Sitzung des Brandenburger Landtags (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Ein Antrag der AfD auf Auflösung des Brandenburger Landtags ist im Parlament gescheitert. SPD und CDU, die als mögliche künftige Koalitionspartner gelten, lehnten den Vorstoß gemeinsam ab, während die BSW-Fraktion zusammen mit der AfD dafür stimmte. Hintergrund sind der Bruch der bisherigen Koalition sowie Fraktionswechsel einzelner Abgeordneter, die zu veränderten Mehrheitsverhältnissen geführt haben.
AfD-Antrag zur Landtagsauflösung abgelehnt
Ein Antrag der AfD zur Auflösung des Brandenburger Landtags ist gescheitert. Die möglichen künftigen Koalitionspartner SPD und CDU lehnten den Antrag am Freitag ab, während die BSW-Fraktion zusammen mit der AfD dafür stimmte. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Hans-Christoph Berndt kritisierte, dass der Wechsel von drei BSW-Abgeordneten, von denen sich zwei der SPD anschlossen, den Wählerwillen missachte.
Bruch der Koalition mit dem BSW
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte die Koalition mit dem BSW am Dienstag beendet. Er nannte als Gründe den Zerfall der Landtagsfraktion nach Austritten und ein fehlendes Bekenntnis zur Koalition. Woidke lehnt Neuwahlen ab und plant, mit einer Minderheitsregierung weiterzuarbeiten. Er strebt eine Koalition mit der CDU an, die nun eine knappe Mehrheit hätte.
Abwahlversuch gegen Landtagsvizepräsidentin gescheitert
In der Sondersitzung des Landtags stimmte die BSW-Fraktion erstmals geschlossen für einen AfD-Antrag, der die Abwahl der Landtagsvizepräsidentin Jouleen Gruhn forderte. Der Antrag scheiterte jedoch, und Gruhn bleibt im Amt. Sie war zuvor aus der BSW-Fraktion ausgetreten und der SPD beigetreten. Die AfD argumentierte, dass mit ihrem Fraktionswechsel die Grundlage für ihre Wahl in das Präsidium entfallen sei.
Schnee in Berlin am 09.01.2026 / via dts Nachrichtenagentur
Angesichts der derzeitigen Kältewelle fordert Die Linke, obdachlose Menschen kurzfristig in leerstehenden Bürogebäuden und in U-Bahnhöfen unterzubringen. Linken-Bundesgeschäftsführer Janis Ehling dringt auf schnelle politische Entscheidungen und kritisiert Sicherheitsbedenken der Berliner Verkehrsbetriebe scharf.
Linke fordert sofortige Schutzräume für Obdachlose
Die Linke fordert angesichts der derzeitigen Kältewelle die Unterbringung von Obdachlosen in leerstehenden Bürogebäuden und in U-Bahnhöfen. „Die aktuellen Kältenächte machen unmissverständlich klar: Deutschland braucht sofort wirksame Schutzräume für obdachlose Menschen“, sagte Janis Ehling, Linken-Bundesgeschäftsführer, dem Nachrichtenportal T-Online.
Es brauche nun „schnelle politische Entscheidungen und rechtliche Schritte, um leerstehende Büroflächen kurzfristig für obdachlose Menschen nutzen zu können“, so Ehling weiter gegenüber T-Online. Er verweist dabei auf die Situation in Berlin: „Allein dort stehen über 1,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer, während Menschen keinen warmen Ort zum Schlafen finden.“
Nutzung von U-Bahnhöfen als nächtliche Schutzräume
Auch U-Bahnhöfe sollten nach den Vorstellungen von Ehling als nächtliche Schutzräume zur Verfügung gestellt werden. Die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) hatte das bereits mit Verweis auf Sicherheitsbedenken abgelehnt. Ehling kritisiert diese Haltung scharf: „Wer bei Minusgraden auf Sicherheitsbedenken verweist, nimmt in Kauf, dass Menschen erfrieren“, sagte er T-Online.
Tanzkurs bei Hull (Symbolbild) / Foto: Tanzschule Hull
Manche Orte gehören so selbstverständlich zum Stadtbild, dass man sich kaum vorstellen kann, wie es ohne sie wäre. Die Tanzschule Hull ist so ein Ort. Seit sechs Jahrzehnten steht sie für Rhythmus, Begegnung und Lebensfreude – und für eine Familiengeschichte, die weit vor Osnabrück begann.
