“Kaffee-am-Markt-Wetter”
Grüne zum Neumarkt-Center: „Entscheidung zum Bau des Centers ist bis heute nicht getroffen“
Für die Grünen im Stadtrat antwortete uns nun auch Volker Bajus auf die vergangene Woche gestellte Frage zur Zukunft des “Mega-Centers” am Neumarkt. Überraschend deutlich ist die Aussage, dass die Entscheidung zum Bau des Centers – trotz aller vorbereitenden Schritte – aus Sicht der Grünen noch nicht gefallen ist, doch dazu mehr in der Stellungnahme weiter unten.
Stadtrat Bajus konnte sich die kleine Spitze nicht verkneifen, dass der Herausgeber (aber inzwischen längst nicht mehr alleinige Autor) dieses Blogs bei der Kommunalwahl 2011 für die CDU kandidierte. Das ist richtig, soll aber hoffentlich nicht in Richtung “parteilichkeit” verstanden werden? Einem Blogger wird ganz allgemein das “Privileg der Subjektivität” zugebilligt, was ihn von einer (Netz-)Zeitung unterscheidet, wo dies nur im Kommentar bzw. bei besonderer Kennzeichnung statthaft ist. Aber selbst Herausgeber und Verleger von Zeitungen sind oft (in Osnabrück immer?) auch Mitglied von Parteien, und sie bestimmen die “publizisitsche Leitlinie”.
Ob Herr Bajus in Antworten an “klassische Medien” auch so pointiert die Hintergründe des jeweiligen Journalisten, Herausgebers oder Verlegers herausstellt?
Wie auch immer, rein inhaltlich (in Sachen “Neumarkt”) ist die Replik von Volker Bajus lesenswert:
Die Grüne Ratsfraktion bedauert ausdrücklich die Insolvenz des Traditionsbuchladens Jonscher am nördlichen Ausgang der Fußgängerzone. Wir beobachten die Entwicklung im Einzelhandel mit Sorge. Inhabergeführte Einzelhändler können häufig der wachsenden Konkurrenz großer Filialisten nicht Stand halten. Der Konzentrationsprozess schreitet voran. Zum Glück steht Osnabrück im Vergleich mit anderen Städten noch recht gut da. Im Buchhandel spielt zudem die Umsatzverlagerung in den Online-Handel (vorneweg zu Amazon) eine zentrale Rolle. Inwiefern Jonscher mit einer anderen kaufmännischen Strategie überlebensfähig gewesen wäre, darüber erlaube ich mir kein Urteil.
Kommunalpolitik hat auf diese globale Entwicklungen nur begrenzte Einflussmöglichkeiten. Die aber nutzen wir: So betreiben wir in Osnabrück ein offensives Stadtmarketing und bieten unseren Besuchern eine wachsende Vielfalt an Erlebnis und Kultur mitten im Zentrum. Im Umfeld von Jonscher im Bereich Theater, Krahnstraße, Altstadt wurde erheblich in die Stadterneuerung investiert und die Aufenthaltsqualität verbessert. Mit unserem Märkte- und Zentrenkonzept sichern wir die Einzelhandelsstandorte in der Innenstadt planungsrechtlich und strategisch ab.
Herr Pohlmann, als CDU-Kandidat der vergangenen Kommunalwahl wissen Sie, dass es einen Zusammenhang zwischen der Insolvenz des Buchladens mit den Überlegungen, in der südlichen Innenstadt ein Einkaufscenter zu ermöglichen, schon aus zeitlichen Gründen nicht geben kann. Eine Entscheidung zum Bau des Centers ist bis heute nicht getroffen worden. Lediglich die Rahmendaten für die weitere Planung wurden vom Rat beschlossen. Eine abschließende Entscheidung wird es aller Voraussicht nach in 2012 nicht geben.
Den bestehenden Leerstand kann ich nur bedauern. Die nördliche Innenstadt hat jedoch aufgrund der besonderen Struktur (Altstadt, Kleinteiligkeit, …) eine besondere Anziehung für Besucher. Insofern bin ich optimistisch, dass sich der Leerstand schon bald wieder füllt. Leerstand hat ja immer auch eine mietpreiskorrigierende Funktion. Und, eine gewisse Fluktuation und damit verbunden Leerstand ist nichts Ungewöhnliches.
Das Projekt Neumarkt aufschieben ist also gar nicht nötig. Es hieße zugleich, nichts zu tun für die Mitte der Stadt. Stillstand. Für eine Stadt wie unser Osnabrück, die als Einkaufsstadt ja auch im Wettbewerb mit den umliegenden Städten steht, also Rückschritt. Das kann keiner wollen, der Osnabrück liebt.
Wir Grüne wollen, dass aus Osnabrücks Mitte, dem Neumarkt, ein Platz wird, auf dem man sich gerne aufhält. Ein Platz, der nördliche und südliche Innenstadt verbindet. Blechlawinen und Leerstände passen dazu nicht.
Wir haben die Fußgänger aus dem Tunnel wieder auf den Neumarkt geholt. Und schon bald werden weitere Übergänge folgen. Der Busverkehr vor dem Justizgebäude wird verlagert. So entsteht neuer städtischer Raum. Die schrittweise Reduzierung des Autoverkehrs verstärkt diese Entwicklung. Das leerstehende Wöhrl-Kaufhaus und das Kachelgebäude müssen modernisiert werden. Der Stadt fehlen dafür die Mittel. Nur deswegen ist für Grüne das Einkaufszentrum überhaupt diskutierbar.
Laut Gutachten führt ein zu kleines Center zu Umverteilungen innerhalb der Innenstadt. Gebraucht werde eine Mindestgröße von 21.500 qm, um zusätzlichen Umsatz nach Osnabrück zu holen. So lautet auch unser Ratsbeschluss. Dieser nennt zugleich die weiteren Bedingungen für eine verträgliche Ansiedlung: Branchenmix, Parkhausgröße und offene Gestaltung. So gewährleisten wir, dass das Center das bestehende City-Angebot ergänzt und Verdrängungseffekte minimiert werden.
Man sieht, es sind wir Grüne, die die City voran bringen und unserem Programm treu bleiben. Lieber Herr Pohlmann, es ist ihre CDU, die sich mit ihrer plakatierten Ankündigung „Grüne ruinieren die Innenstadt“ und einer inhaltlichen Blockadepolitik selbst isoliert hat. Schlimmer noch, indem die CDU die interfraktionell besprochene Grundposition der Stadt öffentlich unterlaufen hat, hat sie auch die Verhandlungsposition unserer Stadt gegenüber dem Investor geschwächt hat. Schade!
Es wird Zeit für die CDU aus dem Schützengraben des Wahlkampfes zurück zur Sachdebatte um die Zukunft unserer City zu kommen. Schön, wenn Ihr engagierter Blog dazu beitragen würde.
Dem ist nur hinzuzufügen, dass es sowohl in der vorhergehenden Beiträgen (bspw. auch der Pro-Neumarkt-Center Beitrag von Johnny) niemals um die (durchaus interessante, weil auch sehr indifferente) Position der CDU ging, noch das I-love-OS es bislang nötig hatte auf Vokabular wie “Schützengraben” oder “Blockadepolitik” zurückzugreifen; das klingt in den Augen des Autors (und Herausgebers) doch allzu sehr nach Kriegsberichterstattung!
Die Aussage, dass es “eine abschließende Entscheidung (…) aller Voraussicht nach in 2012 nicht geben” wird, zeigt jedoch, dass es durchaus noch die Möglichkeit zu einer “anderen” Lösung am Neumarkt gibt! Mal sehen, ob uns die Grünen hier noch überraschen werden?!
HP
So schön sieht Osnabrück im Internet aus!
Zugegeben, so ein Schmuckstück wie unseren historischen Markt, hat nicht jede Stadt. Daher können wir nur mitleidig lächeln wenn BILD nun in seiner Online-Ausgabe jammert “So trist sieht Hannover im Internet aus”.
Die städtische Webcam kann direkt von den Seiten der Stadt Osnabrück aufgerufen werden.
Ebenfalls aktiv sind zwei Webcams des Aero Clubs an der Atterheide. Weitere Osnabrücker-Webcams, deren Links teilweise noch bei Google kursieren, sind leider meist offline oder nicht erreichbar.
HP; Webcam-Bild via Osnabrueck.de
Piraten und UWG Osnabrück begrüßen ein „fallendes Mietniveau“ für Ladenflächen in Altstadtnähe
Auf unsere Anfrage an die Befürworter-Parteien des Einkaufscenters am Neumarkt, hat sich heute, im Vorfeld der aktuellen Sitzung des Stadtrates, die UWG/Piraten Gruppe gemeldet.
Ralf ter Veer von den Piraten hat uns im Wortlaut geantwortet:
“Wir sehen die Gewerbeflächen rund um den Domhof in keiner direkten
Konkurrenz zum geplanten Einkaufszentrum.
Da wir hier von keiner 1A-Lage sprechen, würden wir sogar begrüßen,
wenn ein fallendes Mietniveau für eine Belebung der altstadtnahen
Verkaufsflächen sorgt und ggf. alternativen Geschäftsmodellen einen
Raum bietet.Zudem werden wir heute einen Antrag der CDU in geänderter Form
unterstützen, der Gewerbeflächen (wenn auch im konkreten Falle eher
Großflächen) auf den Prüfstand schickt.”
Generell wollen Piraten/UWG am Märkte- und Zentren-Konzept festhalten und wollen I-love-OS demnächst darlegen, warum die Wahrnehmung des mfi Einkaufszentrums in der Öffentlichkeit verzerrt sei.
Die Einladung nehmen wir gerne an und bleiben am Ball!
HP
Dauerthema Neumarkt: eine Stimme Pro-„Mega-Center“
Blogs im Allgemeinen, und das gilt auch für I-love-OS, wird gerne vorgeworfen zu einseitig zu agieren. Um das zu vermeiden sind bereits rund um das Thema „Neumarkt“ die Befürworter-Parteien zur Stellungnahme aufgerufen; denn trotz erfolgten Ratsbeschlüssen ist die Debatte in der Bevölkerung noch lange nicht „durch“.
Die SPD hat hier dankenswerter Weise bereits Position bezogen, und heute reicht „Johnny“ einen Beitrag nach, der ebenfalls gegen meine Kontra-Position beim „Mega-Einkaufscenter“ steht.
