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Commerzbank erwartet nur moderat sinkende Immobilienpreise

Foto: Wohnungen, über dts Nachrichtenagentur

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Commerzbank erwartet nur moderat sinkende Immobilienpreise. Der Markt befinde sich in der ersten Phase eines Korrekturprozesses, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Analyse.

„Die Käufer können (oder wollen) angesichts der deutlich gestiegenen Finanzierungskosten für ein Haus deutlich weniger bezahlen als vor dem Zinsanstieg, wohingegen viele Verkäufer offensichtlich nicht bereit sind, einen solchen deutlichen Abschlag gegenüber den noch vor kurzer Zeit zu erzielenden Preisen hinzunehmen“, heißt es darin. Auf Dauer würden die Anbieter diese Position aber nicht halten können, sondern ihre Preisvorstellungen an die neue Realität anpassen müssen. „Schließlich gibt es für viele von ihnen auf längere Sicht keine Alternative zu einem Verkauf, sei es wegen Umzugs, einer Erbschaft oder anderer Gründe“, so die Bank. In der nächsten Phase werde die Zahl der Transaktionen und damit die Zahl der neu abgeschlossenen Hypothekenverträge wieder steigen, die in der Statistik berücksichtigten Transaktionspreise aber weiter fallen, bis Nachfrage und mittelfristiges Angebot wieder übereinstimmen, so die Commerzbank. Erst wenn Immobilien für viele Kaufinteressenten wieder erschwinglich würden und die Nachfrage zunehme, würden sich die Preise stabilisieren. Begünstigt werde eine solche mittelfristig zu erwartende Stabilisierung durch ein geringeres Angebot an Neubauten. Denn die Bauentwickler reagierten auf die wegen der niedrigeren Preise und höheren Kosten ungünstigeren Ertragsaussichten und führen ihre Bautätigkeit herunter. Gleichzeitig seien die Auftragseingänge seit ihrem Hoch im März 2022 um mehr als ein Drittel eingebrochen. So rechnet der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW im laufenden Jahr nur noch mit rund 240.000 Wohnungsfertigstellungen. Das ist rund ein Fünftel weniger als im Hochpunkt 2020, als 306.000 Wohneinheiten gebaut wurden. Für das Jahr 2024 rechnet der Verband gar nur mit 214.000 Wohnungen. „Kurzfristig dürfte dies nicht ausreichen, um den Preisverfall zu stoppen“, bewertet die Commerzbank die Lage. „Mittel- bis langfristig dürfte das geringere Angebot aber die Preise stabilisieren.“ Auch wenn sich somit der Preisrückgang vorerst fortsetzen dürfte, hält die Bank einen harten Preiseinbruch weiter für unwahrscheinlich. So dürfte es keine Angebotsschwemme durch erzwungene Verkäufe geben, weil diejenigen, die vor zehn Jahren eine Immobilie erworben haben und nach auslaufender Zinsbindung refinanzieren müssen, eine Anschlussfinanzierung zu einem Zinssatz deutlich über den derzeit knapp 4 Prozent verkraften könnten. Als Beleg bemüht die Commerzbank die Zahl der Zwangsversteigerungen, die 2022 gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken war – auf rund 12.000 Immobilien.

Selbst wenn die Zahl der Notverkäufe merklich steigen würde, wäre dies angesichts von rund 750.000 Immobilientransaktionen im Jahr 2020 „kein wirklicher Angebotsschock“, glaubt die Commerzbank. Auch einen weiteren Nachfrageeinbruch infolge eines neuerlichen Zinsschubs hält das Geldhaus für unwahrscheinlich. So geht die Commerzbank davon aus, dass die EZB ihren Einlagensatz im März auf 3,0 Prozent anhebt, und im Mai und Juni zwei weitere Zinsschritte um jeweils 0,25 Prozentpunkte folgen, auf dann 3,5 Prozent. Damit werde der Zinserhöhungszylus beendet sein, glaubt die Commerzbank.

