Am 31. Januar 2026 um 12:00 Uhr wird der Marktplatz vor dem Rathaus in Osnabrück erneut zum Treffpunkt für Tierfreunde und Tierschützer aus der Region. Zum zweiten Mal findet dort der Galgomarsch statt – ein friedlicher Protestmarsch, organisiert von Claudia Strehlow, auf einer 2,3 Kilometer langen Route, der auf das anhaltende Leid spanischer Jagdhunde aufmerksam macht. Bereits Anfang 2025 hatte es einen ersten Marsch gegeben. Doch die Situation für Galgos, Podencos und andere Jagdhunde hat sich seither nicht verbessert, sondern weiter verschärft.
Jagdhunde ohne Rechte
Was viele Tierfreunde fassungslos macht: In Spanien sind Jagdhunde weiterhin bewusst vom nationalen Tierschutzgesetz ausgenommen. Rechtlich gelten sie nicht als Haustiere, sondern als Arbeits- oder Nutztiere. Zuständig ist nicht das Umwelt- oder Justizressort, sondern das Landwirtschaftsministerium. Die Folgen sind gravierend: Es fehlen verbindliche Haltungsstandards, effektive Kontrollen und spürbare Strafen bei Misshandlung.
Für die Tiere bedeutet das einen Alltag ohne ausreichenden Schutz. Tierschutzorganisationen berichten seit Jahren von Missständen, die rechtlich geduldet werden – von mangelhafter Unterbringung bis hin zu brutaler Behandlung.
Aussortiert nach der Jagdsaison
Besonders dramatisch ist die Zeit nach Ende der Jagdsaison. Jährlich werden Hunderttausende Jagdhunde aussortiert, ausgesetzt oder getötet, weil sie als nicht mehr leistungsfähig gelten oder schlicht überzählig sind. Das systematische Leid ist dokumentiert, doch gesetzliche Konsequenzen bleiben aus.
Der Galgomarsch will genau hier ansetzen: als öffentliches Zeichen der Solidarität mit spanischen Tierschützern, die unter schwierigen Bedingungen gegen diese Praxis kämpfen. Gleichzeitig richtet sich der Protest auch an die europäische Öffentlichkeit und Politik.
Teil einer europaweiten Bewegung
Der Osnabrücker Marsch ist eingebettet in europaweite Aktionen rund um den Welt-Galgo-Tag am 1. Februar. Über Ländergrenzen hinweg fordern Tierschützer ein Ende der rechtlichen Ungleichbehandlung von Hunden.
Unterstützung aus dem Tierschutz
Unterstützt wird der Galgomarsch von engagierten Tierschützern und bekannten Organisationen wie dem Windhund-Netzwerk e.V., Gut Aiderbichl, TS FellWechsel e.V. und VETO. Seit Jahren retten sie Galgos und Podencos aus prekären Verhältnissen, versorgen sie medizinisch und setzen sich politisch für ihre Rechte ein.
Die Organisationen begleiten die Aktion unterstützend. Die Verantwortung für Planung und Durchführung liegt jedoch bewusst in privater Hand. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen – und den vergessenen Jagdhunden zumindest eine Stimme auf Europas Straßen zu geben.
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