Insbesondere was die Rolle des Entwicklers mfi angeht, bin ich absolut anderer Meinung als Johnny – denn: mfi wird, allein aus wirtschaftlichen Interessen getrieben, ebenso das Lied „vom Wohl der Stadt“ singen, wie ein Dealer der beim Anfixen vollmundig erklärt, das man ja „einmal probieren“ könne…
Wenn das “Mega-Center” am Neumarkt aber steht, dann gibt es kein Zurück mehr! Egal ob die Mietpreise am Nordwest-Zipfel der Innenstadt aktuell zu hoch sind, werden dann mehr als 20.000qm zusätzlicher Ladenfläche so etwas wie ein Großversuch am (noch) lebenden Objekt einer Innenstadt sein. Eine Innenstadt, die sich weiterhin auch gegen Online-Handel, demographischen Wandel und vielleicht noch größere Kaufkraftverluste in Folge wirtschaftlicher Entwicklungen zur Wehr setzen muss. Sind es nicht gerade die Stimmen aus der politischen Linken, die uns vor den Grenzen des Wachstums warnen? Eben jene Parteien, die nun – zusammen mit einer kurios agierenden FDP – in Osnabrück für dieses Mega-Center votierten.
Im schlimmsten Fall sehen nach 2015 die Krahnstraße und der Domhof so aus, wie jetzt die Johannisstraße – geprägt von weiteren Leerständen und Ramsch-Geschäften, die vom Vermieter nur akzeptiert werden, um wenigstens die Betriebskosten zu erwirtschaften.
HP
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Die neu auflodernde Brisanz des Themas – insbesondere in diesem Blog – rund um das eigentlich schon politisch-abgesegnete Shopping-Center zeigt, dass weder Politik noch Bürger sich mit der derzeitigen Planung abfinden können oder wollen. Hierzu ein etwas anderer Ausblick.
Wandel durch Online-Handel
Die Insolvenz von Jonscher ist traurigerweise ein Fallbeispiel, welches auch die Trendwende hin zu Anbietern wie Amazon, oder thalia zu verantworten hat. In einer Branche, in der es durch die gesetzliche Buchpreisbindung kaum Chancen gibt sich als kleineres Geschäft zu etablieren, beißen den Letzten – und das sind in diesem Fall eben die Kleinen – die Hunde. Große Buchhandlungen bekommen bessere Konditionen, können ihren Warenbestand besser lagern und organisieren und haben somit Bücher auf Vorrat, die in kleinen Geschäften erst bei einem Großhandel, bei Fachliteratur häufig sogar direkt bei den jeweiligen Verlagen, bestellt werden müssen. Dies dauert mindestens bis zum Folgetag, bei selteneren Büchern häufig länger. Neuveröffentlichungen und besonders Schulbücher werden von den „Großen“ auf Verdacht der Nachfrage aufgekauft und sind somit für kleinere Läden erst später verfügbar, während die Exemplare in den Regalen und Lagern der Ketten Staub fangen. Selbstverständlich nimmt der Kunde Wartezeiten nicht in Kauf, sollte sich vielleicht aber darauf besinnen, ob sich der Weg in die Stadt, oder zur nächstgelegen Buchhandlung lohnt, und seinem Umfeld oder seiner Region langfristig besser nutzt als der Mausklick auf den online-Versand, der – wie vielen Kunden gar nicht bewusst – auch der Buchpreisbindung unterliegt.
Also auch mal das Buch den Rest der Shopping-Tour tragen, anstatt es sich im Geschäft anzuschauen und abends online zu bestellen.
In dieser vom Online-Handel geplagten Branche jedoch ist es wichtig, sein Angebot beispielsweise durch Schreibwaren, kleineren Geschenke, Hörspiele oder Karten zu erweitern. Ein zwingend notwendiges Handeln, welches Jonscher in den letzten Jahren schlichtweg verschlafen hat.

Leerstand – ein akutes Problem in Osnabrück
Der Leerstand in den oberen Etagen der Kamp-Promenade, der Großen Straße, der Hasestraße oder des Bereiches um den Domplatz, rührt häufig nicht von fehlender Kundschaft, sondern von ungehörigen Mieten, die für eine Stadt wie Osnabrück in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage kurz- und mittelfristig nicht gerechtfertigt sind. Das in vorherigen Artikeln bereits erwähnte Pfefferkorn (ehemals “Träumen Wale vom Fliegen” & “Schnitzelwelt”, …) gilt für jeden Gastronom als totgeborenes Kind. Grund dafür ist eher die Kaltmiete von sagenhaften 8.500 Euro und nicht die eher mäßig frequentierte Einkaufstraße zwischen Nikolaiort und Theater. Jetzt gilt es, dass Eigentümer in die Pflicht genommen werden, einlenken und den derzeitigen Leerstand in Osnabrücks Innenstadt wahrnehmen und ungerechtfertigte Mietpreise für leerstehende Läden an das jetzige Wirtschaftsniveau der Stadt anpassen.
Das Shopping-Center und die bösen Jungs von „mfi“
Die Front, die sich gegen das neue Einkaufzentrum bildet, rührt nicht von der Angst eines allgemeinen wirtschaftlichen Schadens für Osnabrück her, sondern ist ein gezieltes “Hetzen” der Einzelhändler in eben jenen Bereichen und der absoluten Übermacht L+T. Als Quasi-Monopolist und Vorreiter der innerstädtischen Wirtschafts-Apokalypse kommt den Herren Rauschen ein größenmäßig ebenbürtiger Martkbegleiter selbstverständlich nicht gelegen. Traditionelle Einzelhändler und Geschäfte von Krahnstraße über Nikolaiort und Domplatz rebellieren gegen die Verschiebung der innerstädtischen Knotenpunktes in Richtung Neumarkt.
Hier zeigt sich deutlich, dass nicht unbedingt die Mehrheit die politischen Geschicke lenkt, sondern die wirtschaftlich Stärkeren und Lauteren.
In dieser Debatte geht der eigentliche Grund zu Umgestaltung des Neumarkts völlig verloren: Die Rettung des südlichen Innenstadtbereiches und der Johannisstraße! Die Aufwertung dieses Bereiches ist die notwendigste aller städtebaulichen Maßnahmen, da es für die Johannisstraße sonst auf lange Sicht keine Chance auf ein Bestehen, geschweige denn auf eine wirtschaftliche Verbesserung geben kann.
Der Neumarkt rutscht durch Schließung des Tunnels, Bau der Kamp-Promenade und somit neuer “Bummel-Route” der Besucher, sowie stetiger Erweiterung des L+T-Imperiums, immer mehr an den Rand der Innenstadt.
Dass die mfi vorgibt „im Wohle der Stadt“ zu handeln, ist dahingehend glaubhaft, dass das Shopping-Center nicht in der Lage sein wird, sich gegen die Dominanz der Großen Straße zu behaupten. Es gilt vielmehr, die Chancen zu nutzen und Hand in Hand mit bestehenden Unternehmen zu agieren, eben um Osnabrück einen Anstoß zu geben. Im Beispiel Münsters hat die Zusammenführung zweier Einkaufsstraßen durch den Bau der Arkaden vorbildlich geklappt.
Die im vorherigen Artikel anonym beklagte fehlende Parkplatzkapazität ist kein Plan der mfi, sondern wurde von CDU im Stadtrat gedrosselt.
Osnabrück und deine Plätze
„Ein neuer “urbaner Platz” soll entstehen. Was haben wir nicht alle für Plätze: Marktplatz, Jürgensort, Nikolaiort. Kamp-Promenade, Domplatz, Platz der Deutschen Einheit usw. ? – und was ist da los – mal mehr, mal weniger. „ (Reizthema Neumarkt: baut sich der Oberbürgermeister ein Denkmal?)
Jürgensort? Der Jürgensort ist eine Straße, bzw ein Knick in der Großen Straße.
Kamp-Promenade? Kaum Möglichkeiten zu verweilen – das Eiscafé erzielt jedoch eben jenen Effekt bei Sonnenschein perfekt. Das dreieckige Ungetüm nicht in die Mitte des Platzes zu klatschen, sondern eine sonnige Terasse für eine oder mehrere Gastronomin wäre im Nachhinein sicher die sinnvollere Lösung gewesen.
An den weiteren Plätzen in Osnabrück, mit Ausnahme des Nikolaiortes gibt es wenig gastronomische Möglichkeiten zum verweilen. Und am Neumarkt verbringt – ausser weniger dubiosen Gestalten – niemand mehr Zeit als nötig. Ein neuer urbaner Raum ist somit, insofern er sinnvoll und mit interessantem gastronomischem Angebot konzipiert wird, nicht verkehrt. Aber auch hier sind wieder die Eigentümer in Sachen Mietpreis gefragt.
Altstadt, du traurige Altstadt
Die Osnabrücker Altstadt gilt in Osnabrück als veraltetes Anhängel hinter dem Eiscafé Fontanella, Rathaus und Heger Tor. Wenige Menschen verirren sich abseits der Events in die beschaulichen Gassen. Abgeschottet vom Rest der Innenstadt fristet die Altstadt – eigentlich sogar schon beginnend mit der Krahnstraße ab Nikolaiort ihr Dasein. Auch hier sind unverhältnismäßige Mietpreise mitverantwortlich für Leerstand, stete Besitzerwechsel und Geschäfte, die für einen klassischen Stadtbummel unattraktiv sind. Hier muss die Stadt ein- und den Pächtern unter die Arme greifen, einheitliche Dekorationen zur Adventszeit und Ähnliches mitfinanzieren, organisatorische Hilfe bei Events leisten. Ein funktionierender Zusammenschluss der altstädtischen Einzelhändler kann jedoch nur bei längerfristigem Bestehen der Geschäfte möglich sein.
Selbstreden ist dabei, dass beim Fest der Kulturen viele Inhaber gar nicht öffnen, weil es sich einfach nicht lohnt. Die fantastische Schokolaterie „Ein Stück Glück“ von T. Jankowski ist ein absolutes Highlight der Heger Straße – bekommt aber rundherum zu wenig Unterstützung, sich angemessen präsentieren zu können. In kaum einer anderen Stadt sind historische Altstadt und Einkaufsstraße so sehr getrennt wie in Osnabrück. Eine Tatsache die den Unternehmen mehr zu denken geben sollte, als ein Einkaufszentrum am anderen Ende der Stadt, denn ein etabliertes Fachgeschäft wie Prelle (um ein Beispiel zu nennen) sollte sich selbst doch so fest im Sattel geben, dass eine Mc Paper-Filiale am anderen Ende der Einkaufszone ihnen nichts anhaben kann. So viel Selbstbewusstsein sollte sein.
Johnny
„Wohlfühlstadt Osnabrück in einer Spirale der Gewalt“
Wer sagt denn, das “klassischer Journalismus” und “Bloggen” sich nicht befruchten können?
Heute hat die Osnabrücker Sonntagszeitung meinen ursprünglich für I-love-OS erstellen Beitrag zur öffentlichen Fraktionssitzung “Wie sicher ist Osnabrück” exklusiv vorab gedruckt (hier als PDF)!
