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Immer mehr Menschen im Bistum Osnabrück treten aus der Kirche aus

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Ein grauer Tag für das Bistum: Immer mehr Menschen verlassen die katholische Kirche. / Foto: Carla Obrock

Im Bistum Osnabrück haben 6.146 Menschen im Jahr 2021 ihren Austritt aus der katholischen Kirche erklärt. Mit diesem Wert erreicht die Zahl der Austritte im Bistum Osnabrück nach vorübergehendem Rückgang im Jahr 2020 (4.074 Austritte) einen neuen Höchststand. Insgesamt geht die Zahl der Katholiken im Bistum im Vergleich zum Vorjahr um rund 8.000 auf 532.000 zurück (2020: 540.000).

Erhöht hat sich demgegenüber die Zahl der Taufen. Sie stieg leicht an von 3.719 auf 3.895. Gleichzeitig stiegen die Anzahl der Paare, die sich trauen ließen auf 432 (2020: 184), 4.060 Kinder empfingen die Erstkommunion (2020: 3.719) und 4.202 Jugendliche und junge Erwachsene die Firmung (2020: 2.575). Niedriger als 2020 liegt die Zahl der Gottesdienstbesucher: Nur 4,2 Prozent der Gläubigen besuchten im vergangenen Jahr laut Statistik den Gottesdienst, 2020 waren es noch knapp 6,2 Prozent. Ebenfalls leicht unter dem Wert von 2020 findet sich die Zahl der Bestattungen 5.076 (2020: 5.245).

Vertrauensverlust durch Sexualskandale

„Der Anstieg der Kirchenaustritte kommt nicht überraschend und ist trotzdem für viele Engagierte in unserem Bistum genauso wie für mich sehr bedrückend. Zumal wir schon jetzt erkennen, dass sich der Trend ungebremst fortsetzt“, so Generalvikar Ulrich Beckwermert. 2020 seien die Zahlen wohl nur deshalb vorläufig zurückgegangen, weil pandemiebedingt viele Standesämter wenig Publikumsverkehr zuließen. „Die Gründe für die hohe Zahl der Austritte sind verschieden. Klar ist, dass unsere Kirche durch den Skandal der sexualisierten Gewalt und den langwierigen Prozess der Aufarbeitung und Veränderung enorm viel Vertrauen verloren hat. Selbst gläubige Menschen verlassen die Kirche, um ein Zeichen des Protests gegen die Institution zu setzen.“

Trend der Kirchenaustritte setzt sich ungebremst fort

Das Bistum Osnabrück beteilige sich intensiv an Reformprozessen innerhalb der deutschen katholischen Kirche und bemühe sich um die Gestaltung eines zügigen Wandels vor Ort. „Unsere zentrale Aufgabe bleibt, dass die Menschen in unserem Bistum eine ihnen zugewandte Seelsorge, eine lebendige Spiritualität und, wo nötig, auch praktische Lebenshilfe erfahren. Nur so wird die Kirche auch künftig erlebbar als demütige Begleiterin auf der individuellen Suche nach einem gelingenden Leben und dem, was darüber hinausweist“, so Beckwermert.

Interessierte finden die komplette Bistumsstatistik für das Jahr 2021 online.



PM
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