Der Ursprung liegt im Jahr 1948, als sich die tanzbegeisterte Maureen und der Royal-Air-Force-Flieger Pat Hull kennen lernten. Aus ihrer Verbindung wuchs nicht nur eine Familie mit drei Kindern, sondern auch eine gemeinsame Vision: Tanzen nicht nur zu leben, sondern weiterzugeben.
Der Anfang im Lortzinghaus
1966 zog die Familie Hull nach Osnabrück. Im traditionsreichen Lortzinghaus, wo heute die Freimaurerloge „Zum Goldenen Rade“ beheimatet ist, eröffneten sie ihre erste Tanzschule – bescheiden, aber voller Enthusiasmus. Zwei Stunden Saalmiete, zwei Tanzpaare, viel Idealismus. Doch schnell zeigte sich: Das Interesse war größer als der Raum. Tanzen traf einen Nerv.
Maureen und Pat Hull gründeten die Tanzschule in Osnabrück. / Foto: Tanzschule Hull
1974 folgte der Umzug in die Hasestraße, in das ehemalige Bäckereihaus Blanke. Ein Schritt, der prägend werden sollte. Bis heute ist dieser Ort ein Zentrum für Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft – und ein fester Bestandteil der Osnabrücker Kulturlandschaft.
Weltmeister auf dem Parkett
Die Tanzschule Hull ist untrennbar mit den Namen Patsy und Michael Hull verbunden. Michael Hull, geboren in Bückeburg und seit vielen Jahren in Osnabrück zuhause, gewann 1980 seinen ersten Weltmeistertitel im Discotanz. Gemeinsam mit seiner Schwester Patsy Hull-Krogull entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten Tanzpaare der Welt.
Zwischen 1980 und 1991 sammelten die beiden nationale Titel und vier Weltmeisterschaften in den Bereichen Standard, Latein und den zehn Turniertänzen. Diese umfassen die fünf Standardtänze Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox und Quickstep sowie die fünf lateinamerikanischen Tänze Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive. Der internationale Erfolg brachte Osnabrück in die Tanzwelt – und umgekehrt.
Das „Dance to the World Festival“ der Hull-Foundation bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. / Foto: Patsy & Michael Hull Foundation
Tanzen als Türöffner für Teilhabe
Doch die Geschichte der Tanzschule Hull endet nicht bei Medaillen und Titeln. Seit über zwanzig Jahren engagieren sich Patsy und Michael Hull intensiv für Menschen mit Behinderung. Inklusive Tanzstunden, Musicalprojekte und Wettbewerbe gehören ebenso zur Arbeit wie der Gedanke, dass Tanzen allen offenstehen muss.
Um dieses Engagement dauerhaft zu verankern, gründeten sie 2003 den Verein Hull Vision Inklusion, der Menschen mit Behinderung durch Tanz mehr Teilhabe ermöglicht. Für die Familie Hull ist Tanzen Identität und ein kraftvolles Werkzeug für gesellschaftliche Teilhabe.
Die dritte Generation übernimmt
Seit 2025 wird die Tanzschule Hull in dritter Generation geführt. Jenny Krogull-Grüter, Tochter von Patsy Hull-Krogull, hat die Geschäftsführung übernommen. Sie verbindet das Erbe der Gründerfamilie mit neuen Ideen, modernen Unterrichtskonzepten und einem klaren Blick auf die Zukunft des Tanzens in Osnabrück. Dabei bleibt der Kern unverändert. Oder wie es ein Leitsatz der Familie auf den Punkt bringt: „Wer tanzt, findet Freunde.“
Ein Jubiläum mit offenen Türen
Zum 60-jährigen Bestehen lädt die Tanzschule Hull noch bis zum 11. Januar ein, alle Kurse kostenlos zu testen, Tanzstile zu entdecken und Leute kennen zu lernen sowie in Grund- und Aufbaukurse reinzuschnuppern. Ohne Anmeldung und Verpflichtung können alle interessierten einfach in der Hasestraße 6-7 in Osnabrück vorbeischauen.
Im Iran dauern seit dem Jahreswechsel Proteste an, die sich von Teheran aus auf zahlreiche weitere Städte ausgeweitet haben. Während iranische Staatsmedien inzwischen über die Ereignisse berichten, verbinden sie dies mit Vorwürfen gegen Israel und die USA und sprechen von ausländischer Einflussnahme.
Staatsmedien berichten von „bewaffneten Terrorzellen“
Iranische Sicherheits- und Justizbehörden hätten „mehrere bewaffnete Terrorzellen und die Festnahme von mutmaßlichen ausländischen Akteuren bekannt gegeben“, hieß es in einem Bericht des iranischen Auslandsfernsehsenders „Press TV“. Hintergrund sei „eine Welle von ausländisch unterstützten Unruhen, bei denen mehrere Polizisten getötet wurden“.
Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei bezeichnete in einer Fernsehansprache die Demonstranten als „eine Bande von Vandalen“, die US-Präsident Donald Trump „beeindrucken“ wollten. Trump hatte bereits vor Tagen dem Iran gedroht, „sehr hart“ einzugreifen, sollten Regierungstruppen Demonstranten töten.
Reaktionen der Bundesregierung
Der stellvertretende deutsche Regierungssprecher Steffen Meyer wollte Äußerungen des US-Präsidenten zum Iran am Freitag nicht kommentieren. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes wies darauf hin, dass bereits seit einiger Zeit eine Reisewarnung für den Iran und eine Aufforderung zur Ausreise für deutsche Staatsangehörige bestehe.
Die deutsche Botschaft in Teheran ist unterdessen trotz der teilweisen Unterbrechung von Internet- und Telefonverbindungen in verschiedenen Landesteilen weiterhin erreichbar. Die Internet-Abschaltung sei „nicht durchgängig“, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Freitag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur. „Wir beobachten die Lage sehr genau“. Der Krisenstab der Bundesregierung habe mittlerweile zur Lage im Iran getagt.
Auslöser und Ausweitung der Proteste
Die Proteste, die am 28. Dezember in Teheran begannen, wurden durch den Zusammenbruch der iranischen Währung ausgelöst. Menschenrechtsgruppen berichten, dass sich die Demonstrationen seitdem auf Dutzende weitere Städte ausgeweitet haben. Eine freie Berichterstattung unabhängiger Medien ist aus dem Iran derzeit nicht möglich.
Friedrich Merz am 09.01.2026 / via dts Nachrichtenagentur
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Einigung zum EU-Mercosur-Abkommen als „Meilenstein in der europäischen Handelspolitik“ bezeichnet. Das Abkommen soll nach seinen Worten die strategische Souveränität der EU stärken und die wirtschaftlichen Beziehungen zu den südamerikanischen Partnerstaaten ausbauen. Kritiker warnen unterdessen vor wachsendem Konkurrenzdruck für europäische Landwirte und einer möglichen Schwächung von EU-Standards.
Merz lobt Bedeutung für Europas Handlungsfähigkeit
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigte die Einigung als „Meilenstein in der europäischen Handelspolitik“. Das Abkommen sei ein „wichtiges Signal“ für die „strategische Souveränität und Handlungsfähigkeit“ der EU, sagte Merz am Freitag. Es stärke nach seinen Worten die Wirtschaft und die Handelsbeziehungen mit den entsprechenden Ländern in Südamerika, was sowohl für Deutschland als auch für Europa von Vorteil sei.
Zugleich äußerte Merz Kritik am langen Ringen um den Vertragstext. Er sagte, dass die 25 Jahre dauernden Verhandlungen zu lang gewesen seien. Der Bundeskanzler forderte, dass die nächsten Freihandelsabkommen zügig abgeschlossen werden sollten.
Umfangreiche Freihandelszone mit Mercosur-Staaten
Das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay soll die weltweit größte Freihandelszone mit über 700 Millionen Einwohnern schaffen. Befürchtet wird von Kritikern eine zu große Konkurrenz für europäische Bauern und eine Abschwächung von EU-Standards.
Weitere Hürden bis zum Inkrafttreten
Die Einigung war am Freitagmittag zwischen den 27 EU-Staaten erzielt worden, nachdem die Verhandlungen immer wieder vertagt worden waren. Bis zum Nachmittag braucht es allerdings noch die jeweilige Bestätigung aus den EU-Hauptstädten. Außerdem muss das Abkommen noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden, bevor es in Kraft treten kann.
