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Wie die Stadtwerke auf Busfahrermangel und ausfallende Busse in Osnabrück reagieren

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Ist Ihnen das in letzter Zeit auch passiert? An der Haltestelle steht auf der Anzeige die erwartete Ankunftszeit, es passiert nichts und die Anzeige zeigt plötzlich den nächsten Bus an, der vielleicht auch nicht kommt? So etwas ist in den vergangenen Wochen tatsächlich mehrfach passiert – Beiträge in sozialen Medien berichten darüber.

Angeregt durch einen Leser, der uns von eigenen Erfahrungen mit ausfallenden Bussen berichtete, haben wir bei den Stadtwerken Osnabrück nachgefragt. Der Grund für diese Ausfälle, die auch den Stadtwerken erheblichen Ärger bereiten, ist einfach zu verstehen, aber nicht ganz leicht zu beheben: Es fehlen Busfahrer. Doch das soll sich schnell ändern. Die Stadtwerke gehen in die Offensive und wollen den Fahrermangel mit allen Mitteln bekämpfen.

Für die Kunden ist es einfach nur frustrierend, wenn der Bus nicht erscheint. Für die Stadtwerke ist es ein großes Problem. „Uns fehlen derzeit rund 35-40 Fahrer. Alleine hier bei den Stadtwerken brauchen wir aktuell zusätzlich 20 neue Kollegen“, erklärt der Leiter des Verkehrsbetriebs, André Kränzke. Auf Grund des Mangels wurde die Umstellung auf das neue Busliniennetz bereits auf Februar 2020 verschoben.

Arbeiten am Limit

Die Fahrer und die Leitstelle arbeiten derzeit am absoluten Limit. Sobald kurzfristig Busfahrer wegen Krankheit ausfallen, schafft es die Leitstelle nicht immer einen geeigneten Ersatz zu finden. „Unsere Mitarbeiter tun hier wirklich ihr Möglichstes“, betont Kränzke. „Aber obwohl alle Hebel gezogen werden, sind wir hier blank. Die Kollegen sind erschöpft und gestresst.“ Man jongliere im Sinne des Kunden, um die Ausfälle gering zu halten. „Sicherheit hat aber keinen Spielraum“, so André Kränke. „Die Fahrer müssen immer 100% fit und konzentriert sein, denn sie haben eine große Verantwortung.“ Deswegen fallen Fahrer  schon bereits bei kleineren Erkrankungen aus.

Altersprobleme und fehlender Nachwuchs

Es gibt mehrere Gründe, warum den Stadtwerken die Fahrer fehlen. Einer ist der demographische Wandel, der diverse Branchen betrifft. Viele der Mitarbeiter gehen in Rente, während weniger nachkommen. Das liegt auch daran, dass diesem Beruf oft mit Geringschätzung begegnet wird. Während zum Beispiel Polizisten oder Krankenpfleger Anerkennung für ihre Arbeit erhalten, sind Busfahrer für die meisten Kunden nur dann existent, wenn etwas schief läuft. „Die Mitarbeiter erfahren oft Geringschätzung und das geht einigen sehr nahe. Sie sind für die Kunden praktisch unsichtbar.“ Das sei auch der Grund, warum sich Busfahrer grüßen, wenn sie sich sehen – es tut nämlich sonst keiner.

Stadtwerke gehen in die Offensive

Doch es sind bereits zahlreiche Maßnahmen angelaufen, um den Fahrermangel möglichst schnell zu beseitigen. „Wir haben die Zahl der Ausbildungsplätze auf zehn erhöht, wir haben Werbekampagnen geschaltet und arbeiten derzeit an einem mobilen Ausbildungsbus“, erklärt Kränzke. Besonders erfolgreich war die so genannte Guerilla-Kampagne. Um niedrigschwellig Menschen zu erreichen, wurden simple Handzettel in allen Bussen aufgehangen. Über 100 Personen meldeten sich danach, mit einem großen Teil hat man auch Bewerbungsgespräche geführt. „Wichtig für den Beruf ist, dass man Spaß am Umgang mit Menschen und dem Busfahren hat“, so André Kränzke. Ein fehlerfreies Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis sind ebenfalls eine Voraussetzung. Je nachdem, ob die Person bereits einen Busführerschein hat oder nicht, dauert die Ausbildung dann zwischen drei und acht Monaten.

Stadtwerke zahlen Führerschein, Tariflohn und Zuschläge

Der Stundenlohn liegt zu Beginn bei 14,81 Euro und steigert sich mit zunehmender Treue zum Arbeitgeber  – hinzu kommen Zuschläge erläutert André Kränzke, der betont, dass die Stadtwerke Tariflohn bezahlen. Die Kosten für den notwendigen Führerschein werden bei Bedarf auch noch übernommen.

Optimistisch in die Zukunft

Auch wenn die Mitarbeiter derzeit am absoluten Limit arbeiten, der Leiter der Verkehrsbetriebe ist optimistisch: „Ich bin überzeugt, dass unsere Arbeit Früchte tragen wird. Wir haben schon sehr viel gemacht und werden in Zukunft auch noch mehr machen, um uns als innovativen Arbeitgeber zu präsentieren.“

VOS-Pilot App bietet Echtzeit-Anzeige

Wer sich unsicher ist, ob sein Bus noch kommt, kann übrigens in der VOS-Pilot-App in Echtzeit die Busse verfolgen. Dort ist dann auch zu sehen, ob ein Bus ausfällt.


Sophie Scherler
Sophie Scherler ist seit März 2018 Redakteurin bei der Hasepost. Zwei Jahre zuvor zog sie für ihr Studium der Sozialwissenschaften nach Osnabrück. Ihren Abschluss wird sie im nächsten Jahr machen. Danach strebt sie ein crossmediales Volontariat bei einem großen Medienunternehmen an.

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