Nachdem sich bereits Ende vergangener Woche das Bündnis „Unordnungsamt Osnabrück“ dazu bekannt hatte, unter anderem an der Pagenstecherstraße eigenmächtig Fahrbahnmarkierungen gesprüht zu haben, meldet sich nun eine weitere Gruppierung mit einer ähnlichen Aktion.
In einer an unsere Redaktion gesendeten E-Mail erklärt ein bislang nicht öffentlich in Erscheinung getretenes „Widerstands-Kollektiv“, für die Markierung eines „Fahrradwegs“ auf der Lotter Straße im Stadtteil Westerberg verantwortlich zu sein. Die Markierung wurde nach Angaben der Gruppierung in der Nacht von Sonntag auf Montag (28./29. September 2025) gesprüht.
Osnabrücker „Widerstands-Kollektiv“ war früher Teil der „Letzten Generation“
Die E-Mail wurde von einem Mailaccount verschickt, der zuvor von der Osnabrücker Gruppe der Klimaprotestorganisation „Letzte Generation“ genutzt wurde. Nach eigenen Angaben haben sich die ehemals bundesweit organisierten Aktivisten inzwischen lokal neu aufgestellt – ähnlich wie das „Unordnungsamt Osnabrück“, das seine Wurzeln in der Osnabrücker Gruppe von „Extinction Rebellion“ hat.
Fahrradfahrer sollen nicht der Bequemlichkeit der Autofahrer untergeordnet werden
Begründet wird die Sprühaktion damit, dass „im Straßenverkehr Autofahrende nach wie vor den größten Raum und die meiste Rücksicht erhalten“, während „diejenigen, die am meisten Schutz benötigen, oft unberücksichtigt bleiben“. So ende in der Lotter Straße plötzlich der Fahrradschutzstreifen, was „eine undurchdachte Verkehrsplanung“ zeige, „wie sie sich an mehreren Stellen in Osnabrück finden lässt“. Die Sicherheit aller dürfe „nicht der Bequemlichkeit des Autoverkehrs untergeordnet werden. Ein gerechter Verkehrsraum ist die Voraussetzung für ein gutes Leben für alle.“
Wie schon das „Unordnungsamt Osnabrück“ bezieht sich auch diese neue Gruppierung auf einen „Aktionsmonat“ der „Klimakooperation Osnabrück“ im September.