HASEPOST
 

Traditionsunternehmen Spedition Friedrich Koch zahlungsunfähig

Wie die NOZ heute berichtet ist die Spedition Friedrich Koch zahlungsunfähig.

Ein Insolvenzverwalter soll noch nicht bestellt sein, was vermutlich nun nur der nächste logische Schritt sein dürfte. Etwa 140 Arbeitsplätze stehen bei dem 1924 gegründeten Familienunternehmen auf dem Spiel.

Logo Friedrich Koch

Das am Huxmühlenbach im Fledder ansässige Transportunternehmen mit dem Osnabrücker Rad im Logo, ist mit seinen 100 Fahrzeugen ein “kleiner Fisch” im Vergleich zu seinen lokalen Wettbewerbern. So beschäftig Hellmann allein am Stammsitz Osnabrück mehr als 1.200 Mitarbeiter und gut 10.000 Mitarbeiter weltweit. Die “andere” Spedition unter dem Namen Koch (Koch International, Atter) spielt mit etwa 700 Mitarbeitern ebenso in einer anderen Liga, wie auch der Textillogistiker Meyer & Meyer, mit mehr als 2.000 Mitarbeitern.

HP

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Westfalentag

Achtung, heute ist Westfalentag!
Auf Qype gibt es sogar Berichte von “Betroffenen”; wir raten erstmal zur Vorsicht, wenn vorausfahrende Autos mit ST-, GT-, MI- oder MS-Kennzeichen bestückt sind… sie neigen zu oftmals irrationalen Fahrmanövern 😉

HP

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Osnabrück, mit den Augen eines Touristen

Eine nette kleine Diaschau der schönsten Stadt der Welt im Frühsommer (“Compilatie foto’s Osnabrück”) hat ein offenbar niederländischer YouTube-Nutzer veröffentlicht.

YouTube Compilatie foto's Osnabrück

HP

Direktlink zu YouTube

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„Führt den Bockschein wieder ein!“ – Gedanken zur Zwangsprostition in Osnabrück.

[Update 2. Juni 2016] Das Prostitutionsgesetz wurde inzwischen reformiert. Gesundheitsuntersuchungen sind allerdings, wie früher üblich, auch weiterhin nicht mehr vorgesehen. Einen guten Überblick über die Reform von 2015 gibt ein Artikel im Tagesspiegel. Auch die neuerliche Reform des Gesetzes (siehe hier bei der ZEIT) wird wohl nicht zu einer Gesundheitsprüfung führen.


Ein Kommentar von Heiko Pohlmann

Im Rahmen der Ratssitzung vom 22. Mai verabschiedete der Stadtrat einstimmig einen Antrag der CDU, der jede Form der Zwangsprostitution verurteilt und die Verwaltung auffordert, den entsprechenden Ausschüssen einen Bericht über die Lage in der Stadt zu geben.

Auch die NOZ berichtete darüber, jedoch wurde ein wichtiger Aspekt des Antrags dabei nicht thematisiert: die Verwaltung soll insbesondere auch berichten welche Auswirkungen das Prostitutionsgesetz von 2002 (Legalisierung der Prostitution) u.a. auf Hygiene und Gesundheit der Betroffenen hat.
Was viele nicht wissen, vor 2002 war das angeblich “älteste Gewerbe der Welt” zwar nicht direkt verboten, die entsprechenden “Verträge” zwischen Hure und Freier jedoch sittenwidrig. Keiner der Beteiligten hatte Anspruch auf Erfüllung bzw. “Befriedigung” der Vertragspflichten. Was zumindest kurios klingt, hatte für die Betroffenen böse Folgen: es konnte der “Liebeslohn” nicht eingefordert werden, und auch andere damit verbundene Geschäfte (von der Wohnungsmiete bis zur Kleinanzeige) fanden bis dahin in einer rechtlichen Grauzone statt.
Bei der Einführung des Prostitutionsgesetzes wurde von der damaligen Bundesregierung auch die nun regulär mögliche gesetzliche Kranken-, Arbeits- und Rentenversicherung positiv hervorgehoben. Das die Liebesdamen nun auch besser für die Steuerzahlung herangezogen werden können, wurde quasi “nebenbei” ermöglicht.

