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Ausstellung über moderne Sklaverei: Osnabrücker Schüler besuchen Missio-Truck

Moderne Sklaverei – ein hochsensibles Thema, das in allen Teilen der Welt existiert. Genau diesem Thema widmeten sich am Mittwoch (19. Februar) Schülerinnen und Schüler der BBS Brinkstraße sowie des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums im so genannten Missio-Truck – einem umgebauten LKW, der mithilfe multimedialer Interaktionsräume über moderne Sklaverei aufklärt.

Der Missio-Truck ist kein normaler LKW

Der Missio-Truck des katholischen Hilfswerks tourt durch ganz Deutschland. In seinen fünf Räumen können sich die Schülerinnen und Schüler mithilfe digitaler Lernmethoden über moderne Sklaverei informieren und sensibilisieren lassen. Richtig gelesen – was von außen wie ein umgebauter Container aussieht, besteht aus fünf kleinen Räumen mit Heizung und Lüftung. Schüler der Jahrgänge 9 und aufwärts erwartet Technik wie beispielsweise Tablets und Touchpads, die multimedial und interaktiv über die Ausbeutung billiger Arbeitskräfte auf der ganzen Welt aufklären.

Damit sich die Jugendlichen auch im Unterricht mit den Inhalten des riesigen Anhängers auseinandersetzen, besteht das Programm des Missio-Trucks nicht nur aus einem Rundgang. In anschließenden Lerneinheiten können die Gruppen ihr neu gewonnenes Wissen festigen und über das sensible Thema der Sklaverei diskuttieren.

Missio-Truck
Mit einem Tablet lassen sich Objekte scannen, die Spuren moderner Sklaverei beinhalten. / Foto: Hinnerk Gramm

Die Räume widmen sich verschiedenen Themen – von Wertschöpfungsketten in der Modeindustrie bis hin zur Teegewinnung in Indien. Jedes dieser Themen verdient seine Aufmerksamkeit.

Moderne Sklaverei findet systematisch und überall statt

All diese Problematiken eint, dass sie durch „ausbeuterische Arbeit“ moderne Sklaverei vorantreiben. So erklärt es Dirk Raufhake vom Bistum Osnabrück, der die Rundgänge im Missio-Truck leitet. Wie er betont, muss man nicht weit schauen, um auf problematische Arbeitsverhältnisse zu stoßen. Auch Kreuzfahrtschiffe auf der Nordsee oder Orangenplantagen in Italien hätten in der Vergangenheit Menschen zu Niedriglöhnen beschäftigt, die sklavenähnlichen Bedingungen ausgesetzt gewesen sein sollen.

Missio-Truck
Der Flur des Missio-Trucks informiert über die problematischen Zustände der Arbeitenden auf Teeplantagen in Indien. / Foto: Gramm

Positive Resonanz für die Bildung auf Rädern

Für die Besucher des Trucks ist der rund 15-minütige Rundgang eine großartige Gelegenheit, sich über moderne Sklaverei weiterzubilden. Wie uns Schüler, die den Rundgang bereits absolviert haben, bestätigten, sind die Inhalte im LKW „ziemlich interaktiv“ sowie „kreativ und informativ“ aufbereitet. Ein Schüler lobt besonders, dass das Thema der modernen Sklaverei angesprochen wird: „Gut, dass darauf aufmerksam gemacht wird“. Auch die Lehrkräfte zeigen sich zufrieden. „Die Inhalte sind sehr schülernah aufbereitet“, betont Religionslehrerin Andrea Bosse.

Ausstellung über moderne Sklaverei: Osnabrücker Schüler besuchen Missio-Truck
Der Anhänger in voller Länge. / Foto: Gramm

Schulleitungen ziehen ein positives Fazit

Auch die Schulleitungen der BBS Brinkstraße und des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums sind mit dem Missio-Truck sehr zufrieden. Für den Schulleiter der BBS Brinkstraße, Martin Henkel, helfe das Projekt, den „Bildungsauftrag umfassender zu verstehen.“ Politische Bildung sei nicht nur Teil des Politikunterrichts, sondern Aufgabe aller, die an der Bildung junger Menschen beteiligt sind. Thomas Grove, Schulleiter des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums, betont, dass es jungen Menschen nicht an einem „Blick auf die Welt“ fehlen dürfe. Gerade im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl sei politische Bildung besonders wichtig.


 
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