Leider ist dabei sowohl die Titelzeile leicht gekürzt worden, als auch der Urheber dieses in Anführungszeichen gesetzten Ausspruchs, Schulleiter Bruns vom EMA, unter den Tisch gefallen. Aber so ist das bei “Print”, da wird noch bis zum Schluss redigiert und gefeilt. Daher hier der Artikel nochmals mit ursprünglicher Headline, ein paar “spitzeren” Formulierungen” und den “Credits” an Hartmut Bruns.
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Mit oben zitiertem Ausspruch fasste Hartmut Bruns, Schulleiter am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, die am 16.04. öffentlich gehaltene Fraktionssitzung der CDU zusammen, die sich dem Thema „Wie sicher ist Osnabrück?“ widmete.
Die Osnabrücker CDU hatte bereits im Vorfeld der vergangenen Kommunalwahl das Thema „Kriminalität“ aufgreifen wollen. Fritz Brickwedde, Fraktionsvorsitzender der CDU, verwarf nach eigener Aussage diese Idee jedoch damals nach Rücksprache mit der Polizeipräsidentin Heike Fischer: zu komplex sei das Thema und man wollte in der Kommunalwahl auch kein allzu negatives Licht auf die Stadt werfen.
Das brisante Thema wurde jedoch nicht vergessen und gut ein halbes Jahr nach der Kommunalwahl wieder aufgenommen. Mehr als 60 Gäste, darunter auch Schul- und Elternvertreter, folgten der Einladung. Für eine politische Veranstaltung am frühen Montagabend sicher eine gute Zahl, die deutlich das öffentliche Interesse an dem Thema belegt. Doch fehlte ein wenig die „Schärfe“ in der abschließenden Diskussion, und es war tatsächlich allzu sehr eine Veranstaltung über unsere „Wohlfühlstadt“. Zeitweise konnte der Verdacht aufkommen, Osnabrück sei nur zufällig in ein schlechtes Licht geraten, weil die subjektive Wahrnehmung des Bürgers oder eines Münchner Nachrichtenmagazins die polizeilichen Statistiken und damit die Realität überlagere.
Um es vorweg zu nehmen, das schlechte Abschneiden Osnabrücks im FOCUS-Städteranking zur Kriminalität, das Osnabrück im vergangenen Jahr einen weit abgeschlagenen Platz zuwies, konnte an diesem Abend trotz aller Bemühungen der Polizeiführung nicht widerlegt werden.
Symptomatisch für die „Kuscheligkeit“ dieser Veranstaltung war die mehrfach angeführte (aber dennoch falsche) Aussage es hätte im vergangenen Jahr (nur) einen Messertoten gegeben. Zur Erinnerung: insgesamt wurden 2011 in Osnabrück drei Mitmenschen per Messerstich um Ihr Leben gebracht – einer davon nach einem Streit in einem Mehrfamilienhaus in Eversburg und einer nach einer verbalen Auseinandersetzung auf offener Straße in Osnabrück Schinkel. Und schließlich der tragische Fall des Schülers aus Mettingen, der an der Iburger Straße sein Leben lassen musste, weil der jugendliche Täter sein Messer „einweihen“ wollte. Der letzte Fall dürfte bei den meisten Osnabrückern das Thema Straßengewalt auf die Agenda gehoben haben. Dieser besonders dramatische Fall war, ebenso wie die zahlreichen Gewalttaten rund um verschiedene Diskotheken im vergangenen Jahr, noch nicht Gegenstand des eingangs genannten Städterankings des FOCUS, das bereits vergangenen Juli veröffentlicht wurde und damit ein offenbar schon länger schwelendes Problem dieser Stadt an die Öffentlichkeit brachte.
Polizeipräsidentin Heike Fischer referierte zu Beginn der Veranstaltung äußerst geschickt über die Vielfalt ihrer zahlreichen Aufgaben in ihrem Amtsgebiet, das immerhin vom Teutoburger Wald bis an die Nordsee reicht. Und diese Aufgaben umfassen die Verkehrssicherheit auf Autobahnen ebenso wie den Schutz vor Kriminalität im Internet, wie auch Polizeieinsätze im Umfeld von Großveranstaltungen. Gestoppte 2 Minuten und 10 Sekunden ihres Vortrages widmete Heike Fischer schließlich der Vorbeugung von Gewaltstraftaten. Nicht jedoch ohne zuvor auf die Medienrealität einzugehen, denn selbstverständlich berichten „die Medien“ besonders intensiv über außergewöhnlich brutale Fälle, wie einen Messermord auf offener Straße. In ihren Ausführungen bewegte sich Frau Fischer teilweise hart an der Grenze zur Medienschelte, bekam aber noch den sprichwörtlichen „Bogen“ und verstieg sich zum Glück nicht zu der zum Greifen nahe liegenden Aussage, dass „eigentlich“ ja die Medien für das offenbar aktuell um sich greifende Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung verantwortlich seien.
Anhand zahlreicher Statistiken bemühte sich Fischer zu belegen, dass die Osnabrücker sich tatsächlich sicher fühlen dürfen. Auf Basis einer seit den 90er Jahren regelmäßig durchgeführten Bürgerbefragung könne man sogar belegen, dass die von den Osnabrückern selbst eingeschätzte Sicherheit in der Stadt stetig wachse. Vor dem aktuellen Hintergrund könnte eine erneute Befragung in diesem Jahr allerdings andere Ergebnisse hervorbringen als 2007, dem Jahr der letzten Befragungswelle, ergänzte Polizeidirektor Michael Maßmann, der den zweiten Teil des Vortrags übernahm.

