Seit Mittwoch (16. April) können Besucherinnen und Besucher des Zoo Osnabrück im Tetra-Aquarium eine neue Tierart bestaunen: die Pazifische Ohrenqualle.
Die Pazifische Ohrenqualle
Die 13 Tiere stammen aus der Zucht des Zooaquarium Berlin und leben bereits seit etwa einem Monat in Osnabrück. Damit sie sich eingewöhnen konnten, kann das Aquarium aber erst jetzt von der Öffentlichkeit bestaunt werden. Die Ohrenquallen erinnern an die glibberigen Tiere, die viele auch von der deutschen Ostsee kennen. „Das besondere an Quallen ist, dass sie eine komplett andere Lebensform ist, als alle anderen Tiere in unserem Zoo“, berichtet Dr. Jannis Göttling, Veterinär und Kurator im Zoo Osnabrück. „Sie haben keinen Kopf, keine Beine, keine Flossen – und trotzdem sind sie ein Tier!“ Außerdem soll die Qualle durch die Präsentation im Zoo ein anderes Image bekommen als ‚das glibberige Ding am Strand‘. „Quallen sind ästhetische Tiere“, so Göttling.
Ergänzung im Tetra-Aquarium
Das Tetra-Aquarium im Zoo Osnabrück soll annähernd das Ökosystem Meer darstellen. „Dazu gehören essentiell auch Quallen, denn sie sind sichtbarer Plankton“, erklärt Göttling. Plankton sind meistens Mikrostoffe im Meer, so klein, dass der Mensch es nicht sehen kann, doch mit einer wichtigen Bedeutung für das Ökosystem: Plankton ist Nahrungsquelle der meisten Meeresbewohner.
Aquarium erzeugt Kreisel
In allen Aquarien müssen Temperatur, Salzgehalt und weitere Indikatoren des natürlichen Lebensraums der Tiere nachgestellt werden. Auch die Ohrenquallen brauchen ein bestimmtes Umfeld. Daher ist ihr Zuhause ein ganz besonderes Aquarium: Ein Wasserkreisel stellt sicher, dass die Tiere in der Schwebe bleiben. Damir wird die Strömung des Meeres nachgestellt, in der die Quallen sich sonst bewegen.

Müllaquarium bleibt erhalten
Die Quallen leben nun da, wo früher das Müllaquarium Alt und Jung für die Verschmutzung unserer Meere sensibilisieren sollte. „Umweltschutz ist im Zoo Osnabrück in allen Bereichen ein wichtiges Thema. Deshalb wollten wir auf das Müllaquarium auf keinen Fall verzichten“, so Göttling. Neben den Quallen findet sich nun das neue Müllaquarium. Auf den ersten Blick mag es aber gar nicht auffallen, denn genauso wie im Quallen-Aquarium daneben, schwebt der Plastikmüll im Kreisel und auch die Farbe und Bewegung des Plastiks ähnelt den Quallen. „Die Inszenierung des Müll- und Quallen-Kreisels verdeutlicht außerdem wieso manche Tiere wie die Meeresschildkröte Plastikmüll fressen. Sie denken es wären Quallen, die ihre natürliche Nahrungsquelle sind“, erläutert Göttling.
Zusammenarbeit mit Tetra
Mit einer 17.000 Euro-Spende ermöglichte die Firma Tetra die besonderen Aquarien für Quallen und Müll. Schon seit 25 Jahren ist die Firma aus Melle ein Partner des Zoo Osnabrück. „Der Zoo Osnabrück erfüllt auch einen Bildungsauftrag und klärt über die Meereswelt und die Bedrohung des Lebensraums auf. Das ist uns eine Herzensangelegenheit, denn in unseren Meeren gibt es besondere und leider auch vom Aussterben bedrohte Tiere“, erklärt Janina Garing, Brand Directorin der Firma Tetra.