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Kommentar: Dooring-Unfälle hin oder her – für sichere Radwege braucht es keine Opfer!

Am Erich-Maria-Remarque-Ring in Osnabrück fallen Parkplätze weg, weil dort ein sicherer Radweg entsteht. Das Ziel: So genannte Dooring-Unfälle vermeiden – also Zusammenstöße, bei denen Radfahrer gegen plötzlich geöffnete Autotüren prallen. Eine Maßnahme, die vorausschauend getroffen wird, bevor es zu schweren Verletzungen kommt. Eigentlich ein Grund zur Freude. Doch in den sozialen Netzwerken herrscht Wut. Und eine bemerkenswerte Logik.

„Wie viele Dooring-Unfälle hat es denn da überhaupt gegeben?“, wird gefragt. „Gibt’s Zahlen? Karten? Beweise?“ Als ob Verkehrssicherheit ein nachgelagertes Serviceangebot sei, das man nur bekommt, wenn vorher genug Menschen zu Schaden gekommen sind.

Ernsthaft: Müssen wir wirklich erst blutige Statistiken anlegen, bevor wir Risiken entschärfen dürfen? Dieselben Stimmen, die jetzt den Wegfall von Parkplätzen beklagen, sind es doch oft, die bei anderen Themen empört fragen: „Warum hat die Politik erst reagiert, als es zu spät war?“ Jetzt wird mal vorher etwas getan – und plötzlich ist das auch falsch?

Nach dieser Logik brauchen wir auch keine Zebrastreifen oder Fußgängerampeln – es sei denn, vorher wird klar dokumentiert, wie viele Kinder ohne sie überfahren wurden. Oder wie wäre es mit einem neuen Ansatz in der Medizin: Erst wenn sich sexuell übertragbare Krankheiten exponentiell verbreiten, werden Kondome empfohlen? Wer so argumentiert, hat das Prinzip von Prävention nicht verstanden.

Der Platz in Städten ist begrenzt, und ja, jede Veränderung tut erst mal weh. Aber wer die Sicherheit von Radfahrenden gegen einen Parkplatz aufrechnet, stellt die falschen Prioritäten. Die Antwort auf die Frage, wie viele Dooring-Unfälle man braucht, um einen Fahrradweg zu rechtfertigen, lautet ganz einfach: Keinen einzigen!


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„Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.“ (C. G. Jung)
Bitte denken Sie mehr. Ihr Heiko Pohlmann


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Dominik Lapp
Dominik Lapp
Dominik Lapp ist seit 2023 Redaktionsleiter der HASEPOST. Der ausgebildete Journalist und Verlagskaufmann mit Zusatzqualifikation als Medienberater, Social-Media- und Eventmanager war zuvor unter anderem als freier Reporter für die Osnabrücker Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt sowie als Redakteur beim Stadtmagazin The New Insider und als freier Autor für verschiedene Kultur-Fachmagazine tätig. Seine größte Leidenschaft gilt dem Theater, insbesondere dem Musical und der Oper, worüber er auch regelmäßig auf kulturfeder.de berichtet.
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