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Vom 1. bis 6. September: Was es mit dem Großen Schnatgang in Osnabrück auf sich hat

Alle sieben Jahre verwandelt sich Osnabrück in eine Bühne der gelebten Geschichte, wenn die Heger Laischaft zum Großen Schnatgang lädt – und 2025 ist es wieder soweit. Vom 1. bis 6. September erwartet die Friedensstadt ein außergewöhnliches Spektakel, das tiefe historische Wurzeln mit frischem Stadtleben verbindet.

Was ist der Schnatgang?

Was heutzutage alle sieben Jahre ein fröhliches Stadtfest für Groß und Klein ist, war einst ein handfester Grenzgang: Mitglieder der Laischaft durchstreiften früher das Umland, um die gemeinschaftlich genutzten Weideflächen abzugrenzen – ein Akt zur Vermeidung von Streitigkeiten und zur Wahrung des kollektiven Gedächtnisses. An markanten Grenzpunkten gab es symbolische Ohrfeigen für die jüngsten Teilnehmer – begleitet vom legendären Ausruf „Olle Use“, plattdeutsch für „Alles unseres“.

Heute ist der Schnatgang längst kein Marsch entlang der Stadtgrenzen mehr, sondern ein symbolträchtiges Brauchtumsfest, das Zusammenhalt, lokale Identität und Tradition in den Mittelpunkt rücken soll.

Zwischen Laischaft und Lebensfreude

Organisiert wird das Spektakel von der Heger Laischaft, einer der letzten beiden aktiven Laischaften Osnabrücks – einer alten, selbstverwalteten Bürgergemeinschaft, die ihre Geschichte bis ins Mittelalter zurückverfolgen kann.

Der Große Schnatgang ist kein exklusives Vereinsritual, sondern ein offenes Stadtfest – ein Fest für alle: für Laischaftsmitglieder ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger, Gäste und neugierige Besucherinnen und Besucher. Oder wie es in alter Tradition heißt: für das „tolop Volk“ – das gesamte Volk.

Eröffnung des Großen Schnatgangs durch Gerhard Gust (Archivbild)
Eröffnung des Großen Schnatgangs durch Gerhard Gust im Jahr 2018. Auch heute noch, sieben Jahre später, ist Gust der Wort- und Buchhalter der Heger Laischaft. (Archivbild)

Was erwartet die Besucher?

Die traditionelle Festwoche, die zuletzt 2018 gefeiert wurde, hat es auch dieses Jahr in sich:

  • Die Altstadt wird liebevoll geschmückt mit fantasievollen Puppen, Schildern und Dekorationen, die das historische Flair der Stadt hervorheben sollen.
  • Für Kinder und Jugendliche gibt es Wettbewerbe, Spiele und Mitmachaktionen – denn auch sie sollen Grenzpunkte erleben, natürlich ganz ohne Ohrfeige.
  • Schulen und Jugendgruppen sind aktiv eingebunden – Tradition soll nicht nur erhalten, sondern lebendig weitergegeben werden.
  • Ein festlicher Ball bildet den glanzvollen Abschluss der Woche.
  • Als besonderes Highlight erwartet die Besucherinnen und Besucher eine künstlerische Projektion an der Marienkirche, die Osnabrücks Geschichte in Licht und Farbe erstrahlen lassen soll.

 
Dominik Lapp
Dominik Lapp
Dominik Lapp ist seit 2023 Redaktionsleiter der HASEPOST. Der ausgebildete Journalist und Verlagskaufmann mit Zusatzqualifikation als Medienberater, Social-Media- und Eventmanager war zuvor unter anderem als freier Reporter für die Osnabrücker Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt sowie als Redakteur beim Stadtmagazin The New Insider und als freier Autor für verschiedene Kultur-Fachmagazine tätig. Seine größte Leidenschaft gilt dem Theater, insbesondere dem Musical und der Oper, worüber er auch regelmäßig auf kulturfeder.de berichtet.
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