Welthurentag 2012

Ebenso oft unbekannt wie die Legalisierung 2002 ist auch, dass nahezu parallel zur Legalisierung im Januar 2001, das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten außer Kraft gesetzt wurde. Seitdem gibt es keine regelmässigen (alle 2- 4 Wochen) Untersuchungen der Sex-Worker durch die Gesundheitsämter mehr! Der Beleg, den die Prostituierten bis 2001 von den Gesundheitsämtern erhielten, war umgangssprachlich als “Bockschein” bekannt.
Begründet wurde die fragwürdige Abschaffung mit einer angeblich statistisch belegten Erkenntnis, dass „Prostituierte mit professionellen Verhaltensweisen“ entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht häufiger unter sexuell übertragbaren Krankheiten leiden als der Schnitt der Bevölkerung. Durch die abgeschafften vorgeschriebenen Routineuntersuchungen wurde „der Erfahrung Rechnung getragen, dass die Hauptgefahr einer Infektion nicht von den etablierten und durch Routineuntersuchungen zu erfassenden Prostituierten ausgeht, sondern von drogenabhängigen Frauen und Migrantinnen aus Hochrisikoländern, die sich staatlichen Kontrollversuchen weitgehend entziehen” (vgl. Wikipedia dazu).
Aber genau diese “Frauen und Migrantinnen aus Hochrisikoländern” sind ja nun auch die “Problemgruppe” beim Thema “Zwangsprostitution! Wie soll denn ein Freier (es soll übrigens auch weibliche Nutzer dieser “Dienstleistung geben, “Freierin” klingt nur blöd) erkennen, ob er es mit einer Zwangsprostituierten zu tun hat?
Wäre es da nicht eine gute Sache, wenn der Stadtrat die Bockscheine” auf freiwilliger Basis und als lokale Initiative für Osnabrück, wieder einführen würde?
Das Gesundheitsamt könnte (ebenso wie lokale Ärzte) regelmässige Untersuchungen anbieten und im Gegenzug einen Ausweis ausstellen, mit dem zumindest der Aspekt “Gesundheit” bei der Berufsausübung belegt werden kann.

Zwangsprostituierte, deren Zuhälter vielleicht ebenfalls diesen “Wettbewerbsvorteil” erhalten wollen, können bei der Gelegenheit sich dem Arzt anvertrauen, oder von ihm Informationen über Anlaufstellen erhalten, an die sie sich wenden können.
Im Umkehrschluss gäbe es auch einen Anscheinsbeweiss gegen Freier die eine Zwangsprostituierte ausnutzen: warum hat er sich nicht ihren Gesundheitstest zeigen lassen? Ein fehlender “Bockschein wäre in Osnabrück ein guter Grund für einen Freier von der “Verrichtung” Abstand zu nehmen!

Das etwas gegen Zwangsprostitution getan werden muß liegt auf der Hand, eine reine “Verurteilung” durch den Stadtrat ist aber zu “billig”; die im Stadtrat angedachten “zusätzlichen Maßnahmen” sollten schnellstmöglich in Angriff genommen werden.
Prostition verbieten, dürfte keine Lösung sein, aber das steht auch nicht zur Debatte. “Lippenbekenntnisse” in Form einer Resolution lösen das Problem aber nicht.

Heute, am 2 Juni, ist Internationaler Hurentag, der an die Diskriminierung von Prostituierten und deren oftmals ausbeuterischen Lebens- und Arbeitsbedingungen erinnert.

 

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Kurioser Rekord: jeder Osnabrücker besitzt 3/4 einer „.de“ Internet-Domaine

Oder anders ausgedrückt: auf 1.000 Osnabrücker kommen 749 registrierte Domain-Adressen. Die Hasestadt ist damit unangefochten und in Folge absoluter Spitzenreiter im Bundesvergleich der kreisfreien Städte.

München (452) und Bonn (411), schon im Vorjahr weit abgeschlagene Zweit- und Drittplatzierte, werden den Vorsprung der cleveren Osnabrücker wohl kaum noch einholen können. Noch “rückständiger” ist Sachsen-Anhalt, wo lediglich 74 Domains auf 1.000 – offenbar überwiegend analoge – “Ossis” kommen.
Insgesamt waren per 31.12.2011 bei der DENIC 14.740.474 Domains registriert.

Mehr über die DENIC-Domainstatistik berichtet Carsten Bernhard von www.webhostlist.de.

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Wochenende: mit dem historischen Pendelzug zum Zechenbahnhof

Am Sonntag noch nichts vor? Die Osnabrücker Dampflokfreunde fahren wieder mit Ihrem historischen Pendelzug vom Haupt- zum Zechenbahnhof am Piesberg.

V65 im Video

Noch ist die Osnabrücker Dampflok 41 052 (die “Schinkellok”)  nicht wieder betriebsfähig, daher wird der Pendelzug erneut von der historischen V65 001 Diesellok gezogen, aber gerade für Kinder ist auch das ein tolles Ereignis!

Als besonderes Highlight wird erstmals auch die Neuerwerbung des Vereinsvorsitzenden Albert Merseburger zu sehen sein, die historische V160 mit dem Spitznamen “Lollo” (die NOZ berichtete).

Mehr Infos und den Fahrplan direkt bei den Osnabrücker Dampflokfreunden.

HP

Video mit V65 001 bei YouTube

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Die Innenstadt der Zukunft, ein Showroom für den Onlinehandel?

Die von eBay heute verbreiteten “Thesen zur Zukunft des Handels” sind womöglich noch Zukunftsmusik, aber sie zeigen deutlich einen Trend, den man schon heute mit Smartphone-Apps wie WOABI oder BARCOO praktisch nachvollziehen kann.
Diese kleinen Helfer für iPhone- und Android-Telefone erlauben es direkt im Laden die Preise zu vergleichen und bei Bedarf beim billigsten Onlinehändler zu bestellen. Amazon & Co. liefern dann am Folgetag frei Haus – zum meist günstigeren Onlinepreis. So etwas kann nicht ohne Auswirkungen für den klassischen Handel bleiben, wo schon wenige Prozentpunkte eines Umsatztrends über den Erfolg einer Einzelhandelsfläche entscheiden. Und der Trend geht laut Experten immer weiter Richtung Online – auch wenn (naturgemäß) die Entwickler von Shoppingcentern das (öffentlich) nicht zugeben wollen!

Neumarkt 21

Die angekündigte Experten-Studie zeigt deutlich, wohin sich dieser Trend mittelfristig entwickeln wird:

“In der Zukunft wird vielleicht nur noch virtuell bezahlt. Ladengeschäfte würden sich zunehmend in Showrooms verwandeln und Produktlieferungen würden innerhalb weniger Stunden erfolgen.”

Die Ergebnisse des hochkarätig besetzten Gremiums werden von Martin Tschopp, Geschäftsführer von eBay Deutschland ergänzt. Was Tschopp voraussagt muss all diejenigen aufhorchen lassen, die immer noch an einen steigenden Bedarf klassischer Verkaufsflächen glauben wollen (Stichwort “Einkaufscenter am Neumarkt”):

„Der Handel wird sich in den nächsten drei Jahren stärker verändern als in den vergangenen 15 Jahren. Wir stehen an einem Wendepunkt. Es entsteht ein neues Handelsumfeld, das Verbraucher- und Technologie-getrieben ist.”

Aber was interessieren den Osnabrücker Stadtrat derartige Studien und weitere frei verfübare Studienergebnisse zu Trends im Handel, die I-love-OS (PDF-Download) bereits vor einigen Wochen ausschnittweise zusammengestellt hat?

HP

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Frohe Pfingsten

I-love-OS.de wünscht frohe Pfingsten!

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Wechselt Peek & Cloppenburg vom Nikolaiort an die Große Straße?

