In den vergangenen 14 Jahren hat die europäische Sicherung der Spareinlagen erheblich an Wert verloren. Laut einer Antwort der EU-Kommission auf eine Anfrage der liberalen Renew-Fraktion im Europäischen Parlament, über die der „Spiegel“ berichtet, ist der Garantiebetrag für Einlagen seit 2010 unverändert geblieben, was aufgrund der Inflation einem realen Wertverlust entspricht.
Wertverlust der Einlagensicherung
Die EU-Staaten müssen Einlagen der Sparer bis zu einem Betrag von 100.000 Euro vor einer Bankenpleite schützen. Diese Summe ist seit Dezember 2010 unverändert. Doch durch die Inflation entspricht dieser garantierte Betrag heute nur noch einem Wert von gut 60.000 Euro. Diese Information stammt aus der Antwort der EU-Kommission auf die Anfrage der Renew-Fraktion, wie der „Spiegel“ berichtet.
Position der EU-Kommission
Moritz Körner (FDP), Mitglied des Europäischen Parlaments, kritisiert die Haltung der EU-Kommission. Die EU-Richtlinien sehen keinen Mechanismus zur automatischen Anpassung der Deckungssumme an die Inflation vor. Der derzeitige Betrag wird von den EU-Beamten weiterhin als ausreichend angesehen, da auf rund 96 Prozent der EU-Konten geringere Beträge liegen und der Anteil der abgesicherten Konten zwischen 2007 und 2019 gestiegen ist.
Kritik und Vergleich mit den USA
Moritz Körner hält die Argumentation der EU-Kommission für unzureichend und zieht einen Vergleich zu den USA, wo die Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 250.000 Dollar reicht. „Aufgrund der anhaltend hohen Inflation wird ein zunehmender Teil der Einlagen deutscher Sparer in Zukunft nicht mehr abgesichert sein“, sagte er. Dies sei langfristig gefährlich für das Vertrauen in die europäische Finanzstabilität, und die EU hätte bereits Maßnahmen ergreifen müssen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, so Körner weiter.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .