Osnabrücks ehemaliger Stadtbaurat Frank Otte wollte das Gelände des ehemaligen Klostergartens, neben der Kunsthalle und direkt angrenzend an das Bauamt der Stadt, noch mit einem Verwaltungsneubau versehen und dafür alten Baumbestand fällen; warum, war bis zuletzt unklar. Nun wird aus dem Parkplatz am Klingensberg …ein Parkplatz.
Nachdem der umstrittene Stadtbaurat immer wieder versprach, eine detaillierte Raumbedarfsplanung für die Stadtverwaltung vorzulegen – die nach Kenntnis unserer Redaktion nie vorgelegt wurde – wurde das Neubauprojekt leise beerdigt und war nach Ottes Verabschiedung kein Thema mehr für die Lokalpolitik.
Was der Umbau des bestehenden Parkplatzes zu einem vielleicht schöneren Parkplatz kostet, war bislang allerdings auch kein Thema – bis jetzt.
Vom Parkplatz zum Parkplatz – mit weniger Parkplätzen
In diesem Sommer rückten die Bagger an, um aus dem bestehenden Parkplatz einen Parkplatz zu machen. Etwas schicker, mit zusätzlichen Abstellflächen für Fahrräder und leicht reduziert: von bislang 64 auf nun 59 Stellplätze – während auf der anderen Seite des Hasetorwalls erst kürzlich Dutzende Parkplätze „verpollert“ wurden.
Großes Ehrenwort von Stadt und städtischer Parkraumgesellschaft OPG: Die alten Bäume des Klostergartens sollten dafür nicht gefällt werden. Und tatsächlich sind die Bäume auch während der Bauarbeiten gut eingepackt und geschützt worden.

Kritik an Kosten und Transparenz vom Bund Osnabrücker Bürger (BOB)
Doch was kostet das alles in Zeiten leerer Stadtkassen – am Ende mit weniger Parkraum, der von der OPG kostenpflichtig stundenweise vermietet wird?
Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) wollte und will es genauer wissen und stellte bereits vor der Sommerpause eine Anfrage an die Stadtverwaltung. Diese verwies auf die Stadtwerketochter OPG, die jedoch nicht antwortete – und dies nach Angaben des BOB bis heute nicht tut.
Verwaltung und Stadtwerketochter schweigen – BOB droht mit Klage
Inzwischen hat der Bürgerbund angekündigt, eine Klage vor dem Verwaltungsgericht einzureichen, sollte die OPG nicht detailliert Auskunft geben – etwa zu Planungs- und Einzelkosten. Auch die Wirtschaftlichkeitsrechnung für eine Baumaßnahme, die letztlich nur einen leicht verschlechterten Status quo wiederherstellt, interessiert den BOB.
700.000 Euro für „Sanierung und Modernisierung“
Was die Gesamtkosten angeht, kann die HASEPOST schon einmal mit einer Zahl aushelfen. Im Rahmen einer Anfrage zu der Baumaßnahme, anlässlich einer ersten Pressemitteilung des BOB, erklärte Stadtwerkesprecher Marco Hörmeyer: „Die Gesamtkosten für die Sanierung und Modernisierung des Parkplatzes an der Dominikanerkirche belaufen sich auf rund 700.000 Euro.“