+++ I-love-OS.de exklusiv +++

Noch pfeifen es die Spatzen nicht unbedingt über die Dächer der Hasestadt – aber es ist womöglich mehr als nur ein “Gerücht”: Peek & Cloppenburg könnte vom Standort Nikolaiort in den Neubau des ehemaligen Woolworth-Gebäudes umziehen!
I-love-OS über die Hintergründe und mögliche Folgen für die Innenstadt, wenn aus einem Gerücht Realität werden sollte.

der Nikolaiort: ein Standort mit Tradition

Das Eckhaus “Krahnstraße/Nikolaiort” hat eine lange Tradition als eines der drei großen Textilhäuser der Innenstadt – die anderen beiden sind L&T in der Großen Straße und SinnLeffers an der Johannisstraße.
Bevor Peek & Cloppenburg 1995 die ca. 8.000qm Verkaufsfläche bezog, war Hettlage im gleichen Haus für mehr als 90 Jahre “der” Herren- und Damenausstatter der nord-westlichen Innenstadt.
Die geographische Lage von Peek & Cloppenburg (Norden), L&T (Mitte) und SinnLeffers (Süden) ist aus städteplanerischer Sicht eine ideale räumliche Aufteilung der Verkaufsflächen. Ideal, weil so die Fußgängerzone in ihrer ganzen Ausdehnung attraktiv bleibt.
Lediglich für eine Übergangszeit (von immerhin 20 Jahren) gab es mit dem Textilhaus Wöhrl einen vierten großen “Player”, der sich am Neumarkt versuchte, wo nun das “XXL-Einkaufscenter” einen neuen Anlauf nehmen möchte – wenn auch mit nochmals deutlich vergrößerter Fläche.

Zwar sind mit Zara, H&M, sowie dem von der Möserstraße umgezogenen C&A-Haus, inzwischen auch weitere große Textilhäuser in der Großen Straße etabliert. Diese Anbieter sind jedoch “vertikal integriert”, kontrollieren also vom Design über die Produktion bis zum Verkauf die gesamte Dienstleistungskette und verkaufen nur ihre eigenen Marken. Wirkliche “Vielfalt unter einem Dach” können nur klassische Textilhäuser bieten, weshalb sie so wichtig für die Attraktivität einer Innenstadt sind!

die Politik und die “Ankermieter”

Alle großen Einkaufscenter, bei denen ein attraktiver “Branchenmix” in einer mehr oder weniger geschlossenen Anlage geboten wird, sind immer auf der Suche nach einem “Ankermieter”.
Ankermieter schaffen für den Vermieter wirtschaftliche Sicherheit, weil er mit nur einem Mieter bis zu zwei Drittel der Verkaufsfläche belegen kann. Diese Großkunden rechnen sich für ein Shoppingcenter, selbst wenn der Ankermieter um den Preis von deutlich verringerten Quadratmeterpreisen “gelockt” werden muss. Schließlich profitieren die “kleinen Nachbarn” innerhalb eines des Centers durch einen attraktiven – weil frequenzstarken – Ankermieter, und damit auch der Vermarkter einer solchen Immobilie, weil die verbleibenden (kleineren) Flächen besser vermarktet werden können.

In der Vergangenheit waren Elektromärkte, vor allem der Media/Saturn-Gruppe, neben den großen Buchhandelsketten, die “üblichen” Ankermieter. Da inzwischen jedoch sowohl die großen Buchhandelsketten, als auch die Metro-Töchter Saturn und Media Markt, erheblich mit dem Wettbewerb durch das Internet zu kämpfen haben, und der Osnabrücker Markt bereits gut “besetzt” ist, bestand anlässlich der Pläne für das Einkaufscenter am Neumarkt schnell die Sorge, dass Peek & Cloppenburg hier in die Rolle des Ankermieters eintreten könnte. Vielleicht auch, weil der Lokalpolitik durchaus bekannt ist, dass Peek & Cloppenburg am Nikolaiort nicht der Eigentümer der Immobilie ist und jeder Pachtvertrag einmal ausläuft.

Wohl um entsprechende Sorgen aus der Kaufmannschaft entgegen zu treten, verkündete Oberbürgermeister Pistorius im September vergangenen Jahres erstaunliche Bedingungen: die Stadt wolle sich vom Betreiber eines zukünftigen Einkaufscenters am Neumarkt vertraglich zusichern lassen, dass Peek & Cloppenburg dort keine neue Heimat finden darf, und damit die Attraktivität des Nikolaiorts und der umliegenden kleineren Geschäfte gesichert sei (NOZ-Artikel zu den “Pistorius-Bedingungen”).

so könnte Peek & Cloppenburg bald aussehen


Für den geplanten Neubau Ecke Große Straße/Große Hamkenstraße wäre Peek & Cloppenburg allerdings alleine schon so groß, um dort als einzelner Mieter zu fungieren. 

warum “weg vom Nikolaiort”?

Wie Eingangs geschrieben, ist ein möglicher Umzug von Peek & Cloppenburg noch längst nicht bestätigt. Auf Nachfrage von I-love-OS wollte Peek & Cloppenburg das “Gerücht” weder bestätigen noch dementieren. Sehen sie diesen Blogpost daher als Gedankenspiel “was-wäre-wenn”, jedoch vor dem Hintergrund konkreter Überlegungen für den Neumarkt.
Ganz allgemein scheint sich der Osnabrücker Immobilienmarkt bereits auf das – längst noch nicht beschlossene – Shoppingcenter am Neumarkt auszurichten. Neben dem durch Insolvenz aktuell im Umbau befindlichen Geschäftshaus Bücher-Jonscher, sind rund um den Domhof und in der Theaterpassage einige Leerstände zu beobachten. Kenner der Immobilienszene betrachten diese Flächen inzwischen als “schwer vermittelbar” oder zumindest “schwierig”, denn mit einer Verlagerung der Käuferströme zum Neumarkt, würde ein (langer) Einkaufsbummel bis zum Theater womöglich deutlich unattraktiver. Wer heute einen Pachtvertrag für die nördliche Innenstadt unterzeichnen könnte, wird immer an die mögliche Entwicklung am Neumarkt denken.

Obwohl die Abrissarbeiten spektakulär waren, und die inzwischen entstandene Fläche die zukünftige Dimension bereits erahnen lässt, ist der geplante Neubau an Stelle des ehemaligen Woolworth-Hauses offenbar aus dem Blickfeld vieler Osnabrücker verschwunden. Die Dekabank (ein Unternehmen der Sparkassen) zeigte bereits vor Monaten recht ansehnliche Entwürfe für das neue Geschäftshaus, dennoch ist immer noch keine Bautätigkeit festzustellen. Auch ein Baustellenschild für den Neubau, womöglich mit Nennung der zukünftigen Mieter, fehlt noch immer. Dabei kündigte die Dekabank noch im Januar einen schnellen Baubeginn an. Ist dieses Großprojekt womöglich ins Stocken geraten? Fehlt auch hier ein Ankermieter? Für einen weiteren Buchhändler wäre die Lage zwischen Thalia und Wenner ebenso wenig attraktiv wie für einen Elektromarkt, selbst wenn diese Branchen nicht ohnehin mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hätten. Zu nah sind die direkten Wettbewerber Saturn bzw. Bücher Wenner und Thalia. Anders als bei Textilien suchen Buch- und Elektrohändler nicht unbedingt die unmittelbare Nähe ihrer direkten Wettbewerber.

Die aus stadtplanerischer Sicht attraktive räumliche Streuung der großen Textilhäuser von Johannisstraße bis Nikolaiort, ist aber für den Handel mit “Mode” eher unattraktiv, diese Branche setzt auf Konzentration. Kein Kunde legt beim Kleiderkauf gerne hunderte Meter zurück, nur um das modische Angebot zweier Anbieter vergleichen zu können. Da der Osnabrücker “Platzhirsch” L&T dem ehemaligen Woolworth-Gebäude direkt gegenüber liegt, wäre dies ein idealer Ort für ein anderes Textilkaufhaus. Vor allem aber, wenn mit einem Einkaufscenter am Neumarkt in Zukunft die Käuferströme ohnehin immer mehr vom Nikolaiort und den angrenzenden Straßen abgezogen werden sollten.
Im Vergleich zur Immobilie am Nikolaiort könnte sogar die vermutlich kleinere Fläche (im Gespräch sind 5.000qm, während das ehemalige Hettlage-Haus über gut 8.000qm verfügen soll) reizvoll sein, schließlich muss jeder gute Kaufmann auch den demographischen Wandel und den Online-Handel mit ins Kalkül ziehen, Reduzierung der Fläche wäre hier eine logische Reaktion. Ein Trend, der bei den Befürwortern des Mega-Einkaufscenters offenbar noch keine Beachtung gefunden hat?!

was kann die Politik tun?

Das Bemühen von Oberbürgermeister Pistorius, einem Einkaufszentrum am Neumarkt per Vertrag einen bestimmten Mieter verbieten zu wollen, darf ohnehin nur als naiv oder “bemüht” betrachtet werden. Wenn ein Einzelhändler unter seiner jetzigen Firmierung nicht einziehen darf, was würde ihn daran hindern zur Umgehung einfach eine neue Gesellschaft zu gründen? Ebenso dürfte es unmöglich sein jetzt Initiativen zu unternehmen, um politisch einen Umzug von Peek & Cloppenburg (oder irgendeines anderen Kaufmanns) in das ehemalige Woolworth-Gebäude zu unterbinden.
Wie oben beschrieben gibt es gute Gründe für einen Umzug an diesen neuen Standort – und solange die Politik die Pläne für das Neumarkt-Shoppingcenter weiter betreibt, ist ein gewichtiger Grund die in in wenigen Jahren (mögliche) neue Schwerpunktsetzung der Käuferströme hin zum Neumarkt.

Nur ein Stopp der Pläne für ein übergroßes Einkaufscenter am Neumarkt kann die aktuell unruhige Situation am Immobilienmarkt jetzt wieder beruhigen. Dabei spricht sicher nichts dagegen, wenn die Eigentümer des ehemaligen “Hertie-” bzw “Wöhrlhauses” und des als “Kachelhaus” berüchtigten Eckhauses zur Johannisstraße, nun nicht weiteren Leerstand betreiben, sondern im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Flächen aktiv neue Mieter oder neue Konzepte suchen würden. Es ist nicht Aufgabe der Lokalpolitik die Probleme einzelner Immobilienbesitzer zu lösen. Für solche “Filetstücke”, direkt im Herzen von Osnabrück, gibt es sicher auch andere Verwendungsmöglichkeiten, oder Mieter, die mit den zur Verfügung stehenden Flächen (deutlich unter 20.000qm) zufrieden sein könnten.
Die permanente Unattraktivität des Neumarktes und von Teilen der Johannisstraße muss beseitigt werden – aber nicht mit einem übergroßen Einkaufszentrum, das bereits alleine durch seine Ankündigung dafür sorgt, dass die Attraktivität der nord-westlichen Innenstadt zu leiden beginnt.

Sollte sich bewahrheiten, was jetzt noch ein Gerücht ist, und der jetzige Mieter des Traditionshauses am Nikolaiort sich tatsächlich für einen Umzug an die Große Straße entscheiden, dürften alle Pläne für das Neumarkt-Einkaufscenter ohnehin Makulatur sein! Dann wird die Lokalpolitik ein Feuer löschen müssen, das sie selbst mit ihrer kopflosen Standortpolitik erst entfacht hat!

HP

Nachtrag 29.05.: die Osnabrücker Sonntagszeitung hat das Thema aufgegriffen und in ihrer aktuellen Ausgabe darüber berichtet (PDF Download).

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Super-schönes Video… Osnabrück im Schnelldurchlauf

Im kommenden Jahr wird Osnabrück die Hanseraumkonferenz (kurz HaKo) der Wirtschaftsjunioren beherbergen. Im Rahmen der Vorfeld-PR gibt es dazu nun ein tolles Video, das eine echte “YouTube-Perle” ist!

Video zur HAKO13 Osnabrück

Mehr Infos zur HaKo und den Wirtschaftsjunioren gibt es hier bei osradio 104,8.

Direktlink auf YouTube.

HP, gefunden via Frank Eilermann auf Facebook.

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