Bundespräsident empfängt die Bundesregierung am 09.01.2026 / via dts Nachrichtenagentur
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim Neujahrsempfang im Schloss Bellevue das ehrenamtliche Engagement von Bürgern gewürdigt und ihren Beitrag für die Gesellschaft hervorgehoben. Er rief dazu auf, das Ehrenamt in Deutschland zu stärken und vor allem die Infrastruktur besser vor Anschlägen und Katastrophen zu schützen.
Würdigung des Ehrenamts im Schloss Bellevue
Beim Neujahrsempfang im Schloss Bellevue hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Freitag das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Bürger gewürdigt. Er sagte, dass der Jahresbeginn eine Zeit des Aufbruchs und der Zuversicht sei, in der viele Menschen etwas zum Positiven verändern wollten. Steinmeier hob hervor, dass die Gäste des Empfangs, darunter auch Einsatzleiter von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, die nach einem Anschlag auf das Stromnetz in Berlin geholfen hatten, Verantwortung übernähmen und aktiv zur Gesellschaft beitrügen.
Schutz der Infrastruktur und Dank an Helfer
Der Bundespräsident erklärte, dass es in Deutschland mehr Anstrengungen geben müsse, um die Infrastruktur vor Anschlägen und Katastrophen zu schützen. Er dankte den Helfern für ihren Einsatz und betonte, dass ihr Engagement lebenswichtig für die Menschen und die Demokratie sei.
Appell zur Stärkung des Ehrenamts
Steinmeier rief dazu auf, das Ehrenamt zu stärken und auszubauen, da in der alternden Gesellschaft immer weniger Menschen bereit seien, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. Er sagte, dass ehrenamtliches Engagement Sinn stifte und Freude bereite, und ermutigte die Anwesenden, weiterhin als Botschafter der Zuversicht zu wirken.
Schnee am Flughafen Hannover am 09.01.2026. / Foto: Pohlmann
Am Freitagmorgen (9. Januar) stand in Stadt und Landkreis Osnabrück vieles still: Schulen blieben geschlossen und Busse fuhren zunächst nicht. Der Grund war Sturmtief „Elli“, das mit Warnungen vor heftigem Schneefall und gefährlichen Straßenverhältnissen angekündigt worden war. Am Ende blieb der große Schneesturm (zumindest bislang) aus. Und prompt wurde Kritik laut: übertrieben, unnötig, Panikmache. Doch diese Kritik greift zu kurz.
Wetterwarnungen sind keine nachträglichen Zustandsbeschreibungen, sondern Prognosen unter Unsicherheit. Sie beruhen auf Modellen, Wahrscheinlichkeiten und Erfahrungswerten – nicht auf Gewissheiten. Wer im Nachhinein argumentiert, es sei doch gar nicht so schlimm gekommen, übersieht den entscheidenden Punkt: Wäre es schlimmer gekommen, hätte man den Verantwortlichen vorgeworfen, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben.
Gerade bei Schulen und im öffentlichen Nahverkehr geht es nicht um Bequemlichkeit, sondern um Sicherheit. Glatte Straßen, umstürzende Bäume, eingeschränkte Sicht – all das kann in den frühen Morgenstunden schnell gefährlich werden, vor allem für Kinder und Jugendliche. Entscheidungen müssen getroffen werden, bevor klar ist, wie sich ein Wetterereignis tatsächlich entwickelt. Abwarten bis zur letzten Minute ist dabei keine Option.
Dass Osnabrück am Ende glimpflich davongekommen ist, ist kein Beweis für eine Fehlentscheidung, sondern schlicht Glück – oder das Ergebnis einer Wetterlage, die sich anders entwickelt hat als befürchtet. Vorsorge heißt, Risiken ernst zu nehmen, auch wenn sie sich nicht immer realisieren.
In Zeiten zunehmender Wetterextreme wird diese Abwägung eher schwieriger als einfacher. Wer jetzt fordert, beim nächsten Mal weniger konsequent zu handeln, spielt mit genau den Szenarien, vor denen man eigentlich schützen will. Deshalb gilt: Lieber einmal zu viel gewarnt als einmal zu wenig, wie bei der Ahrtal-Katastrophe im Juli 2021. Verantwortungsvolles Handeln misst sich nicht daran, wie ruhig es im Nachhinein geblieben ist – sondern daran, ob man auf das Mögliche vorbereitet war.
[Gruß vom Herausgeber]Liebe Leserin, lieber Leser, schön, dass Sie es bis hier ganz unten geschafft haben. Ein paar Zeilen weiter finden Sie noch den obligatorischen Hinweis, dass gekennzeichnete Meinungsbeiträge stets ausschließlich die Meinung des Autors wiedergeben. Aber ich möchte diesem förmlichen Disclaimer noch etwas hinzufügen. Natürlich haben Sie, wie auch ich und jeder andere Leser, eine eigene Meinung. Vielleicht weicht Ihre Meinung fundamental von diesem oder einem anderen bei uns veröffentlichten Kommentar ab, vielleicht stimmen Sie aber auch vollkommen zu oder aber Ihre Meinung ist „irgendwo dazwischen“. Vielleicht kann ein Kommentar in der Hasepost dabei helfen, neue Gedanken zu denken oder bestehende An- und Einsichten nochmals zu überdenken, dann haben wir und unsere Autoren etwas richtig gemacht und ganz generell zum Denken angeregt.
„Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.“ (C. G. Jung)
Bitte denken Sie mehr. Ihr Heiko Pohlmann
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Hafen von Rio de Janeiro (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Die EU-Staaten haben nach Angaben aus informierten Kreisen in Brüssel vorläufig den Weg für das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay freigemacht. Das Abkommen, das noch von den nationalen Regierungen bestätigt und vom Europäischen Parlament gebilligt werden muss, soll eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen und Zölle sowie Handelsbarrieren weitgehend abbauen.
Vertreter der 27 EU-Länder sollen in Brüssel vorläufig den Weg für das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay freigemacht haben. Laut informierter Kreise kam bei einer Abstimmung am Freitag die erforderliche Mehrheit zustande, bis zum Nachmittag müsse die jeweilige Zustimmung aber noch aus den EU-Hauptstädten bestätigt werden. Außerdem muss das Abkommen noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden, bevor es in Kraft treten kann.
Größte Freihandelszone und Zugeständnisse an Agrarlobby
Die neue Freihandelszone wird die weltweit größte ihrer Art sein und umfasst mehr als 700 Millionen Einwohner. Die Einigung soll durch Zugeständnisse an die Agrarlobby ermöglicht worden sein, die die Konkurrenz aus den Mercosur-Staaten als Bedrohung für die europäische Landwirtschaft sieht. Berichten zufolge stimmte Frankreich aber trotzdem noch gegen das Vorhaben.
Das Abkommen sollte ursprünglich bereits vor Weihnachten in Brasilien unterzeichnet werden, scheiterte jedoch an der fehlenden Zustimmung Frankreichs und Italiens, das weitere Unterstützungszusagen für europäische Landwirte forderte. Die neue Freihandelszone wird auch als Zeichen gegen die protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gesehen. Geplant ist, Zölle und Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Staaten weitestgehend abzubauen. Die EU-Kommission schätzt, dass das Abkommen die jährlichen EU-Exporte nach Südamerika um bis zu 39 Prozent steigern kann, was mehr als 440.000 Arbeitsplätze in Europa unterstützen soll. Diese Angaben stammen von der EU-Kommission.
Bedenken zu Landwirtschaft, Umwelt und Standards
Kritiker befürchten, dass europäische Landwirte in einen Preiskampf gezwungen werden könnten und die Regenwaldzerstörung in Südamerika befeuert wird. Zudem gibt es Bedenken, dass die strengen EU-Standards für Lebensmittelsicherheit und Tier- und Pflanzenschutz ausgehöhlt werden könnten. Die EU-Kommission weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass weiterhin nur Produkte, die den europäischen Vorschriften entsprächen, in die EU eingeführt werden dürften. Um den Protesten der Bauern entgegenzuwirken, hat die Europäische Kommission zusätzliche Sicherheitsklauseln ausgearbeitet, die bei schädlichen Importanstiegen Gegenmaßnahmen ermöglichen sollen.
Der Dax hat sich am Freitag nach einem verhaltenen Handelsstart bis zur Mittagszeit ins Plus bewegt. Unterstützung kam vor allem von Automobilwerten sowie den Aktien von SAP und Siemens Energy, während Versicherungs- und Bankentitel zu den Verlierern zählten.
Der Dax wurde gegen 12:30 Uhr mit rund 25.185 Punkten berechnet und lag damit 0,2 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag. Der Handelstag begann zunächst verhalten, bevor sich der Leitindex bis zum Mittag in den grünen Bereich bewegte.
