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„Es geht hier um Grundexistenzen“ — Bewohner des Campingplatzes Waldwinkel stellen sich gegen Bebauungsplan der Stadt Bramsche

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Der neue Bebauungsplan der Stadt Bramsche sieht für den Campingplatz Waldwinkel in Kalkriese weitreichende Änderungen vor. Die Bewohner wehren sich und wünschen sich seitens der Stadt mehr Gesprächsbereitschaft.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Campingplatz Waldwinkel aktuell für Reisende geschlossen. Für die circa 40 Bewohner ist der Campingplatz in Kalkriese allerdings weitaus mehr als ein Ort zum Urlaub machen – es ist ihr Zuhause. In einem neuen Bebauungsplan sieht die Stadt Bramsche für die Heimat der Parzellenbewohner weitreichende Änderungen vor. Das Dauerwohnen soll demnach grundsätzlich verboten werden. Der Hintergrund: Der Campingplatz in Kalkriese soll wieder seinem ursprünglichen Ortscharakter zum Freizeitwohnen gerecht werden.

Grundexistenzen bedroht

„Es geht hier um Existenzen von Bewohnern, die teilweise über 70 Jahre alt sind“, erklärt Carsten Wenker, Verein Leben im Waldwinkel, im Gespräch mit unserer Redaktion. Er selbst ist bereits seit einiger Zeit fest wohnhaft auf dem Campingplatz in Kalkriese. „Für die Menschen, die bereits in Rente sind stellen sich bei Umsetzung dieses neuen Bebauungsplans völlig neue Fragen auf: Wo können wir leben? Was können wir uns leisten? Es geht hier um Grundexistenzen“, so Wenker weiter. Demnach sieht die Stadt Bramsche, neben bereits angesprochenem Verbot zum Dauerwohnen, auch den Abriss einiger Holzhäuser auf dem Gelände vor – die Bewohner wehren sich. „Auch aktuell merkt man stark den Zusammenhalt der Nachbarschaft – das hat Corona nochmal umso mehr gezeigt. Wir sind für die älteren Bewohner einkaufen gegangen, haben uns gegenseitig unterstützt“, fügt Michael Hoffmann hinzu, „das Allgemeinwohl des Campingplatzes liegt mir sehr am Herzen.“ „Uns beschäftigen aktuell so viele Fragen: Wie geht es in Zukunft weiter? Was wird mit uns gemacht?“, erklärt Wenker.

Aussicht über den Campingplatz Waldwinkel./ Foto: Carsten Wenker

Offene Gesprächsbereitschaft

Die Bewohner wünschen sich vonseiten der Stadt mehr Kommunikationsbereitschaft und Einbezug. „Was uns am Herzen liegt, ist eine offenere Gesprächsbereitschaft“, erläutert Wenker. Statt in einem Dauerwohnen-Verbot und dem Abriss einiger der Holzhäuser könnte die Zukunft des Campingplatzes in einem innovativen Lebensraum liegen. „Die sogenannten Tiny Häuser scheinen immer gefragter zu sein. Menschen entscheiden sich bewusst dafür, auf kleinerem Raum zu leben – das ist ein Zukunftsmodell“, so Wenker. Der Campingplatz biete hierfür die idealen Voraussetzungen: „Hier kann man auf kleinem Raum in guter Nachbarschaft relativ günstig leben.“ Für die Durchsetzung des neuen Bebauungsplans sei zudem der Landkreis Osnabrück und nicht die Stadt Bramsche verantwortlich. Ersterer ist in der Lage Duldungen, als auch Nutzungsverbote auszusprechen.

Titelbild: Der Campingplatz Waldwinkel./ Foto: Carsten Wenker

 

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