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Weiter deutsche Entwicklungshilfe im Tschad

Weiter deutsche Entwicklungshilfe im Tschad
Weiter deutsche Entwicklungshilfe im Tschad

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Trotz eines aktuellen diplomatischen Eklats hält die Bundesregierung weiter an einem entwicklungspolitischen Engagement im Tschad fest. Das Auswärtige Amt hatte kürzlich die tschadische Botschafterin ausgewiesen, nachdem im Tschad der deutsche Botschafter ausgewiesen worden war.

Es gebe keine „Entwicklungszusammenarbeit mit der tschadischen Regierung“, sondern das deutsche Engagement sei auf „entwicklungspolitische Unterstützung im Kontext von Krisen und Konflikten ausgerichtet“ und „regierungsfern“ sowie „bevölkerungsnah“, sagte eine Sprecherin des Entwicklungsministeriums (BMZ) dem „Spiegel“. Darüber hinaus werde Hilfe vor allem über die Vereinten Nationen geleistet. So zähle der Tschad etwa „zu den Empfängerländern der vom BMZ gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen entwickelten Sahel-Resilienz-Initiative“. Hintergrund der diplomatischen Krise dürfte sein, dass der deutsche Botschafter sich wiederholt für die Einhaltung der Menschenrechte eingesetzt hatte. So soll er sich laut „Spiegel“ dafür ausgesprochen haben, reguläre Wahlen abzuhalten, nachdem die Militärjunta im Herbst Proteste gewaltsam niedergeschlagen hatte.

Foto: Schild einer deutschen Botschaft im Ausland, über dts Nachrichtenagentur

AFP

Forscher fordern frühzeitige Forschung zu Cannabis-Freigabe

Ärzteschaft skeptisch bei Cannabis-Vorschlag
Ärzteschaft skeptisch bei Cannabis-Vorschlag

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Wissenschaftler mehrerer Disziplinen fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass die geplante Cannabisfreigabe von Anfang an „wissenschaftlich interdisziplinär begleitet und evaluiert“ wird. Nach den bisherigen Plänen der Ampelkoalition soll eine solche Analyse erst nach der Gesetzesänderung erfolgen.

Das sei zu spät, kritisieren die Forscher: So müssten „regelmäßige Datenerhebungen“ bereits „im Vorfeld der rechtlichen Änderung beginnen“, um den jetzigen Zustand beschreiben zu können. Dafür seien „umfassend finanzielle Mittel aus allen relevanten Ressorts zur Verfügung zu stellen“. Die in neun „zentralen Forschungsfeldern“ erhobenen Daten müssten dann die Grundlage bilden für spätere Nachjustierungen, etwa um Überregulierungen abzubauen oder Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Es komme darauf an, nun „so schnell wie möglich aussagekräftige Daten zu erheben, die uns in den kommenden Jahren eine fundierte Einschätzung der gesellschaftlichen und politischen Chancen und Risiken der Legalisierung ermöglichen“, so der Koordinator der Gruppe. Mitgewirkt haben unter anderem Professoren für Suchtforschung, Strafrecht, Polizeiwissenschaften sowie Sozialpsychologie.

Foto: Cannabis, über dts Nachrichtenagentur

AFP

Dax stagniert – US-Märkte im Fokus

Dax stagniert – US-Märkte im Fokus
Dax stagniert – US-Märkte im Fokus

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax hat am Freitag seine anfänglichen Gewinne bis zum Mittag weitgehend gehalten. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 15.770 Punkten berechnet, 0,3 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

Die größten Zuwächse hatten am Mittag die Aktien von Vonovia, Fresenius und Continental zu verzeichnen. Am unteren Ende der Kursliste rangierten die Papiere von MTU Aero Engines. Die Anleger schauen aktuell regelmäßig auf US-Wirtschaftsdaten. „Die Kurse werden derzeit vor allem getrieben durch die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed kurz vor dem Ende ihres Zinserhöhungszyklus steht“, sagte Konstantin Oldenburger von CMC Markets am Mittag.

