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Autonomer Elektrobus “Hubi” dreht jetzt seine Runden durch Bad Essen

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“Wir wissen wie die Zukunft aussieht”, ist sich Stadtwerke-Mobilitätsvorstand Dr. Stephan Rolfes sicher, “wir müssen nur noch den Weg dorthin finden”. Einen Teil dieser Wegstrecke in die Zukunft der Mobilität soll der autonome Elektrobus “Hubi” aufzeigen, der bis Ende Oktober in Bad Essen einen neuen Testkurs befahren wird.

Seit mehr als einem Jahr begleitet das Forschungsfahrzeug die Stadtwerke und die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) – erst mit vorsichtig anmutenden Versuchsfahrten über das abgesperrte Stadtwerke-Betriebsgelände, dann durch den Wissenschaftspark am Innovationscentrum Osnabrück (ICO) und ab kommenden Sonntag (13. September) in einer nochmals herausfordernden Testumgebung in der Kurstadt Bad Essen.

Beim gemeinsamen Pressetermin mit der Lokalpolitik und Landrätin Anna Kebschull zeigte sich in der Wortwahl bereits, wie sich der Fokus der Projektbeteiligten auf Hubi inzwischen geändert hat.
Hubi wird von den Nahverkehrsexperten immer häufiger als “Shuttlebus” bezeichnet. Das entspricht auch dem Projektnamen, der sich aus dem Begriff “Hubchain”
 ableitet und die Verknüpfung von kleinen autonomen Zubringerbussen mit dem weiteren Nahverkehr beschreibt.

“Hubi” wird in Bad Essen direkt mit den Linienverkehr verknüpft

In Bad Essen wird die Verknüpfung von Shuttlebus und Linienverkehr nochmals praxisnäher demonstriert und erprobt. So bietet die im Vergleich zum Einsatz im Wissenschaftspark deutlich anspruchsvoller trassierte Streckenführung tatsächlich einen Mehrwert für die Nutzer, da sie den Ortskern und zahlreiche Wohnstraßen mit der Marina am Mittellandkanal verbindet, wobei im Streckennetz gleich zwei Umsteigehaltestellen zur Linie X276 eingebunden wurden.

Umsteigen zwischen Linienbus und "Hubi", Bürgermeister Timo Natemeyer zeigt wie es geht
Umsteigen zwischen Linienbus und “Hubi”, Bürgermeister Timo Natemeyer zeigt wie es geht

Großes Interesse weiterer Landkreisgemeinden

Nach Ansicht von Landrätin Anna Kebschull kann Hubi demonstrieren, wie in Zukunft die “Mobilitätsgartantie” im ländlichen Raum aussehen wird.
Wenn alles wie gewünscht läuft, wird in einer absehbaren Zukunft kein Landkreisbewohner mehr an feste Fahrplanzeiten gebunden sein um zum Beispiel auch spät in der Nacht noch von seinem Arbeitsplatz nach Hause pendeln zu können. Hubi – oder seine zukünftigen Nachfolger – soll mehr Flexibilität in den Nahverkehr bringen.

Bereits vor dem Projektstart in Bad Essen, so die Landrätin, haben sich zahlreiche weitere Landkreisgemeinden, allen voran auch andere Kurorte aus der Region wie Bad Laer und Bad Rothenfelde gemeldet und ihr Interesse bekundet selbst ähnliche Systeme anbieten zu wollen.

Strecke in Bad Essen ist herausfordernd für die Technik

Bis Hubi aber wirklich praxistauglich sein wird, sind noch einige technische Hürden zu nehmen. Noch ist seine Geschwindigkeit aus rechtlichen Gründen auf 15 km/h begrenzt und auch weiterhin ist ein “Steward” an Bord, der jederzeit in das autonome Fahrprogramm eingreifen kann. Dabei geht die Fahrt in Bad Essen erstmals auch durch enge Straßen und drei Kreisverkehre, eine echte Herausforderung für die Technik, so Werner Linnenbrink, Leiter Mobilitätsangebot der Stadtwerke Osnabrück. „Hubi“ verbindet auf seiner Route zentrale Einrichtungen und Plätze wie das Freibad, die Marina, den Kirchplatz und mehrere Nahversorger. „Wir bieten dadurch eine neue Mobilität, die gleich mehrere Zielgruppen anspricht: Kurgäste, Tagesbesucher und mobilitätseingeschränkte Personen können gleichermaßen von dem neuen Angebot profitieren.“

