„Für Deutschland keinen Finger krumm, 20 Semester Minimum!“, mit dieser Parole begrüßte der Allgemeine Studentenausschuss der Universität Osnabrück (AStA) die Erstsemester „Erstis“ in diesem Jahr – das moniert die der FDP nahestehende Liberale Hochschulgruppe (LHG) in einer am Freitag verschickten Pressemitteilung.

Wie bereits in den vergangenen Jahren fand im unmittelbaren Rahmen der Einführungswoche für die Erstsemester der Universität Osnabrück die traditionelle Begrüßung in der OsnabrückHalle statt. Zahlreiche Aussteller konnten sich den neuen Studierenden vorstellen und verteilten eine Vielzahl an Werbeartikeln und Infobroschüren. So auch der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Osnabrück (AStA).


Auffällig waren dabei insbesondere die Beutel mit dem Schriftzug „Für Deutschland keinen Finger krumm, 20 Semester Minimum“, die jeder Erstsemester mit an die Hand bekam.

LHG: Ziel sollte ein Studium innerhalb der Regelstudienzeit sein

Die Liberale Hochschulgruppe (LHG) der Universität Osnabrück kritisiert dieses Vorgehen stark. „Es kann nicht sein, dass Studierende direkt zu Beginn des Studiums eine derartige Botschaft vermittelt bekommen“, meint Julian Krauskopf, Vorsitzender der LHG Osnabrück, „der AStA muss seiner Aufgabe als Vertretung der gesamten Studierendenschaft gerecht werden und ich denke, dass ein Großteil der Studierenden an unserer Universität nicht hinter dieser Aussage steht.“ In letzter Instanz werfe die Aktion ein schlechtes Licht auf die Universität und verbreite ein vollkommen falsches Bild von der Studierendenschaft in Osnabrück. „Es sollte doch gerade das Ziel sein, das Studium möglichst in Regelstudienzeit abzuschließen. Darüber hinaus darf man auch nicht vergessen, dass der Staat durch Finanzierungshilfen wie dem BAföG das Studium für viele erst möglich macht.“

Studierende sollen gegen Kapitalismus kämpfen

Auch der Inhalt der verteilten Beutel zeigt nach Ansicht der LHG deutlich, dass der AStA sehr einseitige politische Willensbildung betreibt. Geworben wird für den strikten Kampf gegen den Kapitalismus mit ausschließlicher Hervorhebung von Hochschulgruppen des linken Spektrums. „Selbstverständlich ist es legitim, Kapitalismuskritik zu üben“, so Krauskopf, „unsere Sorge ist nur die Einseitigkeit der Werbung. Die Veranstaltungen werden mitunter auch zu großen Teilen aus studentischen Geldern finanziert, die über die Semesterbeiträge zum AStA fließen, weshalb auch andere thematische Schwerpunkte durchaus ihre Legitimation hätten. Diese werden vom AStA jedoch eher blockiert und schon gar nicht beworben. Etwas mehr Neutralität wäre wünschenswert.“

Slogan der Antifa und von „Antideutschen“ Gruppierungen

Nach Recherchen unserer Redaktion wurde der Slogan, der auch durch allerlei „Antideutsche Gruppen“ kursiert (siehe hier bei Wikipedia), von einer kommunistischen Basisgruppe der Antifa Bremen im Rahmen einer „O-Woche“ an der dortigen uni verwendet. Dass ein von allen Studierenden finanzierter und getragener AStA sich den Slogan zu eigen macht, dürfte bundesweit einmalig sein.

Unsere Redaktion hat auch den AStA der Universität Osnabrück um eine Stellungnahme gebeten, jedoch bislang noch keine Rückmeldung erhalten.