Verhaltener Handel vor US-Arbeitsmarktdaten
Marktanalyst Andreas Lipkow sprach von einem insgesamt ruhigen Geschehen am Aktienmarkt. „Der Handel im Dax zeigt sich vor den wichtigen US-Arbeitsmarktdaten lustlos“, sagte Lipkow. Es fehlten Impulse, um die Kursdynamik aufrechterhalten zu können.
„Somit pendelt der Dax in einer engen Handelsspanne von ca. 50 Punkten.“ Dennoch befinde sich eine knappe Mehrheit der Dax-Titel in der Gewinnzone und werde unter anderem von den Automotivwerten, SAP und Siemens Energy getragen. „Versicherungs- und Bankentitel stehen heute auf der Verliererseite“, so Lipkow.
Währungen und Rohstoffe entwickeln sich unterschiedlich
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Freitagnachmittag etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1644 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8588 Euro zu haben.
Der Goldpreis gab leicht nach. Am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.472 US-Dollar gezahlt, ein Minus von 0,1 Prozent. Das entspricht einem Preis von 123,49 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis legte dagegen zu. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 62,50 US-Dollar, das waren 51 Cent oder 0,8 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Landrätin Anna Kebschull präsentiert Radverkehrskonzept. / Foto: Henning Müller-Detert
Der Landkreis Osnabrück stellt die Weichen für eine neue Ära des Radverkehrs. In seiner jüngsten Sitzung hat der Kreistag das Radverkehrskonzept beschlossen – erstmals gibt es damit eine gemeinsam erarbeitete, baulastträgerübergreifende Grundlage für den systematischen Ausbau von Radwegen. Herzstück des Konzepts ist ein fast 840 Kilometer langes Radhauptroutennetz, das zentrale Orte im Landkreis miteinander verbindet und klare Prioritäten für künftige Bau- und Ausbaumaßnahmen setzt.
Sicher, schnell und alltagstauglich
Landrätin Anna Kebschullsieht darin einen wichtigen Schritt nach vorn: „Das Radverkehrskonzept ist ein großer Schritt für eine zukunftsfähige Mobilität im Landkreis Osnabrück. Es bietet eine belastbare Grundlage, um die Radwege für Bürgerinnen und Bürger systematisch auszubauen und die Mobilität der kommenden Jahre verlässlich zu gestalten.“
Im Fokus des Konzepts stehen sichere, schnelle und durchgängige Verbindungen – insbesondere für den täglichen Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen. Neben dem Routennetz definiert das Papier auch Standards für den Radwegebau und schafft eine Basis für Finanzierung und Fördermöglichkeiten. Damit soll sichergestellt werden, dass neue Radwege nicht nur entstehen, sondern auch qualitativ überzeugen.
Breite Beteiligung aus Politik und Gesellschaft
Entstanden ist das Radverkehrskonzept in einem umfassenden Beteiligungsprozess. Neben der Kreispolitik wirkten die kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Samtgemeinden, die Stadt Osnabrück, angrenzende Landkreise sowie die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit. Auch Interessenvertretungen und Institutionen wie der ADFC Kreisverband Osnabrück, die Polizeiinspektion Osnabrück, das Landvolk, die Verkehrswacht sowie die Öffentlichkeit brachten ihre Perspektiven ein.
Runder Tisch soll Umsetzung voranbringen
Für die konkrete Umsetzung wird nun ein „Runder Tisch Radverkehr“ eingerichtet. Dieses Fachgremium soll die Zusammenarbeit koordinieren, organisiert von der Koordinierungsstelle Radwege. Während Sofort- und Einzelmaßnahmen von den jeweiligen Baulastträgern umgesetzt werden, sollen komplexere Vorhaben in speziellen Planungsgruppen vorbereitet werden. Erste Streckenabschnitte werden bereits planerisch vertieft und auf Kosten sowie Förderfähigkeit geprüft. Eine weiter ausgearbeitete Planung soll dem Ausschuss für Planen und Bauen im Sommer 2026 vorgelegt werden.
Breiter politischer Rückhalt
Rückenwind kommt auch aus der Politik: Der Ausschuss für Planen und Bauen hatte das Radverkehrskonzept bereits im Vorfeld einstimmig und fraktionsübergreifend unterstützt. Damit ist klar: Der Ausbau des Radverkehrs im Landkreis Osnabrück steht auf einem breiten Fundament – und könnte für viele Menschen schon bald neue, attraktive Wege eröffnen.