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Wie die Stadtwerke Osnabrück auf eine ‚Gasmangellage‘ reagieren würden

📍Ort des Geschehens: Osnabrück (Gesamtstadt)

Droht Osnabrück eine ‚Gasmangellage‘? Gleich vorweg: „Derzeit sind keine Maßnahmen geplant“, so die zentrale Antwort der Stadtwerke Osnabrück auf eine Nachfrage unserer Redaktion, wie die Stadtwerke Osnabrück das Risiko einschätzen, dass die Erdgasversorgung in Osnabrück unterbrochen oder reduziert werden muss.

Sollte es dennoch dazu kommen, ist man vorbereitet, wie Stadtwerkesprecher Sebastian Philipp mit Stand 25. Januar 2026 erläutert. Hintergrund unserer Anfrage sind vor allem in sozialen Medien – insbesondere auf TikTok und X – kursierende Meldungen, wonach die für strenge Winter vorgehaltenen Gasreserven bereits zu mehr als 60 Prozent ausgeschöpft seien.
Gleichzeitig wird behauptet, dass aus den USA, derzeit das einzige Land, das Deutschland per Schiff mit Flüssiggas (LNG) beliefert, wegen des eigenen Bedarfs aktuell keine Frachter unterwegs nach Deutschland sind.

Bundesnetzagentur aktualisiert Daten zu Gasreserven nicht mehr

Nicht zuletzt die Bundesnetzagentur selbst sorgt bei jenen, die vor einer drohenden „Gasmangellage“ warnen, für Skepsis. Auf einer mit dem Titel „tägliche Daten“ versehenen Informationsseite ist die letzte Infografik zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels bereits eine Woche alt. Demnach waren die Gasspeicher am 20. Januar noch zu 40,51 Prozent gefüllt – und das noch vor dem erneuten Wintereinbruch der vergangenen Tage.

Zuletzt hatte sich der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller (Grüne), Ende Dezember 2025 öffentlich zur Gasversorgung geäußert und erklärt, ein drohender Gasmangel sei aktuell nicht absehbar

"Tägliche Daten" auf einer Infoseite der Bundesnetzagentur – allerdings schon knapp eine Woche alt und da bereits deutlich unter den Werten des Vorjahres.
„Tägliche Daten“ auf einer Infoseite der Bundesnetzagentur – allerdings schon knapp eine Woche alt und da bereits deutlich unter den Werten des Vorjahres. Quelle: www.bundesnetzagentur.de/DE/Gasversorgung/aktuelle_gasversorgung/start.html – abgerufen am 26. Januar 2026.

Geht den Stadtwerken Osnabrück in diesem Winter das Gas aus?

Zurück nach Osnabrück: Wie vorbereitet ist man in der Hasestadt, wenn sich die Speicher – aus welchen Gründen auch immer – schneller leeren sollten, als der Frühling milde Temperaturen bringt und Gasfrachter aus den USA neues Flüssiggas liefern? Alle folgenden Antworten stammen direkt von den Osnabrücker Stadtwerken und zeigen vor allem eines: Für den Fall der Fälle wäre man vorbereitet.
Privathaushalten und Krankenhäusern droht nach Angaben der Stadtwerke Osnabrück im unwahrscheinlichen Fall einer Gasmangellage zunächst keine Abschaltung – Unternehmen allerdings schon.

Wer (Industrie, Haushalte, Krankenhäuser etc.) wäre wann und wie betroffen?

Die SWO Netz hat sich in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Stadt und weiteren Behörden intensiv mit der Thematik einer Gasmangellage auseinandergesetzt. Dabei wurden unterschiedliche Szenarien betrachtet. Grundsätzlich gehören Privathaushalte und Einrichtungen wie Krankenhäuser zu den geschützten Kunden, die bei einer Gasmangellage priorisiert behandelt werden. Nicht geschützte Kunden sind in diesem Zusammenhang große Industriebetriebe, gewerbliche Großverbraucher und energieintensive Unternehmen.

In der Konsequenz wäre die Industrie in einer echten Mangellage zuerst und unmittelbar betroffen. Haushalte und Krankenhäuser würden möglichst lange geschützt, könnten aber bei extremer Lage nicht vollständig ausgenommen werden.

Können in Osnabrück Industriebetriebe, private Haushalte und Krankenhäuser unterschiedlich beliefert bzw. „abgeklemmt“ werden?

Grundsätzlich können Abschaltungen im Verteilnetz der SWO Netz auch bezirksweise erfolgen. In einer echten Gasmangellage könnte die SWO Netz daher auch rotierend Versorgungszonen mit Erdgas beliefern. Krankenhäuser würden im Notfall priorisiert versorgt werden.

Während die Bundesnetzagentur den Bundesbürgern nur noch veraltete Daten anzeigt, gibt es auf der europäischen Vergleichsseite agsi.gie.eu aktuelle Daten. Abgerufen am 26. Januar werden dort für Deutschland nur noch 36,77% Füllstand der Gasspeicher angezeigt, mit einzelnen Speichern, die bereits nahezu komplett entleert wurden.
Während die Bundesnetzagentur den Bundesbürgern nur noch veraltete Daten anzeigt, gibt es auf der europäischen Vergleichsseite agsi.gie.eu aktuelle Daten. Abgerufen am 26. Januar werden dort für Deutschland nur noch 36,77% Füllstand der Gasspeicher angezeigt, mit einzelnen Speichern, die bereits nahezu komplett entleert wurden und Speichern, die keinen Status mehr melden. Der Screenshot zeigt einen Ausschnitt, abgerufen am 26. Januar 2026. Komplette aktuelle Daten unter agsi.gie.eu.

Hat die aktuelle Lage Auswirkungen auf Bezugspreise für die Stadtwerke und/oder die Endkunden?

Nein. Die Stadtwerke verfolgen eine langfristig ausgelegte Beschaffungsstrategie und haben mit ihren Vorlieferanten Festpreise vereinbart, sodass sie ihren Kundinnen und Kunden verlässliche und stabile Preise garantieren können. Eine auch kurzfristig auftretende Gasmangellage hätte daher eher Einfluss auf die Versorgung als auf die kurzfristige Preisentwicklung.

Und schließlich die wichtigste Frage: Wie sehen die Stadtwerke ganz grundsätzlich das Risiko einer Gasmangellage?

Wie schätzen die Stadtwerke das Risiko ein, dass die Erdgasversorgung in Osnabrück unterbrochen oder reduziert werden muss?

Laut Bundesnetzagentur ist die Gasversorgung in Deutschland stabil und die Versorgungssicherheit gewährleistet. Ebenso schätzt die BNetzA die Gefahr einer angespannten Gasversorgung aktuell als gering ein. Im Juli 2025 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Notfallplan Gas die Alarmstufe aufgehoben – seither gilt ununterbrochen die Frühwarnstufe, also Stufe 1 von 3. Die SWO Netz beobachtet laufend die aktuelle Lagebewertung der Bundesnetzagentur und leitet daraus bei Bedarf die notwendigen Schritte für die Gasversorgung in Osnabrück ab. Derzeit sind keine Maßnahmen geplant.


 
Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2014, basierend auf dem unter dem Titel "I-love-OS" seit 2011 erschienenen Tumbler-Blog. Die Ursprungsidee reicht auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11
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