Ein Wermutstropfen aber bleibe: Die bisher große Dissonanz zwischen der Markterwartung und den Fed-Projektionen werde gerade wieder etwas kleiner. „Viel von den erwarteten Zinssenkungen der Fed bis Ende 2023 könnte am Ende nicht mehr übrig bleiben, mit dem entsprechenden Gegenwind für den Aktienmarkt“, so der Marktanalyst. Die Investoren preisten nach den jüngsten Daten lediglich eine einzige Zinssenkung um 25 Basispunkte im vierten Quartal ein. „Selbst das könnte sich noch als zu optimistisch erweisen, da Fed-Chef Powell immer wieder erklärt hat, dass der finale Zinssatz, sobald er einmal erreicht ist, für einen langen Zeitraum beibehalten wird“, so Oldenburger.

In der Praxis bedeute das wahrscheinlich, dass die erste Zinssenkung im Jahr 2024 erfolgen werde, was mit den Projektionen der Fed übereinstimme. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Freitagnachmittag etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1064 US-Dollar (+0,16 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9038 Euro zu haben.


Foto: Frankfurter Börse, über dts Nachrichtenagentur

AFP

Bundesregierung in Sachen Nord-Stream-Anschlag zugeknöpft

Nord-Stream-Sabotage: Russische Militärschiffe steuerten Tatort an
Nord-Stream-Sabotage: Russische Militärschiffe steuerten Tatort an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung zeigt sich in Sachen Nord-Stream-Anschlag weiter zugeknöpft. Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof führe seit dem 10. Oktober 2022 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage und anderer Straftaten im Zusammenhang mit der Beschädigung der Nord Stream-Gaspipelines in der Ostsee am 26. September 2022, heißt es in einer Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ der AfD-Fraktion.

Weiter führt die Bundesregierung aus, das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei seien mit der Wahrnehmung der polizeilichen Aufgaben auf dem Gebiet der Strafverfolgung betraut. Dabei werde sämtlichen sachdienlichen Hinweisen zur Aufklärung des Sachverhalts nachgegangen. Zu technischen Spezifikationen bezüglich der Überwachung der Pipelines durch die Betreibergesellschaften lägen der Regierung keine Kenntnisse vor, heißt es in der Antwort auf die Frage der AfD-Abgeordneten, ob Russland bereits bei der Verlegung Sonarsensoren an den Pipelines angebracht habe. Die Erteilung näherer Auskünfte müsse allerdings unterbleiben.

Denn, so führt die Regierung aus, „trotz der grundsätzlichen verfassungsrechtlichen Pflicht, Informationsansprüche des Deutschen Bundestages und einzelner Abgeordneter zu erfüllen, tritt hier nach sorgfältiger Abwägung der betroffenen Belange im Einzelfall das Informationsinteresse des Parlaments hinter dem berechtigten Geheimhaltungsinteresse zum Schutz der laufenden Ermittlungen zurück.“ Eine Auskunft zu Erkenntnissen aus dem Ermittlungsverfahren würde konkret weitergehende Ermittlungsmaßnahmen erschweren oder gar vereiteln; aus dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit folge daher, dass das betroffene Interesse der Allgemeinheit an der Gewährleistung einer funktionstüchtigen Strafrechtspflege und Strafverfolgung hier Vorrang vor dem Informationsinteresse genieße. Unter Hinweis darauf lässt die Regierung auch Fragen nach Aussagen des US-Präsidenten Joe Biden und von Bundeskanzler Olaf Scholz ebenso unbeantwortet wie die nach Hinweisen von Nachrichtendiensten anderer Staaten im Vorfeld der Anschläge.


Foto: Bau von Nord Stream 2, über dts Nachrichtenagentur

AFP

Kann der VfL Osnabrück die Sensationsmannschaft stoppen?

Bremer Brücke / Foto: Marc Niemeyer
Bremer Brücke / Foto: Marc Niemeyer

Wenn man über den möglichen Aufstieg der SV Elversberg in die 2. Bundesliga spricht, dann lautet die Frage mittlerweile eigentlich längst nicht mehr “ob“, sondern nur noch „wann“. An der Bremer Brücke könnte die Sensationsmannschaft den nächsten großen Schritt machen, doch der VfL Osnabrück will sich nach zuletzt zwei Niederlagen im Spiel gegen die SVE zurückmelden im Kampf um die Plätze hinter dem souveränen Spitzenreiter.

