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Gute Nachricht des Tages: Meilenstein in Luftfahrt – erster Rettungshubschrauber fliegt mit Bio-Kerosin

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Es passieren jeden Tag viele schlimme Dinge – aber auch viele gute. Leider schaffen es die schönen Nachrichten viel zu selten in die Presse. Das wird sich jetzt ändern, denn die HASEPOST berichtet nach Möglichkeit jeden Tag über mindestens eine „Gute Nachricht“ aus der Region und aller Welt.

Neuer Meilenstein in der internationalen Luftfahrt: In München ist ein Rettungshubschrauber zum ersten Mal mit umweltfreundlichem Kerosin geflogen. Bei der Maschine handelte es sich um einen Helikopter der gemeinnützigen ADAC Luftrettung, der Kraftstoff wird aus Biomasse gewonnen und stößt bis zu 90% weniger CO2 aus. 

Der Rettungshubschrauber des Typs Airbus H145 wurde an der Luftrettungsstation an der München Klinik Harlaching feierlich im Beisein des Vorstands der ADAC Stiftung sowie von den Geschäftsführern und Vertretern der Unternehmensleitung der ADAC Luftrettung, des französischen Triebwerksherstellers Safran Helicopter Engines, des Hubschrauberherstellers Airbus Helicopters und des Multi-Energie-Konzerns TotalEnergies mit Bio-Kerosin (Biokraftstoff) betankt. Die Unternehmen wollen gemeinsam treibende Kraft bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs sein, indem sie Alternativen zu konventionellen Flugkraftstoffen entwickeln und einsetzen. Dekarbonisierung bedeutet, den Luftverkehr durch die Abkehr von fossilen Energieträgern CO2-neutral zu machen.

Bis zu 90% weniger CO2

Der verwendete Biokraftstoff ist ein sogenannter Sustainable Aviation Fuel (SAF), ein nachhaltiger Flugkraftstoff, mit dem die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent reduziert werden können. Biokraftstoffe sind Kraft- und Brennstoffe, die auf Basis von Biomasse hergestellt werden. Im Fokus der Luftfahrt stehen Biokraftstoffe der zweiten Generation aus Rest- und Abfallstoffen. Das Verfahren nennt sich auch Biomass-to-Liquid, kurz BtL.

Kerosin aus Abfall

Der Treibstoff wird gewöhnlich aus Abfällen der Kreislaufwirtschaft wie zum Beispiel gebrauchten Speiseölen und -fetten hergestellt und hat damit keine Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Nahrungsmittelproduktion. Der für den ersten Rettungshubschrauberflug in München verwendete Kraftstoff wurde von TotalEnergies in seinen Anlagen in Frankreich aus Altspeiseöl produziert, ohne Verwendung von natürlichem Pflanzenöl. Mit dem in München verwendeten Bio-Kerosin könnte die Flotte der ADAC Luftrettung eine Verringerung des CO2 Ausstoßes um 33 Prozent erreichen, was bei mehr als 50.000 Rettungseinsätzen und mehr als 3,3 Millionen geflogenen Kilometern pro Jahr, einer Reduzierung von rund 6.000 Tonnen CO2 entspricht.

Wenig Erfahrung mit Bio-Kerosin

Weil es über den dauerhaften Betrieb mit Bio-Kerosin bislang keine belastbaren Erfahrungen gibt, starten die ADAC Luftrettung, Safran Helicopter Engines und Airbus Helicopters ein Pilotprojekt mit dem ADAC Rettungshubschrauber „Christoph Rheinland“ in Köln. So sollen schon ab Sommer 2021 langfristige Auswirkungen auf die Technik des Airbus Helicopter des Typs H145 getestet werden.

Klimaneutrale Luftfahrt

Eine langfristige Vereinbarung zu Sustainable Aviation Fuel (SAF) unterzeichneten die Geschäftsführer der ADAC Luftrettung und Safran Helicopter Engines, Frédéric Bruder und Franck Saudo, im Anschluss an die Biofuel-Premiere. Diese Vereinbarung sieht vor, den Beimischungsgrad von Biokraftstoff in den kommenden Jahren auf bis zu 100 Prozent zu erhöhen und in der Folge auch den Einsatz von synthetischem E-Fuel, auch Power-to-Liquid-Kerosin (PtL) genannt, als weiteren Schlüssel auf dem Weg zu einer klimaneutralen Luftfahrt voranzutreiben. PtL bezeichnet die Erzeugung flüssiger (Liquid) Brenn- oder Kraftstoffe mithilfe von elektrischer Energie (Power) aus erneuerbaren Quellen.

Gemischter Kraftstoff beim Test

Zertifiziert und zugelassen für die Luftfahrt ist Bio-Kerosin aktuell in einer Mischung von maximal 50 Prozent mit herkömmlichem Kerosin des Typs JET-A1. Der ADAC Rettungshubschrauber wurde mit einem 40-Prozent-Gemisch geflogen. Dieses steht wegen der aufwendigen Produktion noch nicht in größeren Mengen zur Verfügung und es ist um ein Vielfaches teurer als konventioneller Flugkraftstoff.

Freude bei den Verantwortlichen

Dr. Andrea David, Vorstand der gemeinnützigen ADAC Stiftung, zu der die ADAC Luftrettung gehört, sagt: „Für uns ist das Biofuel-Pilotprojekt ein erster großer Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen ADAC Stiftung und Luftrettung und unser Beitrag als gemeinnützige Organisation, die Klimaschutzziele in Deutschland und Europa zu erreichen“. Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH, ergänzt: „Wir wollen in der Luftrettung mit umweltfreundlichem Kerosin Vorreiter bei der Reduzierung von CO2 sein. Und wir wollen die Luftrettung damit auch technologisch weiterentwickeln, um sie längerfristig zukunftssicher zumachen. Um dies zu erreichen, haben wir starke Partner an unserer Seite. Wichtig dabei: Bei Biofuel handelt es sich um einen offiziell zugelassenen Kraftstoff – die Flug- und Patientensicherheit bleiben somit auf dem gewohnt höchsten Niveau“.

Bildunterschrift: Der Rettungshubschrauber wird mit Bio-Kerosin betankt. / Foto: ADAC Luftrettung / Theo Klein



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