„Zusammen mit einer fallenden Inflationsrate und einer anhaltend schwachen Konjunktur dürfte dies das Zinsniveau für längere Laufzeiten sogar eher fallen lassen“, heißt es weiter. Die Zinsen für Hypothekendarlehen mit 10-jähriger Laufzeit würden sich damit auf absehbare Zeit unter der 4-Prozent-Marke einpendeln.

AFP

Dax startet freundlich – Konsumklima schlägt Wirtschaftsleistung

Foto: Frankfurter Börse, über dts Nachrichtenagentur

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Freitag freundlich in den Handel gestartet. Um 9:30 Uhr standen rund 15.530 Punkte auf der Anzeigetafel im Frankfurter Börsensaal und damit 0,3 Prozent mehr als am Vortag.

Der am Morgen vom Statistischen Bundesamt gemeldete Rückgang der Wirtschaftsleistung, der stärker als noch Ende Januar geschätzt ausfiel, konnte Anleger nicht davon abhalten, auf breiter Front einzukaufen. Dabei bleibe der Ukraine-Krieg ein Unsicherheitsfaktor, „obwohl an der Börse in den letzten Monaten ein Gewöhnungseffekt zu beobachten war“, wie es in einer am Morgen von der Commerzbank veröffentlichten Marktanalyse heißt. Wegen der schwächeren Konjunktur sowie anhaltend hohen Material- und sonstigen Inputkosten dürften die Analysten ihre Gewinnerwartungen weiter nach unten revidieren. Angesichts der anhaltenden hohen Inflationsraten würden die Notenbanken die Zinsen voraussichtlich weiter erhöhen, so die Commerzbank. Papiere des Werkstoffherstellers Covestro waren am Morgen besonders gefragt und legten über drei Prozent zu, gefolgt von Heidelbergcement und den typischen Konsumtiteln Adidas und Zalando. Letztere dürften von der sich kontinuierlich bessernden Konsumstimmung profitieren, von der die GfK am Morgen berichtet hatte. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Freitagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,0589 US-Dollar (-0,06 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9444 Euro zu haben.

AFP

Osnabrücker Landpartie geht in die zweite Runde

(von links) Michael Hamm, Lena Hoffmann und Hannes Wender vom Organisationsteam der Osnabrücker Landpartie freuen sich auf das auf die Osnabrücker Landpartie am 2. und 3. September. / Foto: Osnabrücker Landpartie
(von links) Michael Hamm, Lena Hoffmann und Hannes Wender vom Organisationsteam der Osnabrücker Landpartie freuen sich auf das auf die Osnabrücker Landpartie am 2. und 3. September. / Foto: Osnabrücker Landpartie

Auch in diesem Jahr wird die Osnabrücker Landpartie stattfinden. Am 2. und 3. September können Osnabrückerinnen und Osnabrücker im Raum Wallenhorst, Rulle, Vehrte und Icker ein vielfältiges Programm mit dem Fahrrad besuchen. Die Organisation startet in der kommenden Woche.

Bereits im letzten Jahr fand die Osnabrücker Landpartie im Umfeld der geplanten Trasse A33 Nord statt. Und sie sei ein voller Erfolg gewesen: „Wir haben viel Zuspruch von unterschiedlichen Menschen bekommen, was uns bestärkt hat, weiterzumachen“, erklärt Michael Hamm vom Organisationsteam der Osnabrücker Landpartie. Das Planungsteam der Osnabrücker Landpartie bestehe derzeit aus sieben Mitgliedern. „Die ursprüngliche Idee der Osnabrücker Landpartie kam von Lena Hoffmann. Im November 2021 fand dann das erste Treffen statt“, berichtet Johanna Mai, ebenfalls vom Organisationsteam.

Die Osnabrücker Landpartie ist ein Event mit unterschiedlichem Programm in der Natur rund um die Region Osnabrück. Programmpunkte im letzten Jahr waren beispielsweise eine Wiesenführung des Obsthains in Wallenhorst-Lechtingen, ein Bücherflohmarkt, Workshops oder auch Bühnenprogramm. Das Programm sei auch in diesem Jahr komplett mit dem Fahrrad zu erreichen. Schwerpunkt des Events sei es, die intakte Natur erhalten zu lassen.

Spaß steht im Vordergrund

„Der Nordkreis Osnabrücks bietet sich für Radtouren an“, erläutert Hannes Wender vom Planungsteam. „Man sollte den Naturraum nutzen und wertschätzen, da passt die A33 nicht hinein“, so Mai. „Vor allem im städtischen Raum wird die Natur immer weiter zerstört“, erklärt Hamm. Dadurch würde laut Wender die Naherholung verloren gehen.

Das Ziel der Osnabrücker Landpartie sei es, zu zeigen, dass man sich auch anders fortbewegen könne, erläutert Mai. „Dies kann über so ein Event geschehen. Menschen können so den Spaß am Radfahren finden“, ergänzt Hamm.

Die Osnabrücker Landpartie trifft sich zur Organisation des Events am 5. März und 7. Mai jeweils von 16 bis 18 Uhr. Dazu seien alle Menschen, die das Event mit einem Beitrag unterstützen wollen, eingeladen. Infos rund um das Programm der zweiten Landpartie sowie Routenvorschläge würden bald online erscheinen.

AFP

Trauerfeier für Verstorbene ohne Angehörige am 1. März

Friedhof, Grabstein (Symbolbild)
Friedhof(Symbolbild)

Wie jeden ersten Mittwoch des Monats findet auch am 1. März wieder die Beisetzung der Urnen Verstorbener ohne Angehörige in namentlich gekennzeichneten Gräbern auf dem Heger Friedhof statt.

Wenn ein Mensch verstirbt und Angehörige nicht aufzufinden sind, tritt die Stadt auf gesetzlicher Grundlage an die Stelle der Angehörigen, organisiert eine einfache Bestattung in Osnabrück und übernimmt die Kosten. Hierbei wird – wie rechtlich vorgegeben – auf bekannte Wünsche der Verstorbenen nach Erd- oder Urnenbestattung Rücksicht genommen.

Am Mittwoch (1. März) werden Ortrud Meyer zu Lengern, Heinz Günther Alfred Helle, Ingrid Makauskis, Juri Breit, Wolfhard Karl Wilhelm Brunemann, Heinrich Julius Otto Wieneke, Wolfgang Georg August Rudinec und Birgit Petra Müller auf dem Heger Friedhof bestattet. Zur Trauerfeier um 10 Uhr in der großen Kapelle (Rheiner Landstraße 168) sind Freundinnen, Freunde und Bekannte herzlich eingeladen.

Maskenpflicht entfällt

Die Corona-Schutzmaßnahmen sind ausgelaufen. Somit gibt es keine Maskenpflicht mehr. Bei der Beisetzung in der großen Urnengemeinschaftsgrabanlage des Heger Friedhofs kann das letzte Geleit geben werden.

AFP

Pyrotechnik: VfL Osnabrück muss weitere 2.800 Euro zahlen

Pyro-Technik (Symbolbild)
Pyro-Technik (Symbolbild)

Da Anhänger während des Drittligaspiels beim MSV Duisburg insgesamt acht bengalische Fackeln abbrannten, hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den VfL Osnabrück erneut zu einer Geldstrafe verurteilt.

Die Lila-Weißen müssen wegen des unsportlichen Verhaltens 2.800 Euro zahlen. 900 Euro davon kann der Verein für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden, was dem DFB bis zum 31. Juli 2023 nachzuweisen wäre. Der Verein hat dem Urteil bereits zugestimmt. Bezogen auf die gesamte Saison musste der VfL wegen gleicher Verstöße insgesamt bereits 45.250 Euro zahlen.

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Förderung bis 2024: Osnabrücker Babylotsenprojekt kann fortgesetzt werden

Die Partnerschaft bleibt erhalten: Vertreterinnen und Vertreter von Stadt und Landkreis Osnabrück, Kreis Steinfurt und Stadt Ibbenbüren, den Trägern Diakonie und Sozialdienst katholischer Frauen sowie der Osnabrücker Geburtskliniken Marienhospital und Klinikum freuen sich über die Fortsetzung des Babylotsen-Projekts. / Foto: Landkreis Osnabrück/Uwe Lewandowski
Die Partnerschaft bleibt erhalten: Vertreterinnen und Vertreter von Stadt und Landkreis Osnabrück, Kreis Steinfurt und Stadt Ibbenbüren, den Trägern Diakonie und Sozialdienst katholischer Frauen sowie der Osnabrücker Geburtskliniken Marienhospital und Klinikum freuen sich über die Fortsetzung des Babylotsen-Projekts. / Foto: Landkreis Osnabrück/Uwe Lewandowski

Vier Jugendämter aus zwei Bundesländern, zwei Geburtskliniken und zwei konfessionelle Jugendhilfeträger machen es möglich: Durch das gemeinsame finanzielle Engagement wird das seit 2020 bestehende Osnabrücker Babylotsenprojekt bis Ende 2024 fortgeführt.

„So viele Unterschriften sind selten auf einem Kooperationsvertrag im Bereich der Frühen Hilfen zu finden“, sagte Wolfgang Ruthemeier vom Jugendamt der Stadt Osnabrück. Dies zeige die „außergewöhnliche Kooperation“, ergänzte seine Landkreis-Kollegin Ines Kolmorgen: „Wir freuen uns sehr, dass die wertvolle fachliche Arbeit der Osnabrücker Babylotsinnen deshalb fortgeführt werden kann.“

Kostenlose Beratung rund um die Geburt

Seit 2020 beraten die Babylotsinnen Sandra Kockmeyer und Corinna Kockläuner in den beiden Geburtskliniken Marienhospital und Klinikum zu allen Fragen rund um Baby und Elternschaft – vor der Geburt ebenso wie danach.

In einem vertraulichen Gespräch wird geklärt, was Schwangere, Mütter und ihre Familien in ihrer neuen Lebenssituation benötigen und wo sie Unterstützung bekommen könnten. Die Babylotsinnen informieren über passende Angebote vor Ort und in der Region und sind als Ansprechpartnerinnen verfügbar. Die Beratung zu diesem sensiblen Zeitpunkt, auch nach der Geburt zu Hause, ist freiwillig und kostenlos.

Im Marienhospital Osnabrück wird das Angebot in Kooperation vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Osnabrück Stadt und Landkreis e. V., am Klinikum Osnabrück von der Diakonie Osnabrück Stadt und Land gGmbH durchgeführt. In den ersten drei Jahren konnte das Projekt im Wesentlichen durch die Deutsche Fernsehlotterie finanziert werden. Zusätzlich bezuschussten das Bistum Osnabrück und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers.

Baustein zwischen Prävention und Kinderschutz

Der Aufbau dieses anspruchsvollen, nach dem Konzept „SEEYOU“ zertifizierten, Programms im Zeitraum von 2020 bis 2022 war in den Pandemiejahren besonders herausfordernd.

Inzwischen hat sich das Angebot auf den Geburtsstationen bewährt. Es ist ein wertvoller und mittlerweile etablierter Baustein zwischen Prävention und Kinderschutz an der wichtigen Schnittstelle zwischen Gesundheitswesen und Frühen Hilfen. Die Arbeit wurde außerdem von Beginn an intensiv durch die Jugendämter von Stadt und Landkreis Osnabrück begleitet. Da sich bei der Auswertung der Daten herausstellte, dass auch ein relevanter Geburtenanteil auf Familien aus dem Kreis Steinfurt entfällt, wurde dort ebenso um Unterstützung geworben wie bei der Stadt Ibbenbüren.

Hilfreich erwiesen sich bei den Aushandlungen auch die im benachbarten Nordrhein-Westfalen schon länger bestehenden positiven Erfahrungen mit dem Babylotsenprogramm an einer Geburtsklinik in Münster. So konnte nach und nach ein außergewöhnliches Bündnis geschmiedet werden, das über Konfessions-, Stadt- und Landesgrenzen hinaus ein wirksames und effizientes Angebot darstellt.

3.636 Geburten in Marienhospital und Klinikum im Jahr 2022

Bei den 2.136 Geburten im Marienhospital und 1.500 im Klinikum im Jahr 2022 wurden alle Familien über das Babylotsen Beratungsangebot per Flyer informiert, 1.240 Familien wurde das Angebot persönlich vorgestellt und 603 Familien nahmen eine weitergehende Beratung in Anspruch. In 48 Beratungen war auch das Thema Kindeswohlgefährdung zu klären.

AFP

FDP will Mercedes-Benz Kurzarbeit erschweren

Foto: Mercedes-Stern, über dts Nachrichtenagentur

Bremen/Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach der Ankündigung des Autoherstellers Mercedes-Benz, trotz eines Milliardengewinns Kurzarbeitergeld zu beantragen, werden in der Ampelkoalition Rufe nach einer Regeländerung laut. „Es ist der Job der Bundesregierung, den erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld zu beenden und wieder zu den ursprünglichen Zugangsvoraussetzungen zurückzukehren“, sagte FDP-Arbeitsmarktpolitiker Carl Julius Cronenberg der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Wer den Zeitpunkt verpasst, riskiert Mitnahmeeffekte wie jetzt bei Mercedes“, kritisierte der Bundestagsabgeordnete, der selbst Unternehmer ist. Das Arbeitsministerium verteidigte dagegen die Möglichkeit, auch Unternehmen in der Gewinnzone wie Mercedes Kurzarbeitergeld zu gewähren. Cronenbergs Kritik zielt insbesondere auf einige Sonderregeln zur Kurzarbeit aus der Corona-Pandemie, die Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Dezember ein weiteres Mal bis Ende Juni 2023 verlängert hatte. Beispielsweise können Betriebe damit das Kurzarbeitergeld der Arbeitsagentur schon dann erhalten, wenn nur ein Zehntel ihrer Belegschaft von Arbeitsausfall betroffen ist; normalerweise liegt die Mindestschwelle bei einem Drittel der Belegschaft.

Mercedes-Benz hatte jüngst ein Konzernergebnis von 14,8 Milliarden Euro im Jahr 2022 gemeldet. Kurz darauf bestätigte der Konzern, dass er in den Werken Bremen und Untertürkheim Kurzarbeit wegen Lieferstörungen plane. In Bremen gehe es um 700 Mitarbeiter, im Stammwerk um einzelne Teams. Cronenberg sieht den Fehler weniger bei Mercedes, als im Regelwerk: Stehe „das Tor zum Kurzarbeitergeld sperrangelweit offen“, dann sei das Management schon im Interesse der Aktionäre verpflichtet, dieses Instrument zu nutzen, sagte er.

Also müsse die Politik das Tor etwas schließen und die Sonderregeln streichen. „Andernfalls gerät das wertvolle Instrument des Kurzarbeitergeldes zu Unrecht in Misskredit“, warnte Cronenberg. Das Arbeitsministerium wandte sich indessen gegen Überlegungen, Unternehmen in der Gewinnzone grundsätzlich den Zugang zu Kurzarbeitergeld zu verwehren. Wolle man die wirtschaftliche Lage der einzelnen Betriebe zum Kriterium machen, dann würden „umfangreiche Ermittlungen“ erforderlich, teilte es auf Anfrage der FAZ mit.

„Dann wäre es nicht mehr möglich, schnell und unbürokratisch zu reagieren und mithilfe des Kurzarbeitergeldes Entlassungen zu vermeiden.“ Der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Arbeitsnehmerflügels, Dennis Radtke, hatte zuvor in der FAZ scharfe Kritik an Mercedes-Benz geäußert. „Öffentliche Gelder für die Gewinnmaximierung zu verwenden ist unanständig“, hatte er gesagt.

AFP

Wirtschaftsleistung stärker geschrumpft als gedacht

Foto: Industrieanlagen, über dts Nachrichtenagentur

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 4. Quartal 2022 gegenüber dem Vorquartal stärker geschrumpft als zunächst gedacht. Es ging um 0,4 Prozent nach unten, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, 0,2 Prozentpunkte mehr als Ende Januar noch geschätzt.

„Die Dynamik der deutschen Wirtschaft hat sich zum Jahresende deutlich abgeschwächt“, teilte die Behörde mit. In den ersten drei Quartalen des letzten Jahres konnte das Bruttoinlandsprodukt trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen aber noch zulegen (+0,8 Prozent, +0,1 Prozent und +0,5 Prozent). Für das gesamte Jahr 2022 haben die neuesten Berechnungen das Wachstum von 1,8 Prozent zum Vorjahr (kalenderbereinigt +1,9 Prozent) bestätigt, so die Statistiker. Die weiterhin starken Preissteigerungen und die anhaltende Energiekrise belasteten die deutsche Wirtschaft zum Jahresende, hieß es weiter. Das mache sich besonders bei den privaten Konsumausgaben bemerkbar, die im 4. Quartal 2022 um 1,0 Prozent zurückgingen. Nach dem Wegfall von Vergünstigungen wie Tankrabatt und 9-Euro-Ticket gaben die Verbraucher im 4. Quartal 2022 weniger für Konsumzwecke aus als im 3. Quartal 2022. Zudem wurde auch weniger investiert als im Vorquartal: Die Bauinvestitionen nahmen wie schon in den beiden vorangegangenen Quartalen preis-, saison- und kalenderbereinigt ab (-2,9 Prozent). Die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – gingen zum Jahresende ebenfalls deutlich zurück (-3,6 Prozent). Die Konsumausgaben des Staates stiegen dagegen leicht gegenüber dem Vorquartal (+0,6 Prozent). Im 4. Quartal 2022 wurden nach Angaben des Bundesamtes preis-, saison- und kalenderbereinigt insgesamt 1,0 Prozent weniger Waren und Dienstleistungen exportiert als im 3. Quartal 2022. Die Importe sanken mit -1,3 Prozent noch etwas stärker. Neben der angespannten internationalen Situation mit nach wie vor gestörten Lieferketten sei dies vor allem den hohen Preisen für Energie geschuldet, die sich unter anderem im schwächeren Handel mit chemischen Produkten bemerkbar machten. Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung war im 4. Quartal 2022 um 1,4 Prozent niedriger als im Vorquartal. Dabei erstreckte sich der Rückgang über fast alle Wirtschaftsbereiche. Lediglich in den Bereichen Information und Kommunikation, Grundstücks- und Wohnungswesen sowie bei den Unternehmensdienstleistern gab es leichte Zuwächse. Vor dem Hintergrund der hohen Inflationsraten fiel die Bruttowertschöpfung bei den sonstigen Dienstleistern (-6,8 Prozent) und im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe (-2,9 Prozent) deutlich niedriger aus als im Vorquartal.

Aufgrund starker Produktionsrückgänge in den energieintensiven Branchen wie der Herstellung von chemischen Erzeugnissen sowie der Metallerzeugung und -bearbeitung ging die Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe im 4. Quartal 2022 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,6 Prozent zurück. Im Baugewerbe sank die Wirtschaftsleistung mit 2,4 Prozent das dritte Quartal in Folge.

AFP

Videobotschaft zum Kriegs-Jahrestag: Kanzler lobt sich selbst

Foto: Olaf Scholz, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat zum Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine am Freitagmorgen eine Videobotschaft veröffentlicht – und dabei nicht mit Eigenlob gespart. „Bei all den Herausforderungen, die sich durch den Krieg in der Ukraine und auch in Deutschland ergeben – haben wir vieles ziemlich gut hingekriegt“, sagte der Kanzler darin.

„Innerhalb weniger Monate haben wir uns von russischer Energie unabhängig gemacht. Wir haben genug Gas und Öl.“ Die Wirtschaft stecke nicht in einer tiefen Rezession. „Und wir haben mehr als eine Million ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, dank großer Hilfsbereitschaft überall im Land“, sagte der Kanzler.

Die Hilfen für die Ukraine summieren sich nach Scholz` Worten auf mehr als 14 Milliarden Euro. „Alles was wir tun, geschieht in enger Abstimmung und im Gleichklang mit unseren Partnern und Verbündeten. Und wir werden alles dafür tun, dass es nicht zu einer Eskalation des Krieges zwischen Russland und der Nato kommt“, sagte Scholz. „Deutschland steht fest an der Seite der Ukraine – heute und in Zukunft.“

Und weiter: „Es sind eben nicht unsere Waffenlieferungen, die den Krieg verlängern. Das Gegenteil ist richtig: Je früher Russlands Präsident einsieht, dass er sein imperialistisches Ziel nicht erreichen wird, desto größer ist die Chance auf ein baldiges Kriegsende.“ Putin habe es in der Hand. „Er kann diesen Krieg beenden“, so der Kanzler.

AFP

GfK: Konsumklima setzt Erholungskurs fort

Foto: Verkauf in einem Kaufhaus, über dts Nachrichtenagentur

Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) – Die Verbraucherstimmung in Deutschland bleibt laut einer Erhebung auch im Februar klar auf Erholungskurs. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung legen spürbar zu, teilte das Marktforschungsinstitut GfK in seiner Konsumklimastudie am Freitag mit.

Die Anschaffungsneigung setzt dagegen ihr ständiges Auf und Ab fort und gewinnt aktuell nur leicht hinzu. Das GfK prognostiziert für das Konsumklima für März -30,5 Punkte und damit 3,3 Punkte mehr als im Februar dieses Jahres (revidiert -33,8 Punkte). Bereits seit Herbst 2022 geht es nach einem Rekordtief konstant nach oben, für das Konsumklima ist es bereits der fünfte Anstieg in Folge. „Trotz anhaltender Krisen, wie dem Ukraine-Krieg, einer schwächelnden Weltwirtschaft sowie hohen Inflationsraten, kann das Konsumklima ein weiteres Mal spürbar zulegen“, erklärte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Es bleibe damit klar auf Erholungskurs, wenn das Niveau auch weiterhin niedrig sei. „Der Pessimismus der Verbraucher, der im Herbst des vergangenen Jahres seinen absoluten Höhepunkt hatte, schwindet zusehends“, so Bürkl. Die Einkommenserwartungen der deutschen Konsumenten setzen ihren Aufwärtstrend ebenfalls fort: Der Indikator klettert nach einem Plus von 4,9 Punkten auf -27,3 Zähler, auch hier ist es der fünfte Anstieg in Folge. Bemerkenswert sei zudem, dass die Einkommensstimmung seit ihrem absoluten Tief im September 2022 gut 40 Punkte hinzugewonnen habe. Neben dem stabilen Arbeitsmarkt sorgen die zuletzt weniger stark gestiegenen Energiepreise für den zunehmenden Optimismus, so das Institut. Das ständige Auf und Ab der Anschaffungsneigung, das seit September 2022 zu beobachten ist, setzt sich auch in diesem Monat fort: Nach den leichten Verlusten des Vormonats legt der Indikator nun wieder etwas zu. Mit einem Plus von 1,4 Punkten weist die Konsumneigung nun -17,3 Punkte auf.

AFP