Die Zahlen sind eindeutig: Zehn Punkte haben die Saarländer bereits Vorsprung auf den Relegationsrang – bei einem Spiel weniger. Heißt konkret: Zwölf Punkte aus acht Spielen würden für den sicheren Aufstieg reichen. Das macht einen Punkteschnitt von 1,5 – angesichts eines bisherigen Wertes von 2,2 sicher machbar. Zwar spielt die SVE in der Rückrunde ihre Gegner bislang nicht wie noch in der Hinserie reihenweise an die Wand, dafür hat man sich nach einer kleinen Ergebnisdelle von fünf sieglosen Partien mittlerweile wieder stabilisiert. Zuletzt agierte das Team wieder auf dem Niveau einer Spitzenmannschaft, ist taktisch flexibel, presst hoch, schaltet schnell um und punktet selbst in Spielen, die nicht optimal laufen mindestens einfach. Das Ergebnis: Auch in der schwächeren Rückrunde gab es nur eine Niederlage.

Duell der Top-Scorer

Es entwickelt sich also was bei dem kleinen Verein aus dem Saarland, der am Samstag (15. April) den nächsten Schritt in Liga 2 machen will – an der Bremer Brücke beim schwächelnden VfL Osnabrück. Die Lila-Weißen kassierten zuletzt zwei Niederlagen und somit auch zwei Rückschläge im Kampf um den Aufstieg. Dennoch wollte Trainer Tobias Schweinsteiger die jüngste und deutliche Niederlage gegen 1860 München (0:3) nicht zu hochhängen. Hoffnung für das Spiel gegen den Spitzenreiter gibt derweil die personelle Situation.

So kehrt auf Osnabrücker Seite mit Erik Engelhardt der zuletzt schmerzlich vermisste Goalgetter nach Gelbsperre zurück, ebenso wie Sven Köhler und Florian Kleinhansl. Schweinsteiger steht somit wieder die Elf zur Verfügung, die abgesehen von den vergangen beiden Partien zur “Mannschaft der Stunde“ in Liga 3 mutierte. Doch Vorsicht: Auch bei der SVE kehrt mit Luca Schnellbacher ein echter Topstürmer nach Gelb-Rot-Sperre zurück.

VfL noch ohne Sieg gegen Elversberg

Zu etwas weniger Optimismus führt derweil ein Blick auf die Statistik: Drei Mal trafen der VfL und die SVE bislang aufeinander, kein einziges Mal davon konnten die Osnabrücker für sich entscheiden. In der Saison 2013/14 gab es ein 0:1 an der Bremer Brücke sowie ein 2:2 an der Kaiserlinde, in der Hinrunde dieser Saison wurden die Lila-Weißen wie so viele andere Ligakonkurrenten Opfer einer euphorisch aufspielenden SVE und verloren mit 1:4. Im vierten Anlauf ist es nun also an der Zeit für eine Bilanzaufhübschung an einer erneut vollen Bremer Brücke. Es könnte gleichzeitig der Startschuss für eine Schlussoffensive des VfL im Aufstiegsrennen werden, das mit der SVE allerdings vermeintlich schon einen Sieger hat.

AFP

FDP legt im Streit um Kindergrundsicherung nach

Paus besteht bei Kindergrundsicherung auf höhere Leistungen
Paus besteht bei Kindergrundsicherung auf höhere Leistungen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Im kabinettsinternen Streit um eine Kindergrundsicherung legt FDP-Parteivize Johannes Vogel nach. „Platt mehr Geld zu fordern, ohne sagen zu können, wofür – das geht mit uns eben nicht“, sagte er dem „Focus“.

Zwar wollten auch die Liberalen „eine aufstiegsorientierte und endlich faire Unterstützung von Kindern und Jugendlichen“, aber die zuständige grüne Familienministerin müsse „schon ein schlüssiges Konzept liefern, wie der bisherige Wildwuchs da endlich gelichtet und sinnvoll sortiert werden kann“, so Vogel weiter. Kaum irgendwo im Sozialstaat herrsche ein „solches Wirrwarr wie bei den familienbezogenen Leistungen“. Viele Familien hätten „keinen Überblick, worauf sie einen Anspruch haben“, fügte der Parteivize hinzu. „Das schreit doch geradezu nach Entbürokratisierung und Digitalisierung“, sei aber „harte sozialpolitische Arbeit“.

Paus mache „diese Hausaufgaben“ nicht, gebe dafür aber Finanzminister Christian Lindner (FDP) die Schuld. „So kommen wir nicht weiter“, sagte Vogel.


Foto: Frauen mit Kleinkindern, über dts Nachrichtenagentur

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Paus will mehr Flexibilität für frischgebackene Eltern

Lauterbach will bei Pflegereform weniger Entlastung für Eltern
Lauterbach will bei Pflegereform weniger Entlastung für Eltern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Familienministerin Lisa Paus (Grüne) sieht mehr Flexibilität für frischgebackene Eltern als „wichtig für die Fachkräftesicherung und die Lebenszufriedenheit von Familien“ an. Fast die Hälfte der Eltern wollten eine verbesserte Vereinbarkeit und forderten, dass die Politik sie dabei unterstütze, sagte sie den Sendern RTL/ntv.

Nach dem von ihr vorgelegten Gesetzentwurf zur „Familienstartzeit“ sollen Partner von Müttern das Recht auf zehn freie Tage nach der Geburt bekommen. Anspruchsberechtigt sind nicht nur biologische Väter, sondern auch Partner von Müttern. Außerdem haben Alleinerziehende laut Entwurf das Recht, eine Person zu benennen, die 10 Tage bei Lohnfortzahlung freinehmen kann, um die Mutter nach der Geburt zu unterstützen. „Es ist mir ein besonderer Wunsch, gerade auch Alleinerziehende als Familie zu sehen“, sagte die Ministerin, die selbst alleinerziehende Mutter ist. Alleinerziehende seien mit ihren besonderen Nöten und Schwierigkeiten lange nicht gesehen worden. Die Familienstartzeit sei kein Urlaub, sondern eine aufreibende Zeit mit durchwachten Nächten. „Dafür brauchen Mütter auch Unterstützung“, sagte Paus. Das Gesetz folge den bisherigen Regelungen, die auch beim Mutterschutz gelten.

„Das ist alles etabliert und deswegen gehe ich sehr stark davon aus, dass das reibungslos funktionieren wird“, so Paus. Mit der Umsetzung des Gesetzes erfüllt Deutschland eine EU-Richtline. Laut Entwurf soll es am 1. Januar 2024 in Kraft treten, derzeit befindet sich der Entwurf in der Ressortabstimmung.


Foto: Vater, Mutter, Kind, über dts Nachrichtenagentur

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Auszubildende des Osnabrücker ServiceBetriebs und ver.di Jugend pflanzen Bäume im Schinkel

Baumpflanzaktion (Symbolbild)
Baumpflanzaktion (Symbolbild)

Am Monag (17. April) pflanzt die ver.di Jugend gemeinsam mit den Auszubildenden des Osnabrücker ServiceBetriebs zwölf junge Obstbäume im Stadtteil Schinkel. Die Aktion soll zeigen, dass Gewerkschaft nicht nur Streik bedeute.

Die ver.di Jugend veranstaltet in Zusammenarbeit mit den Auszubildenden des Osnabrücker Servicebetriebes (OSB) am kommenden Montag (17. April) eine Baumpflanzaktion. Mit dieser Initiative wollen die jungen Menschen ein Zeichen für Umweltschutz setzen und aktiv für den Erhalt der Natur werden. „Die Idee kam bei unserer Jahresplanung auf – wir wollten zeigen, dass Gewerkschaft nicht nur Streik bedeutet. Wir sind junge Menschen mit bunt gestreuten Interessen, wir wollen die Zukunft gestalten“, so Sophie Vossel, Mitglied des ver.di Bezirksjugendvorstandes Weser-Ems, zum Hintergrund der Aktion. „Wir haben 2019 beschlossen, Fridays for Future zu unterstützen und uns für das Klima einzusetzen“, ergänzt Gewerkschaftssekretärin Roxana Reinkemeier-Börger. „Die Bäume sind unser kleiner Beitrag dazu in diesem Jahr.“

Gewerkschaft und Azubis vereinen

Es werden insgesamt zwölf junge Obstbäume an der Hase im Stadtteil Schinkel gepflanzt. Ziel der Aktion ist es, einen Beitrag zur Verbesserung des Klimas und der Luftqualität in der Stadt zu leisten und ein Bewusstsein für die Bedeutung der Natur und Umwelt zu schaffen und gleichzeitig Gewerkschaft und Auszubildende zusammenzubringen. „Ich habe mich über die Anfrage der ver.di Jugend gefreut“, sagt Norbert Vossel, Landschaftsgärtnermeister beim OSB und Personalrat. „Zum einen ist die Pflanzaktion eine gute Übung, zum anderen können sie einmal über den Tellerrand hinausschauen.“

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Grüne gegen verpflichtende Wehrübungen

Grüne gegen verpflichtende Wehrübungen
Grüne gegen verpflichtende Wehrübungen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, teilt die Kritik des Präsidenten des Reservistenverbandes, Patrick Sensburg, am Zustand der Reserve, lehnt verpflichtende Wehrübungen jedoch ab. „Die Reserve ist in keinem guten Zustand“, sagte sie den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Samstagsausgaben).

Aber man könne das Problem nicht sofort lösen, sondern müsse die Weichen heute so stellen, dass sie in zehn Jahren in einem besseren Zustand sei. Nanni fügte hinzu: „Von verpflichtenden Wehrübungen, wie sie Herrn Sensburg vorschlägt, halte ich nichts.“ Das Problem sei nicht, dass Reservisten nicht üben wollen, sondern die Kapazitäten und Rahmenbedingungen. „Die müssen wir so verändern, dass sie Übungen in ihren Alltag integrieren können, das kostet auch Geld“, so Nanni.

Sensburg hatte der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ gesagt: „Eine funktionierende Reserve ist Teil einer wirksamen Abschreckung, derzeit vor allem gegenüber Russland, doch so wie die Reserve aktuell konzipiert ist, kann sie all das nicht leisten.“ Er forderte „eine umfassende Neuausrichtung“ und bessere Ausrüstung. Um die Schlagkraft zu erhöhen, empfahl Sensburg zudem mehr Verbindlichkeit für den Dienst: „Bislang können Reservisten selbst entscheiden, ob sie üben oder nicht. Meiner Meinung nach sollten sie verpflichtet sein, mindestens alle zwei Jahre für 14 Tage zu üben. Für diese Zeit müssen die Reservisten auch vom Arbeitgeber freigestellt werden“, forderte Sensburg.

Foto: Bundeswehr-Soldaten, über dts Nachrichtenagentur

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Frau soll wegen übler Nachrede über Lauterbach 12.000 Euro zahlen

Sinsheim (dts Nachrichtenagentur) – Eine Twitter-Nutzerin ist wegen übler Nachrede über Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vom Amtsgericht Sinsheim zu einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro verurteilt worden. Nachdem Lauterbach im September 2022 auf Twitter „Der Holocaust ist und bleibt hoffentlich das größte Verbrechen der Menschheit – Das dürfen wir nie vergessen“ geschrieben hatte, soll die Frau öffentlich „Das wird man später über deine Verbrechen an der Menschheit auch sagen“ geantwortet haben.

„Dein Gen-Experiment wird wahrscheinlich noch schlimmer“, ergänzte die Dame auf Twitter. Hierfür erhielt sie zunächst einen Strafbefehl wegen „Beleidigung“ über 2.000 Euro Buße, gegen den sie Einspruch einlegte. In der darauffolgenden Verhandlung am Mittwoch vertrat die zuständige Richterin vom Amtsgericht Sinsheim die Auffassung, es habe sich nicht um „Beleidigung“, sondern um „üble Nachrede“ gehandelt – wofür der Strafrahmen entsprechend höher sei. Der Anwalt der Frau argumentierte vergeblich, es handele sich um freie Meinungsäußerung, und ihre Mandantin sei der festen Überzeugung, dass Millionen Menschen an den Folgen der Corona-Schutzimpfung sterben werden.


Foto: Karl Lauterbach, über dts Nachrichtenagentur

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