt sich der Stadtbaurat innerhalb weniger Wochen selbst zum Klimaexperten.

Unvergessen sind die Verantwortlichen in der Politik, die sich vor der Sommerpause im StUA-Ausschuss das Gutachten zu den Auswirkungen einer möglichen Bebauung im Schinkel auf das Stadtklima anhörten, danach dem vortragenden Experten brav gedankt haben, und nun so tun, als sei nichts gewesen. Was für ein Schauspiel!
Sicherlich wird ein Großteil der Ratsmitglieder auch die neuesten Eskapaden des Baurats nicht kritisieren, schließlich will man ja nicht die zerbrechliche Regenbogenkoalition in Gefahr bringen, die seit Jahren für Stillstand und Verfall in Osnabrück verantwortlich zeichnet.

Die Bebauung des Schinkelbergs, die mit aller Gewalt durchgedrückt werden soll, ist nur ein weiterer Sargnagel für die Stadt, gefolgt vom Stillstand am Neumarkt, den zahlreichen toten Fahrradfahrern in einer Stadt, die sich selbst als „fahrradfreundlich“ feiert, dem Verfall des frisch renovierten Rosenplatzes und der Konzeptionslosigkeit für das geradezu gigantische Gelände am Güterbahnhof, das einzig deswegen brach liegt, weil aus ideologischen Gründen die Kommunikation mit den Eigentümern abgebrochen und ein Bebauungsplan erlassen wurde, der jede sinnvolle Nutzung verhindert. 

An diesem Freitag und Samstag sollen sich die Kandidaten für die Neubesetzung des Stadtkämmerer- und Stadtbaurat-Postens im Rathaus präsentieren. Bekanntlich hat sich auch der umstrittene bisherige Amtsinhaber Frank Otte nochmals auf seine bisherige Stelle beworben.
Die Findungskommission soll doch bitte alle Bewerber auch daraufhin abfragen, ob es ihr Ego verträgt, wenn sie von ausgewiesenen Fachleuten in teuren Gutachten mit einem Ergebnis konfrontiert werden, das ihnen persönlich nicht passt.
Frank Otte scheint mit dem Fachwissen und der Expertise von ausgewiesenen Fachleuten jedenfalls nicht klarzukommen, anders erschließt sich seine jüngste Wandlung zum Experten für das Stadtklima nicht.

Warum wurde denn überhaupt für teures Steuergeld ein Gutachten angefertigt? Ach ja, das Ergebnis war leider nicht wie erwünscht… sozusagen ein „Unfall“, der nun irgendwie ausgebügelt werden muss.

In der Ratssitzung am kommenden Dienstag wird Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bekanntgeben, wer im kommenden Sommer den Posten des Stadtbaurats übernehmen soll. Hoffentlich jemand, der auch die „Eier“ hat die fachliche Einschätzung eines Gutachters zu akzeptieren und sich damit auch gegen die grünen Parteifreunde und eine Mehrheit des Stadtrats zu stellen! Der aktuelle Amtsinhaber scheint auch in dieser Hinsicht ungeeignet zu sein.

Und warum ausgerechnet die Osnabrücker Grünen, deren Vertreter im städtischen Vorstand Frank Otte ist, unbedingt eine der letzten Grün- und Freiflächen im Osten der Stadt bebauen wollen, auch das ist eine Frage, die sich sicher nicht nur mir nicht erschließt. 

 


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Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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