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In Niedersachsen fällt die Maske: So reagieren Lebensmittelhändler und Supermärkte

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Supermarkt (Symbolbild)

Beim Einkaufen in andere Gesichter blicken? Was die letzten zwei Jahre undenkbar war, ist ab Sonntag (bzw. in vielen Läden ab Montag) wieder Realität. Auch in Lebensmittelläden und Supermärkten fallen ab dem 3. April die Masken. Doch nicht überall kommt die Lockerung gut an.

Wenn ab Sonntag die allermeisten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wegfallen, wird auch die Maske vorerst Geschichte sein. Für viele ist das eine willkommene Freiheit zum Frühlingsanfang, für andere wiederum Grund zur Sorge vor einem erhöhten Infektionsrisiko. Ein solches Bild spiegelte sich auch in einem Bericht der HASEPOST aus den vergangenen Tagen wieder, in dem sich die Betreiber verschiedener Osnabrücker Kaufhäuser zu den anstehenden Lockerungen samt Wegfall der Maskenpflicht äußerten. Nun hat unsere Redaktion auch bei den Betreibenden von Lebensmittelläden und Supermärkten nachgefragt.

Rewe behält Maskenpflicht für Mitarbeitende bei

Oliver Wehling, gemeinsam mit Jens Kaluscha Betreiber zahlreicher Rewe-Märkte in der Region Osnabrück (darunter der Rewe an der Bremer Brücke), kündigt an, dass in seinen Läden die Masken nur bedingt fallen werden: Während die Kundschaft künftig nicht mehr eingeschränkt werden soll, bleibt die Maskenpflicht für Mitarbeitende bestehen. „Bezüglich der Kundinnen und Kunden richten wir uns nach den regulatorischen Vorgaben und werden diese nicht einschränken. Meine grobe Einschätzung ist, dass der Großteil der Kundschaft die Maske absetzen wird. Das macht eine Einschränkung durch Hausrecht praktisch kaum umsetzbar“, so Wehling. Bereits während der von Bund und Land vorgeschriebenen Maskenpflicht in den vergangenen Monaten sei es zu Konflikten mit Maskenmuffeln gekommen. Teils seien Mitarbeitende, die auf die Maskenpflicht hinwiesen, verbal angegriffen oder sogar angespuckt worden, berichtet Wehling.

Geringes Infektionsrisiko in den Märkten

Anders die Regelungen für Rewe-Mitarbeitende: „Wir werden in einem ersten Schritt mindestens mit medizinischen Masken arbeiten, die intern für Mitarbeitende Pflicht sind. Unsere Empfehlung bleiben allerdings die FFP2-Masken, damit nicht noch mehr passiert als sowieso schon“, führt Wehling aus. Grundsätzlich schätzt der Filialleiter die Infektionsgefahr in den Märkten allerdings als eher gering ein. Grund dafür sei insbesondere die gute Belüftungssituation. Außerdem sollen unter anderem die Plexiglas-Vorrichtungen auch künftig für zusätzlichen Schutz sorgen: „Das wird uns auch noch ein Weile begleiten, denn Plexiglas und Co. haben auch abseits der Pandemie, zum Beispiel während der Erkältungssaison, positive Effekte“, erläutert Wehling.

Persönlich hält er den Lockerungsschritt für in Ordnung, aber: „Ich bin mir nicht sicher, ob jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist. Wären wir bei der Bewältigung der Pandemie insgesamt weiter, wäre das was anderes.“ Die Mitarbeitenden stünden grundsätzlich sehr verschieden zum Thema Maske: „Von ‚sofort vom Kopf reißen’ bis ‚FFP2 unbedingt beibehalten‘, da ist alles dabei.“

Edeka unzufrieden mit Lockerung

Auch in den Edeka-Märkten werden die Mitarbeitenden weiterhin eine Maske tragen müssen. Eine Sprecherin der für Niedersachsen zuständigen Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover kündigte an: „Für unsere Mitarbeitenden im Einzelhandel wie auch in der Verwaltung, Produktion und Logistik wird weiterhin die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes bestehen. Installierte Schutzeinrichtungen für unsere Mitarbeitenden im Einzelhandel, z. B. Plexiglasscheiben o.ä., werden nicht zurückgebaut.“ Ein Mitarbeiter aus einem Osnabrücker Edeka begrüßt die Entscheidung. Er würde selber weiterhin eine FFP2-Maske trage, kenne andererseits aber auch viele Mitarbeitende, die die Maske als Last sehen.

Gegenüber der Tagesschau bedauerte das Unternehmen außerdem, dass die Maskenpflicht nun wegfalle: „Leider hat der Gesetzgeber mit der Novelle des Infektionsschutzgesetzes entschieden, dass die Pflicht zum Tragen von Masken nur noch in Ausnahmefällen und in besonderen Hotspots angeordnet werden kann.“ Man könne daher nicht erwarten, dass die Kette mithilfe des Hausrechts weiter eine Maskenpflicht durchsetzt. Man setze nun auf Freiwilligkeit bei der Kundschaft. „Wir empfehlen unseren Kundinnen und Kunden in den Märkten aus Gründen des Gesundheitsschutzes weiterhin das freiwillige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und appellieren an die Eigenverantwortung der Kundinnen und Kunden. Desinfektionsmöglichkeiten und Hinweise auf Abstandsregeln werden selbstverständlich bestehen bleiben“, so die Sprecherin von Edeka Minden-Hannover abschließend.

Maurice Guss
Maurice Guss
Maurice Guss ist seit dem Herbst 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.
 

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