Bevor es schließlich zu einer verhaltenen Diskussion kam, erläuterte der gebürtige Osnabrücker Maßmann etwas konkreter als seine Chefin, was in Osnabrück alles gegen Gewalt unternommen wird. Von einem „Puppenbus“ für die Jüngsten über die Ausbildung von „Busbegleitern“ bis zur gemeinsam mit den Discotheken betriebenen Aktion „Gewalt bleibt draußen“ reicht hier das Repertoire der Polizei.
Aber auch Polizeidirektor Maßmann kam nicht ohne Statistiken aus, und so unterfütterte er seine Ausführungen – die übrigens in der Aussage „Osnabrück ist sicher“ gipfelten – erneut mit Zahlen und Statistiken. Da die Aufklärungsquote bei Körperverletzungen nachweislich bei 90% liege, folgerte Maßmann analog zu seiner Chefin, das eigentliche Sicherheitsproblem der Stadt sei ein Problem der subjektiven Wahrnehmung in der Bevölkerung.
Als Teilmenge der Rohheitsdelikte, so Maßmann, wurden im vergangenen Jahr auch (nur) 413 derartige Straftaten „im öffentlichen Raum“ verzeichnet. Auf die spätere Nachfrage, ob denn diese in der Öffentlichkeit begangenen Taten ebenfalls eine so hohe Aufklärungsquote besäßen wie die in der Statistik als Körperverletzung gesammelt geführten Taten, konnte der leitende Polizist jedoch ad hoc keine Antwort geben.
Es ist nicht von der Hand zu weisen – aber auch eine Binsenweisheit – das tatsächlich nur eine überschaubare Zahl an Gewaltdelikten, über die entsprechend medial berichtet wird, dafür sorgt, das manch ein Osnabrücker sich unsicher in seiner Stadt fühlt. Wirkliche Antworten auf die Frage, wie die Polizei in Zukunft dafür sorgen will, das Gewalt gar nicht erst zum Ausbruch kommt, konnten die beiden Spitzenpolizisten an diesem Abend leider nicht geben.
Das der besorgte Bürger nicht zögern soll auch schon im Vorfeld eines möglichen Gewaltausbruchs die 110 zu wählen („Europas bekannteste Telefonnummer“, so Maßmann) dürfte jedoch ebenso wenig eine Wunderwaffe gegen Kriminalität sein, wie das von der Polizeipräsidentin Fischer gegebene Versprechen in Zukunft noch mehr über Fahndungserfolge zu berichten. „Justiz muss sichtbar sein“, so der Präsident des Osnabrücker Landgerichts Antonius Fahnemann, der Polizeipräsidentin Fischer beipflichtete und folgerte wie wichtig es sei potentiellen Straftätern zu vermitteln, das auf eine Straftat zwingend auch immer eine Strafe folgt!
HP, Foto: CDU Ratsfraktion Osnabrück
Update 27.04.2012: der Blogbeitrag wurde auch von der CDU Stadtratsfraktion übernommen und ist auf cdu-ratsfraktion-osnabrueck.de abrufbar.
+++ Aktuell: die Polizei zeigt Präsenz in der Samstagnacht und ist dabei höchst erfolgreich
Warum die in der Nacht zu Sonntag durchgeführte Großaktion der Polizei mit zwölf(!) Zivilfahrzeugen durchgeführt wurde, und nicht mit regulären Streifenfahrzeugen, die auch optisch “ein Signal der Sicherheit” gesetzt hätten, ist wohl Polizei-Taktik. Allein der Erfolg zählt!
Und der Erfolg kann sich sehen lassen! Vor allem da bislang noch keine Meldungen über Gewalttaten aus dieser Nacht bekannt wurden. Auf der Haben-Seite kann die Polizei lt. eigenen Angaben verbuchen:
- ein vollstreckter Haftbefehl
- ein 72jähriger(!) Dealer
- drei kleinere Drogenfunde
- vier aggressive Personen die ermahnt wurden
…und das ganz klare Signal an die Gewalt-Szene, das Osnabrücks Polizei jetzt verstärkt Flagge zeigt!

Das Ergebnis einer Samstagnacht, in der Beamte der Polizeiinspektion Osnabrück zahlreiche Kontrollen in der Innenstadt, am Theodor-Heuss-Platz, am Güterbahnhof und im Umfeld von Diskotheken Kontrollen durchführten.
Der spektakulärste Erfolg dürfte wohl der 72-Jährige sein, den die Polizisten in der Johannisstraße antrafen. Vor Ort stellten sie bereits 70 g Haschisch und 1855,- Euro Bargeld sicher. Im Rahmen der anschließenden Wohnungsdurchsuchung fanden die Polizisten weitere 200 g Haschisch. Gegen den Festgenommenen wurde ein Strafverfahren wegen gewerbsmäßigen illegalen Handels mit Betäubungsmitteln eingeleitet.
Die Aktion wurde anlässlich der Aktion “Gewalt bleibt draußen” durchgeführt. Bekanntlich wird im Rahmen dieser Aktion ein Aufenthaltsverbot ausgesprochen, das offenbar von den Betroffenen tatsächlich beachtet wird, denn es wurden keine Personen angetroffen, gegen die ein gültiges Aufenthaltsverbot besteht.
