Statistiken sind das, was man aus ihnen macht. So konnte Osnabrücks Oberbürgermeisterin Anfang März gemeinsam mit Vertretern der Polizeiinspektion Osnabrück mit vermeintlich guten Zahlen der aktuellen Statistik der Polizei glänzen.
Um mehr als sieben Prozent sei die Gesamtkriminalität im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wurde unter Verweis auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verkündet. Auch die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr mit 61,0 Prozent auf einem stabil hohen Niveau.
Vergleichsstudie betrachtet Osnabrück ohne Einbeziehung des Landkreises
Ein kleiner Schönheitsfehler bei der Präsentation Anfang März: Die genannten Zahlen bezogen sich auf Stadt und Landkreis Osnabrück – und wurden nicht ins Verhältnis mit Vergleichsgemeinden gesetzt.
Eine aktuelle Auswertung der BILD hingegen betrachtet die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik getrennt nach Landkreisen und kreisfreien Städten in der Bundesrepublik. Vergleicht man diese Daten mit den anderen Stadtkreisen in Niedersachsen, zeigt sich ein anderes Bild: Osnabrück liegt mit 10.153 Straftaten pro 100.000 Einwohner nicht nur weit vorn – die Stadt führt das Ranking in Niedersachsen an. Zum Vergleich: Der Landkreis Osnabrück verzeichnet lediglich 4.091 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Betrachtet man Stadt und Landkreis gemeinsam, sieht das natürlich alles viel besser aus.
Oldenburg und Braunschweig bei Kriminalität deutlich hinter Osnabrück
Oldenburg und Braunschweig – auch hier ohne den jeweiligen Landkreis bzw. umliegende Kreise – spielen mit 7.959 bzw. 8.447 Straftaten pro 100.000 Einwohner in Niedersachsen in einer ganz anderen Liga – ebenso wie der ostwestfälische Lokalrivale Bielefeld mit 8.256.
Einziger „Trost“, wenn man es denn so nennen will: Die „andere Friedensstadt“ Münster rangiert mit 10.305 Straftaten pro 100.000 Einwohner noch knapp vor Osnabrück. Die Landeshauptstadt Hannover lässt sich schwer vergleichen, da dort die Kriminalstatistik gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden der „Region Hannover“ (9.389) erhoben wird.
