Deutsche Wirtschaftswissenschaftler betrachten Strukturreformen als dringender als neue Schulden für die Infrastruktur. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts gibt es einen klaren Reformbedarf in den Bereichen Bürokratieabbau, Rentensystem sowie Klima- und Energiepolitik.
Dringende Reformen gefordert
Niklas Potrafke, Ifo-Experte für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie, erklärte, dass insbesondere der Anstieg des Renteneintrittsalters und die Begrenzung des Bundeszuschusses zur Rentenversicherung als vordringliche Aufgaben gesehen werden. Im Bereich der Energiepolitik sprechen sich die Ökonomen für eine stärkere Ausrichtung am CO2-Preis und den Abbau ineffizienter Subventionen aus. Weniger Handlungsbedarf wird hingegen in den Bereichen Wohnpolitik, Digitalisierung und Gesundheitswesen gesehen.
Schulden für Sicherheit
Für die Aufrüstung befürworten die befragten Experten die Aufnahme neuer Schulden. Zuspruch finden sowohl die Finanzierung über ein neues Sondervermögen als auch eine Ausnahme von Verteidigungsausgaben bei der Schuldenbremse. „Die Sicherheitslage ist gegenwärtig so labil, dass es bemerkenswert großen Zuspruch für Schulden zur Finanzierung der neuen Sicherheitsanforderungen gibt“, sagte Niklas Potrafke laut der Umfrage.
Optimistische Erwartungen für die Zukunft
Die befragten Wirtschaftswissenschaftler blicken optimistisch auf die wahrscheinliche zukünftige Schwarz-Rot-Koalition, insbesondere was politische Stabilität und internationale Wettbewerbsfähigkeit betrifft. Laut der Umfrage rechnen 63 Prozent der Befragten mit einem höheren Wirtschaftswachstum, während 77 Prozent eine stärkere Rolle Europas in internationalen Beziehungen erwarten.
Diese Ergebnisse resultieren aus der Umfrage des Ifo-Instituts und der FAZ, in der zwischen dem 25. Februar und dem 4. März 205 Professoren der Volkswirtschaftslehre befragt wurden.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .