Einen Monat lang schwebte sie in der Osnabrücker Bergkirche und zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher in ihren Bann: „Gaia“, die monumentale Nachbildung der Erde des britischen Künstlers Luke Jerram. Nun ist die leuchtende Kugel verschwunden – und hinterlässt Eindruck wie auch Wehmut.
Ein Planet im Kirchenschiff
Vom 16. August bis zum 15. September verwandelte sechs Meter große, drehende Erdkugel den abgedunkelten Kirchenraum in ein fast kosmisches Erlebnis. Wer die Bergkirche betrat, konnte für einen Moment in die Rolle einer Astronautin oder eines Astronauten schlüpfen und unseren blauen Planeten aus einer ungewohnten Perspektive bestaunen. Eine komplette Drehung der von innen beleuchteten 3D-Kunstinstallation dauerte vier Minuten – also 360-mal schneller als unser Planet.

Vielfältiges Programm unter der Erde
Nicht nur das Kunstwerk selbst faszinierte, auch das Rahmenprogramm trug zum Erfolg bei. Schulen nutzten die Vormittage für Bildungsangebote des Umweltbildungszentrums und des Planetariums am Schölerberg. Abends fanden unter der „Gaia“-Kugel zahlreiche Veranstaltungen statt: Chorkonzerte, Theater, Lesungen, Kabarett und Science-Slams verwandelten die Kirche in einen besonderen Kulturort.
Botschaft von Schönheit und Zerbrechlichkeit
Der britische Künstler Luke Jerram verfolgt mit „Gaia“ eine klare Intention: Die Installation soll die Schönheit und zugleich die Verletzlichkeit der Erde sichtbar machen. „Ich hoffe, dass Menschen beim Anblick spüren, dass unser Planet unser einziges Zuhause ist – und dass wir uns um ihn kümmern müssen“, sagte Jerram im Vorfeld der Ausstellung.
Seit 2018 reist „Gaia“ in mehreren Größen (sechs, sieben und zehn Meter) um die Welt – von Oslo bis Sydney, von Rom bis Osnabrück. Nun ist die Installation in der Friedensstadt abgebaut und wird ab 3. Oktober im Dom von St. Blasien im Hochschwarzwald zu sehen sein.

