Ein Schlüsselbund als Beweismittel auf der Fahrbahn gesichert, daneben ein E-Scooter: Hier wurde nach Angaben von Zeugen einer der Tatverdächtigen gestellt, der in die gewalttätige Auseinandersetzung vor dem Bischof-Lilje-Altenheim in der Osnabrücker Wüste verwickelt sein soll.
Wieso kam es zu Schüssen im Wohngebiet?
Waren es Angehörige einer Großfamilie? Wurden die Schüsse von einer scharfen Waffe abgegeben? Zu Details und zu den unter Anwohnern kursierenden Vermutungen kann die Polizei am Donnerstagnachmittag noch keine Auskunft geben. „Die Kriminaltechnik muss jetzt alle Spuren untersuchen“, erläutert ein Polizeisprecher das weitere Vorgehen.

Beteiligte an dem Gewaltexzess sind noch nicht vernehmungsfähig
Zudem müssen auch noch zwei Männer und eine Frau, die aktuell im Krankenhaus behandelt werden, für eine Befragung zur Verfügung stehen. Dass die beiden Männer bei der „körperlichen Auseinandersetzung“, wie es die Polizei jetzt noch nennt, „verletzt“ wurden, das ist Fakt. Zeugen vor Ort berichteten der HASEPOST von „Schlägen und Tritten“, allerdings will man selbst es nicht gesehen haben – zahlreiche Gerüchte kursieren und weil die Polizei sich noch mitten in den Ermittlungen befindet, kann die auch noch nicht viel dazu sagen.
Schussverletzungen oder auch nur Hämatome, wie sie auch von einer Schreckschusswaffe stammen könnten, werden aber zum derzeitigen Zeitpunkt ausgeschlossen, so heißt es aus Polizeikreisen. Relativ sicher, auch wenn hier erst abschließend die Kriminaltechniker etwas sagen können, ist man sich hinsichtlich der Art der abgefeuerten Patronen: „Wir gehen von einer Schreckschusswaffe aus“, so Jannis Gervelmeyer von der Polizeiinspektion Osnabrück.
Fünf Schüsse und ein E-Scooter als Fluchtfahrzeug
Insgesamt fünf Schüsse wurden nach Angaben von Anwohnern abgegeben, mit denen unsere Redaktion vor Ort sprechen konnte. Der E-Scooter, den die Polizei an einen Zaun gelehnt sichergestellt hat, soll von einem der Männer zur Flucht genutzt worden sein.

Dritte Gewalttat in Osnabrück innerhalb weniger Tage
Es ist innerhalb weniger Tage die dritte Tat, bei der mehrere Personen im Stadtgebiet gewalttätig aufeinander losgegangen sind.
Die Gewaltserie begann mit einer Stichverletzung auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Eversburg, setzte sich fort mit einer Massenschlägerei auf einem Spielplatz in der Innenstadt und findet nun mit dem Abfeuern von Schreckschussmunition in der Osnabrücker Wüste ihren vorläufigen Höhepunkt. Zu allen Taten haben sich bislang weder Staatsanwaltschaft noch Polizei zu den Hintergründen von Tat und Tatverdächtigen geäußert — auch nicht dazu, ob diese Taten in einem Zusammenhang stehen.