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Ein Mann mit lila-weißen Erfahrungen: Markus Feldhoff, der neue Trainer des VfL Osnabrück

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Am Mittwoch, den 3. März 2021, gab der VfL Osnabrück bekannt, das Markus Feldhoff als neuer Cheftrainer für die Lila-Weißen verpflichtet wurde. Doch wer ist Markus Feldhoff eigentlich? Unser Fußballreporter Hermann Schmidt hat ein genaueren Blick auf den Mann mit VfL-Erfahrungen geworfen.

Markus Feldhoff ist ein Kind des Ruhrgebiets. Dort, in der traditionsreichen Fußballstadt Oberhausen, wurde er am 29. August 1974 geboren. Im Jahr seiner Geburt spielte Rot-Weiß Oberhausen in der 2. Bundesliga Nord. Mit dem Fußballspielen begann er bei den Sportfreunden Königshardt, einem Verein, im schöneren Teil seiner Geburtsstadt gelegen.

Torschützenkönig in der Regionalliga Nord

Im Alter von 18 Jahren wurde Markus Feldhoff Profi bei Bayer 05 Uerdingen. Dort begann seine erfolgreiche Karriere. Im Jahr 1993 gab Markus Feldhoff sein Bundesligadebüt, Bald machte er als torhungriger Stürmer von sich reden. Es folgten Engagements bei Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, dem VfL Wolfsburg, KFC Uerdingen 05 und Energie Cottbus. In die Fußballgeschichte eingegangen sind die drei Tore, die er für Bayer Leverkusen in einem Spiel gegen den FC Bayern München schoss. Bei den Leverkusenern wurde er häufig nur eingewechselt, da mit Sergio und Ulf Kirsten zwei Weltklasse-Stürmer in Konkurrenz zu ihm standen. 1997 wurde er mit Bayer Leverkusen Deutscher Vizemeister. Unter Trainer „Pele“ Wollitz kehrte er nach zahlreichen Verletzungen noch einmal nach Uerdingen zurück und avancierte in der Saison 2003/2004 zum Torschützenkönig in der Regionalliga Nord. Anschließend folgte er seinem Trainer zum VfL Osnabrück (Publikumsliebling an der Bremer Brücke) und stieg mit den Lila-Weißen in der Saison 2006/2007 in die zweite Liga auf.

24 Tore für die Lila-Weißen

Von 2004 bis 2008 trat er 55mal für den VfL Osnabrück an und erzielte 24 Tore für die Lila-Weißen. Für ein knappes Jahr agierte Markus Feldhoff im Rahmen eines Praktikumvertrages als Assistenz-Trainer beim VfL Osnabrück (Dezember 2008 – Juli 2009). Danach folgte er einmal mehr dem Ruf von „Pele“ Wollitz und ging als Co- Trainer zu Energie Cottbus, wo er nach der Ablösung von Wollitz im Dezember 2011 auch kurzfristig als Interimstrainer fungierte.

Nach Verlustserie entlassen

Weitere Co-Trainer Stationen schlossen sich an: beim SC Paderborn, bei Werder Bremen, dem FC Ingolstadt und Hertha BSC. Bei Werder Bremen arbeitete er neben dem Ex-St. Paulianer Florian Bruns als Co-Trainer von Alexander Nouri. Auch beim FC Ingolstadt assistierte er Alexander Nouri. Nach acht Spielen ohne Sieg wurden beide entlassen. Die nächste Station führte ihn gemeinsam mit Nouri zu Hertha BSC nach Berlin. Nach der Verpflichtung von Bruno Labbadia als Cheftrainer der Herthaner im April 2020 endete Feldhoffs Tätigkeit an der Spree.

Erste Station als Cheftrainer

Markus Feldhoff hat zahlreiche namhafte und erfolgreiche Trainer als Spieler gesehen und ebensolche als Assistenztrainer begleitet und unterstützt. An Fußballerfahrung fehlt es ihm bestimmt nicht. Dass er selbst ein außerordentlich talentierter und erfolgreicher Stürmer war, steht außer Frage. In seinen bisherigen Trainer-Funktionen war er, von Übergangslösungen abgesehen, stets nur als „zweiter“ Mann tätig. Der VfL Osnabrück ist Feldhoffs erste Station als Cheftrainer. Inwieweit er über einen längeren Zeitraum als Chef- Coach Akzente setzen kann, wird er an der Bremer Brücke unter Beweis stellen können.

Skandale vergeblich gesucht

In einem Interview mit dem Fußball-Magazin „11 Freunde“, das er im November 2011 gewährte, gab er sich unbekümmert und selbstbewusst: Es sei ihm egal, wie andere ihn beurteilten. Und er erinnerte daran, dass er zum damaligen Zeitpunkt zu den nur 89 Spielern der Bundesliga gehöre, die es schafften, in einem Spiel drei Tore geschossen zu haben. In anderen Medien äußerte Markus Feldhoff, dass er sich selbst als introvertiert einschätzt. Verfolgt man seine Persönlichkeitsdarstellung in den einschlägigen Veröffentlichungen, so gibt es nur selten Meldungen über Privates. „Skandale“ oder Verfehlungen vergleichbarer Art, die im Fußball-Business keine Seltenheit sind, sucht man in der Biografie des neuen VfL Trainers vergeblich (außer, dass er in seiner Profizeit vier rote Karten erhielt- doch das spricht ja nur für eine gesunde Härte und Kampfgeist und ist längst verjährt). Seit fünfundzwanzig Jahren ist er verheiratet, und seinen Tätigkeiten im Fußballgeschäft ist er meist von seinem Wohnort Dinslaken aus nachgegangen – um seiner Familie willen.

Geschäftsführer des VfL überzeugt

Benjamin Schwedes, Geschäftsführer des VfL Osnabrück, attestiert dem neuen VfL Trainer die in der aktuellen Situation erforderlichen Eigenschaften: „Markus Feldhoff verfügt nicht nur über die notwendige Fachkompetenz, er bringt gleichzeitig auch die Energie und Leidenschaft mit, die der VfL Osnabrück in der jetzigen Situation braucht, um seine Ziele zu erreichen.“

Klassenerhalt ist das Ziel

Markus Feldhoff, der sich selbst als Familienmensch bezeichnet, und dessen erwachsene Söhne Marvin und David Bayern-Fans sind, glaubt fest an den Klassenerhalt des VfL: „Ich freue mich auf die reizvolle Aufgabe beim VfL Osnabrück… Ausschlaggebend waren in erster Linie die große Schnittmenge der Vorstellungen von Benjamin Schmedes und mir und die absolute Überzeugung, dass wir gemeinsam erfolgreich sein können.“ Erste Interviews angesichts der Herausforderung, der sich Markus Feldhoff stellt, lassen eines nicht vermissen: Begeisterungsfähigkeit und Optimismus. Beides kann der VfL Osnabrück für die kommende Zeit gut gebrauchen.

Trainer Markus Feldhoff und Geschäftsführer Benjamin Schmedes beim Training vom VfL Osnabrück am 03.03.2021 im Sportpark Illoshöhe. / Foto: Imago Images, Nico Paetzel.

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Hermann Schmidt
Hermann Schmidt beobachtet den Fußball an der Hase von der Elbe aus. In Hamburg war der gebürtige Hesse lange Zeit als Verlagsmanager tätig. Zwanzig Jahre lang hat er selbst gespielt, in der Jugend als Stürmer und danach als Vorstopper in seiner Heimat und beim BFC Südring (Berlin). Schmidt ist Autor zahlreicher Fußballbücher und Biografien. Die Buchveröffentlichungen „Legenden des FC St. Pauli“ und „Männer trinken kein Fanta“ sind im Jahr 2020 erschienen. Zu seinen Lieblingsclubs gehören neben dem VfL auch Holstein Kiel, der FC St. Pauli und der 1.FC Köln.

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