Bad Essens Bürgermeister ist offen für neue Technik

Dass Hubi seine Runden nun durch Bad Essen drehen kann, hat der kleine Elektrobus auch der Begeisterung von Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer zu verdanken.
Als die Projektpartner, zu denen auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gehört, nach einem weiteren Testgebiet suchten, war Natemeyer sofort offen für einen Testeinsatz in seiner Gemeinde. 

Eigentlich sollte der selbstfahrende Minibus bereits im Mai auf seinem mehr als zwei Kilometer langen Rundkurs im Kurort unterwegs sein. Der Corona-Lockdown machte den Verantwortlichen des „Hub Chain“-Projektes einen Strich durch die Rechnung. „Zunächst war es unklar, ob ‚Hubi‘ überhaupt bei uns zum Einsatz kommen kann“, so Natemeyer weiter. „Mein Dank gilt daher den Projektpartnern, die den ‚Hubi“-Einsatz möglich gemacht haben“.

„Wir gehen davon aus, dass wir hier in Bad Essen andere Anwendungsfälle beobachten können, als in den bisherigen Testläufen“, formuliert Udo Onnen-Weber vom „Hub Chain“-Konsortialpartner KOMOB (Kompetenzzentrum ländliche Mobilität) die Erwartungen der Projektgruppe.

In fünf Jahren vielleicht schon im Regelbetrieb?

Bei der Frage, wann denn mit einem regulären Einsatz vergleichbarer Shuttlebusse zu rechnen sei, sind sich Politik und Experten relativ einige. Landrätin Kebschull will sich zwar noch nicht festlegen, bleibt mit ihrer Prognose von “in acht, vielleicht auch schon in fünf Jahren” genauso in der nahen Zukunft wie Stadtwerke-Vorstand Rolfes, der ebenso wie Kompetenzzentrum-Experte Onnen-Weber mit etwa fünf Jahren rechnet.
In fünf Jahren, das wurde parallel zur Präsentation in Bad Essen bekannt, will auch die Bundesregierung in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt im Bundesgebiet die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, um autonome Mobilität zu ermöglichen.

Schon 120 Anmeldungen für Testbetrieb

Wer nicht noch fünf Jahre warten will, kann Hubi in Bad Essen im am Montag (14. September) startenden “On-Demand-Betrieb” testen, erste Schnupperfahrten gibt es bereits ab Sonntag.
An drei Tagen in der Woche – sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie montags und dienstags in der Zeit von 9 bis 13 Uhr – ist „Hubi“ buchbar und nur dann auf seinem Rundkurses unterwegs ist, wenn er dazu aufgefordert wird. Wer ‘Hubi‘ nutzen möchte, der bestellt seine Fahrt ganz bequem über die kostenlose Hub Chain App, die per QR-Code an den Haltestellen oder über www.hubchain.de erhältlich ist.
Schon eine Woche vor dem Testbetrieb, so war am Rande des Pressetermins zu hören, sollen sich bereits 120 Interessenten vor-registriert haben.

Ende Oktober sollen die Testfahrten in Bad Essen, die natürlich unter besonderen Hygienebdingungen durchgeführt werden, beendet werden.

Titelfoto: „Hubi-Startschuss“ für Bad Essen: (von links) Udo Onnen-Weber (KOMOB), Tosten Gottlieb (VOS Nord-Ost), Dr. Stephan Rolfes (Stadtwerke Osnabrück), Landrätin Anna Kebschull (Landkreis Osnabrück), Timo Natemeyer (Gemeinde Bad Essen) und Werner Linnenbrink (Stadtwerke Osnabrück).

Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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