Niederländisches Unternehmen VDL erhält den Zuschlag für Busse und Zubehör

VDL, nie gehört? Dabei ist die VDL Bus & Coach bv ist so etwas wie ein versteckter Diamant unter den Industrieunternehmen unserer westlichen Nachbarn und wird in diesem Jahr zum Geburtshelfer für die Umstellung des Osnabrücker Personennahverkehrs von Mineralöl zu Watt, Volt und Ampere.

Anfang Dezember erhielten die Niederländer den Zuschlag für die Lieferung von 13 elektrisch angebtriebenen Gelenkbussen. Nachdem bis vergangenen Woche keiner der in der europaweiten Ausschreibung unterliegenden drei Wettbewerber Einspruch gegen die Vergabe eingelegt hatte, machten die Stadtwerke nun die Partnerschaft und die weiteren Schritte öffentlich und bestätigten, dass es dabei bleibt, noch in diesem Jahr die E-Busse auf die Straße zu bringen.

VDL, E-Bus für Osnabrück
Im Profi recht schnittig: Der E-Bus für Osnabrück

Hersteller produziert für BMW auch Mini und den X1 SUV

Marcel Jacobs (Commercial Director von VDL Bus & Coach) präsentierte am Montag vor einem kleinen Kreis von lokalen Pressevertretern nicht nur den modernen Elektrobus, mit dem Osnabrück schon zum Jahresende in die elektrische Zukunft surren wird, sondern auch gleich das Unternehmen, das vielen Osnabrückern vielleicht kein Begriff ist, aber schon jetzt mit einigen – allerdings herkömmlichen – Bussen auf Osnabrücker Straßen unterwegs ist.

Die komplett in Familienbesitz befindliche VDL-Unternehmensgruppe umfasst inzwischen fast 100 Tochterunternehmen, beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiter weltweit und produziert unter anderem für BMW verschiedene Versionen des Mini und den Geländewagen BMW X1.

Wird die Linie 41 zur „Metrobuslinie M1“?

Für Osnabrück werden im ersten Schritt 13 Elektrobusse vom Modell VDL Citea SLFA-181 Electric bestellt, die bis zum Jahresende auf die Straße sollen und auf der ersten rein elektrischen Linie 41 zwischen Düstrup und Haste unterwegs sein werden.
Auf einigen Entwürfen, die den Pressevertretern am Montag gezeigt wurden, war auch von einer „Metrobuslinie M1“ zu lesen. Im Gespräch mit unserer Redaktion gaben sich Vertreter der Stadtwerke hierzu noch recht einsilbig, aber eine spezielle Namensgebung für die Buslinien, die sukzessive in den kommenden Jahren auf Elektroantrieb umgestellt werden, scheint durchaus denkbar.

VDL, Stadtwerke Osnabrück AG, Elektrobus, VOS
Freuen sich über die zukünftige Zusammenarbeit: Frank Otte (Stadtbaurat, Stadt Osnabrück), Dr. Stephan Rolfes (Vorstand Verkehr, Stadtwerke Osnabrück), Marcel Jacobs (Commercial Director von VDL Bus & Coach)

Bald werden weitere 18 Elektrobusse bestellt

Dem niederländischen Partner kommt bei der Elektrifizierung in der ersten Phase die Rolle als Systemlieferant zu. Das bedeutet – und war für die Stadtwerke bei der Ausschreibung auch erst einmal Neuland – dass ein Partner sowohl für die Busse, wie auch für die Ladeinfrastruktur an den Endhaltestellen zuständig ist. Zusätzlich werden die Partner aus den Niederlanden im Rahmen des mehr als 11 Millionen Euro schweren Auftrags notwendige Schulugen bei den Mitarbeitern übernehmen und den Betriebshof mit 14 Schnellladestationen ausrüsten.
Die Ausschreibung für die nächste Bestellung, dann für 18 Elektrobusse, wird bereits vorbereitet. VDL kündigte am Montag an, auch bei dieser Bestellung gerne den Zuschlag zu erhalten. Angesichts laufender europäischer Harmonisierungen bei der Ladetechnik werde angestrebt die Infrastrukturkomponenten offen auch für Fahrzeuge anderer Hersteller zu halten, betonte Stadtwerke-Vorstand Dr. Stephan Rolfes.

Über die Innenausstattung wird noch entschieden

Noch ein kleines Geheimnis, auch für die Stadtwerke selbst, ist die zukünftige Innenausstattung der modernen Busse. Hier soll in den kommenden Wochen mit Hochdruck zusammen mit dem Hersteller nach der für Osnabrück und die Osnabrücker richtigen Konfiguration gesucht werden.
Stadtwerke-Vorstand Rolfes will vor allem darauf achten, dass es genügend „Freiraum“ gibt, damit vom Rollstuhl bis zum Elektroroller auch die begleitenden Mobilitätshilfen mit an Bord genommen werden können. Grundsätzlich offen zeigte sich Rolfes auch für WLAN in den Bussen, wollte hierzu aber noch keine abschließende Aussage machen. Wichtig beim drahtlosen Internet sei, dass es auch „Schülerfest“ ist – also nicht gleich „in die Knie“ geht, wenn bis zu 100 buspendelnde Schüler gleichzeitig auf ihrem Smartphone einen Dateidownload starten.