War Hans Georg Calmeyer ein mutiger Retter oder ein williger Teil des NS-Terrors? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer öffentlichen Gesprächsveranstaltung am Donnerstag, 21. August, um 19:00 Uhr im Museumsquartier Osnabrück. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Update vom 20. August: Die Veranstaltung wurde krankheitsbedingt abgesagt. Ein Ersatztermin soll noch bekannt gegeben werden.
Umstrittener Jurist
Journalist Rainer Lahmann-Lammert, langjähriger Beobachter der Debatte, diskutiert mit Historiker und Kurator Dr. Thorsten Heese über die komplexe Biografie des umstrittenen Juristen.
Calmeyer, während der deutschen Besatzung der Niederlande (1941–1944) Teil der Besatzungsverwaltung, entschied in „rassischen Zweifelsfällen“ über Leben und Tod. Knapp 3.000 Jüdinnen und Juden entgingen durch seine Entscheidungen der Deportation – doch andere wurden durch sein Handeln dem NS-Vernichtungsapparat ausgeliefert.
Journalistischer Begleiter
Rainer Lahmann-Lammert, der die Diskussion um Calmeyer seit den 1990er-Jahren journalistisch begleitet, hat sowohl dessen Ehrungen – wie den Titel „Gerechter unter den Völkern“ und die Justus-Möser-Medaille – dokumentiert als auch kritische Stimmen zu den moralischen Ambivalenzen seiner Rolle.