Wie motiviert ist Stadtbaurat Frank Otte, wenn es um die Rettung des Maidorfs auf der kommenden Maiwoche geht? Diese Frage stellten sich offenbar auch die Spitzen der CDU, BOB und SPD-Fraktion und forderten hinter verschlossenen Türen die Verwaltung förmlich zu mehr Engagement in Sachen Maidorf auf.

Robin Schulz auf der Maiwoche in Osnabrück
„Spezielles Publikum“ im Maidorf 2015 (Foto: Jörg Czichon)

Ein unserer Redaktion vorliegendes internes Dokument zeigt auf, wie die Verwaltung „im Rahmen geltenden Rechts“ zu mehr Kooperation mit dem Maidorf-Betreiber gebracht werden soll.

Für den Stadtbaurat ist das Maidorf für „spezielles Publikum“

Im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Pressetermins in der vergangenen Woche war eine gewisse Distanziertheit des Stadtbaurats zum Maidorf durchaus feststellbar. Die bis zu 80.000 Besucher, die voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder die Attraktion im Innenhof der Stadtbibliothek bevölkern würden, bezeichnete Frank Otte distanziert und mehrfach als „spezielles Publikum“.
Der Schwarze Peter wurde dem TÜV Nord zugeschoben, denn nur dort könne ein in diesem Jahr erstmals von der Verwaltung verlangtes „Baubuch“ erstellt werden, und da sei man nunmal auf die dortigen knappen Personalressourcen angewiesen. Sollte Maidorf-Betreiber Frederik Heede das bürokratische Papierwerk nicht in diesem Jahr beibringen, dann eben im nächsten Jahr.

Bereits anderthalb Tage später, vor den im Feuerwehrausschuss versammelten Lokalpolitikern, klang der Stadtbaurat schon ein wenig weichgespülter. Erste Reaktionen auf Presseberichte hatten wohl für eine Neuorientierung des Verwaltungsvorstands gesorgt.
Zuvor hatten die Mitglieder des Stadtrates aus der Tagespresse erfahren, dass die für die Vermarktung der Stadt und der Maiwoche zuständige Osnabrücker Marketing und Tourismus GmbH (OMT) zuvor nicht vom Stadtbaurat über das mögliche Aus des Maidorfs informiert worden war.

Politik erwartet konkrete Lösungsvorschläge

In dem gemeinsam von den Spitzen der CDU, des BOB und der SPD eingebrachten Antrag, wird die Verwaltung dazu aufgefordert „konkrete Vorschläge zur Lösung der nicht genehmigungsfähigen Bestandteile vorzulegen“.
Erklärtes Ziel ist eine Durchführung des Maidorfs am Marktplatz. Als Beispiel, wo die Verwaltung Spielräume ausloten soll, werden „strengere Auflage“, eine „Begrenzung der Teilnehmerzahlen“ oder „mehr Ordner zur Kontrolle“ genannt.