HP, Quelle: PM, PI Osnabrück
Fahrradgottesdienst, Spargel satt und Salafisten in Aktion… der Samstag im Rückblick
Wer heute Mittag die Stadt besuchte konnte nicht schlecht staunen. Vor dem Dom waren gut 100 Zweiräder, samt Ihrer ins Gebet vertieften Halter aufgefahren, Spargel all-über-all und die schon vor einer Woche erwarteten Salafisten konnten wenigstens ein paar ihrer ihnen heiligen Bücher unters Volk bringen.
Was war das? Von einer kleinen Bühne wurde “Open Air” ein Gottesdienst gefeiert und der Platz vor dem Dom war voll betender Fahrradfahrer. Auflösung: das Bistum hatte zusammen mit dem ADFC zum Fahrradgottesdienst eingeladen.
Das Wetter spielte mit kleinen Schauern im Anschluss zwar nicht richtig mit, aber “frisch gesegnet” machten sich dennoch einige Teilnehmer im Anschluß noch auf ins Nettetal! Hoffentlich kommt “mit Gottes Segen” nun wieder etwas Ruhe in die, auch in der NOZ, heftig geführte Kampfradler-Debatte.
A propos Wochenmarkt, der steht inzwischen ganz im Zeichen des “Stangengemüses”, kein Gemüsestand bei dem es nicht reichliche Auswahl an Spargel gibt. Wobei der begehrte (weil praktischere) geschälte Spargel gegen Mittag schon knapp wurde. Wohl dem Marktbeschicker, der gleich seine eigene Schälmaschine mit in die Stadt bringt. Gute Spargelrezepte gibt es hier.

Eigentlich von den Medien bereits am vergangenen Wochenende erwartet, schlugen heute (endlich?) die dem radikal-islamistischen Salafismus zugerechneten Koranverteiler ihr Zelt in der Großen Straße auf.
Offenbar hat sich bei den Aktionisten immer noch nicht herumgesprochen, das “lies” im Englischen “Lügen” bedeutet, und so war die Aktion nicht von ungewollter Komik.
HP
Neumarkt „Mega-Center“, ein Kampfbegriff der CDU? – Stellungnahme der SPD
Angesichts der Jonscher-Insolvenz, und der sich daraus ergebenden kritischen Situation am Immobilienmarkt, haben wir die Parteien, die im Stadtrat als Befürworter des Einkaufszentrums am Neumarkt agieren, um eine Stellungnahme gebeten (genauer Wortlaut der Anfrage siehe unten).
Der von I-love-OS verwendete Begriff “Mega-Center” ist nach Ansicht von Heiko Schulze (SPD-Fraktionsgeschäftsführer), der uns als erster Parteienvertreter geantwortet hat, übrigens ein “Kampfbegriff der CDU”.
Die Stellungnahme im Wortlaut:
- Die Insolvenz der Osnabrücker Traditionsbuchhandlung Jonscher ist zweifellos sehr tragisch, dürfte sich aber bei nüchterner Betrachtung nicht auf das zukünftige Einkaufscenter zurückführen lassen.
- Das Einkaufszentrum wird erstmals seit Jahrzehnten eine Art Bindeglied zwischen den Einzelhandelsstandorten der Alt- und Neustadt darstellen, was wir als ungemein wichtig empfinden und überdies eine hohe Anzahl zusätzlicher Innenstadtbesucher anziehen. Weitere Punkte unserer Argumentation haben Sie sicherlich bereits unseren bisherigen (auch im Internet nachlesbaren) Stellungnahmen entnommen.
- Die Standorte um Dom, Rathaus oder Altstadt werden, da sind wir optimistisch, allein aufgrund ihres stadthistorischen Stellenwerts und der dort erlebbaren speziellen Angebote ihre Attraktivität erhalten. Nicht umsonst wächst seit langem der Innenstadt-Tourismus, von dem unsere alte Stadt in hervorragender Weise profitiert.
- Gleichwohl blenden wir im Rahmen unseres intensiv vorgenommenen Abwägungsprozesses keineswegs aus, dass einzelne Einzelhandelsstandorte aufgrund des neuen Zentrums Probleme bekommen können. Sie nennen dazu berechtigterweise auch Beispiele. Wir sind angesichts des vielfältigen Angebots aber andererseits optimistisch, dass für sehr viele Akteure belegbare Chancen gegeben sind, sich weiter erfolgreich zu positionieren, zumal die Aufenthaltsqualität in der gesamten Innenstadt – insgesamt betrachtet – eher wächst als geschmälert wird.
- Der von Ihnen als „volkstümlich“ aufgeführte Begriff „Mega-Center“ war übrigens ein Kampfbegriff der CDU im Rahmen des Kommunalwahlkampfes, der allein schon deshalb jeder Grundlage entbehrte, weil bereits ein einzelner bestehender Anbieter ähnliche Verkaufsflächen aufweist und niemals auf eine solche Weise tituliert wurde. Es war bezeichnend, dass die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Osnabrück im Rahmen der Entscheidungsfindung zum Einkaufszentrum gänzlich isoliert blieb.
Die an die SPD (und die anderen Befürworter-Parteien) gestellte Frage lautete übrigens:
Sollten nicht erst diese (am Domhof leerstehenden) Flächen vermarktet und dazu noch die Auswirkungen des Neubaus auf der Woolworth-Fläche abgewartet werden, bevor das “Projekt” am Neumarkt in Angriff genommen wird, das auch nach Ansicht von Immobilienspezialisten zu einer “sehr kritischen” Situation der Innenstadt führen kann?
Auch wenn die eigentliche Frage nur schwer in der Stellungnahme wiederzufinden ist, sind dort ein paar interessante Aspekte enthalten, wie ich finde.
Das Osnabrück seine – übrigens seit dem Mittelalter bestehende – Teilung zwischen Neu- und Altstadt überwinden sollte, ist in der Tat ein frommer Wunsch, dem man sich nur anschliessen kann. In Punkt 2. sollte es aber wohl eher “Jahrhunderte” heissen, denn die “unsichtbare Grenze” am Neumarkt bestand schon bevor Hertie oder Wöhrl hier zeitweise für einen gewissen Transfer zwischen den Hälften der Stadt sorgten; mit übrigens weitaus weniger Verkaufsfläche als nun geplant.
Der Verweis auf L+T, ohne diesen Einzelhändler unter 5. beim Namen zu nennen, ist aber schon fast wieder “geschmacklos” (persönliche Meinung des Autors), denn hier ist über Jahrzehnte ein Textilhaus eines lokal engagierten Unternehmers entstanden – während am Neumarkt zwar auch ein lokaler Unternehmer (Bergmann) profitieren soll, aber vor allem dadurch, dass ihm die Last einer sonst nur schwer vermarktbaren Halb-Ruine (ehemaliges Hertie- bzw. Wöhrl-Haus) abgenommen wird. Während die Mieter des Mega-Centers voraussichtlich allesamt Konzerne und Fillialisten sein werden und die Vermarktung aus dem fernen Essen erfolgt, wo das Wohl unserer Stadt sich vermutlich nicht als betriebswirtschaftliche Kennziffer abbilden lässt.
Und warum wird unter 3. so deutlich der “Innenstadt-Tourismus” thematisiert? Besteht das Konzept der SPD für die aktuell leerstehenden Flächen in Altstadt-Nähe etwa aus Souvenir-Nippes und Kneipen für Bustouristen? Osnabrück ist nicht Heidelberg… Und ob allein “Optimismus” (siehe 4.) reicht um die Flächen der nordwestlichen Innenstadt zu vermarkten, wenn sich der Schwerpunkt des Einzelhandels in Richtung Neumarkt verschiebt?
Und um auch 1. nicht unkommentiert zu lassen: selbstverständlich liegen die Gründe für die Jonscher-Insolvenz nicht bei den Planungen zum Shoppingcenter, aber die Wiedervermarktung dieser Flächen wird vor dem Hintergrund der zu erwartenden Verschiebung von Käuferströmen, sicherlich nicht leicht werden. Und die ursprünglich gestellte Frage lautete ja, ob man vor dem Hintergrund der zusätzlichen Leerstände nicht besser “abwarten” sollte, ob man mit der Neumarkt-Planung nicht eine sich bereits abzeichnende “kritische Situation” am Immobilenmarkt noch verschärfen würde!
Als Erst-Antworter für die Anfrage eines Bloggers hatte ich eigentlich die Piraten ganz oben auf meiner Liste, aber von dort gab es noch nichtmal eine Eingangsbestätigung oder Nachfrage… Also “Sonderpunkte” an die Genossen – dort hat man offenbar auch einen Blick auf die “Blogosphäre” und die inzwischen fast 6.000 Facebook-Fans von I-love-OS!
HP
Maiwoche – die App (iOS, Android)
Endlich mit dem neuen Programm für 2012 versehen – gibt es die kostenlose App „Maiwoche“ mit allen Infos rund um die 40. Maiwoche Osnabrück im App-Store von Apple und ebenfalls für das Android OS von Google.
Realisiert von der cybob communication GmbH, präsentiert sich die App im typischen hellgrün und überzeugt durch eine einfache, aber vielseitig nutzbare Menüführung. Die Programmübersicht lässt sich nach Bühnen, Auftritte nach Tagen, Musikrichtungen/Genres und Kids sortieren. Ausserdem gibt eine geographische Übersicht, und Infos zu den einzelnen Bühnen, Parkmöglichkeiten & WC-Standorten. Sicherlich nett, allerdings unüberprüft ist die Funktion, sich über die verstaubte os-community.de mit Freunden auszutauschen.

Eine zusätzliche Funktion, die bei einem Abend auf der Maiwoche sicherlich häufig Verwendung finden wird, ist der Bestellzettel, auf dem sich die Getränke für die gesamte Runde auswählen lassen, sodass man nicht mit zu wenig Nachschub vom Bierwagen zurückkommt. Mittlerweile sind auch die Infos zu den Programmpunkten und einzelnen Bands erweitert worden, sodass man sich spontan und unterwegs gut informieren kann, was einen abends erwartet.
Einziger Negativpunkt ist leider die Tatsache, dass die App nur online genutzt werden kann – also eine Internetverbindung bestehen muss. Somit wird die App nicht für den iPod unterwegs nutzbar. Schade – sollte man zeitnah überarbeiten, da besonders bei großen Menschenmengen die Smartphone-Verbindungen teilweise doch recht langsam arbeiten. Stattdessen kurz vorher ein Update anbieten, oder die Online-Notwendigkeit auf einen gesonderten Reiter mit News beschränken.
Für alle die kein Smartphone besitzen: Den Flyer zur Maiwoche gibt es ab sofort in der Touristen-Information in der Bierstraße und ab Anfang der Woche in allen Auslagestellen in der Gegend.
Direktlink zur App bei Apple iTunes (iOS) und bei Google play (Android).
Johnny

