Osnabrück Bäume müssen weg: Mehrheit im Rat will letzte Freifläche...

Bäume müssen weg: Mehrheit im Rat will letzte Freifläche am Wall bebauen – egal mit was

Alte Bäume waren kein Thema bei Ratssitzung

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Ob die Freifläche neben dem Dominikanerkloster überhaupt bebaut werden soll, war im Verlauf der Ratssitzung in dieser Woche kein Thema. Es entspann sich im Verlauf vielmehr ein Streit darum, ob die mit vielen alten Bäumen bestückte Fläche nicht besser für Wohnzwecke geeignet sei als für ein “Stadthaus 3”.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Henning stellte in Zweifel, dass das eigentlich für eine Nutzung durch die Stadt Osnabrück gedachte ehemalige Finanzamt Osnabrück Land an der Hannoverschen Straße so ungeeignet für die Nutzung als Bürostandort ist, wie es die Verwaltung selbst gegenüber den Lokalpolitikern darstellt.

Vielmehr, so Henning, scheint es aus den Reihen der Verwaltung einen Drang zu geben direkt neben dem Amtssitz von Stadtbaurat Frank Otte weitere Verwaltungsarbeitsplätze zusammenzuziehen.

Rechnet Verwaltung den Standort im Fledder absichtlich teuer?

Wie unsere Redaktion bereits Anfang der Woche exklusiv berichtete, hat die Verwaltung der Lokalpolitik eine Rechnung aufgemacht, nach der die Entsorgung der Altlasten des alten Finanzamts und ein anschließender Neubau mehr als 24 Millionen Euro kosten soll. Der Neubau in der Osnabrücker Altstadt soll hingegen deutlich billiger sein.
Frank Henning, der den Deal mit dem alten Finanzamtgebäude mit dem Land Niedersachsen eingefädelt hatte, stellt die Kostenschätzung der Verwaltung in Frage. Henning vermutet andere Gründe, die bei der Verwaltung für eine Ablehnung des Standorts Fledder ausschlaggebend sind. Für den SPD-Politiker ist die bisher als Parkplatz genutzte Fläche ideal für Wohnbebauung.

Digitalisierung und Bürokratieabbau: Warum braucht die Verwaltung mehr Büroflächen?

Lediglich Dr. Thomas Thiele von der FDP Ratsfraktion stellte die Frage, warum denn in Zeiten des Bürokratieabbaus und der Digitalisierung überhaupt so ein großer Raumbedarf für die Verwaltung notwendig sei? Die Frage wurde zu Protokoll genommen. Thiele bemängelte, dass ihm kein aktueller Bedarfsplan der Verwaltung vorliegen würde.
Unsere Redaktion hatte bereits im August exklusiv öffentlich gemacht, dass die Verwaltung wegen eines angeblichen und nicht näher definierten Raumbedarfs, das Verwaltungsgebäude der Paracelsus-Klinken an der Sedanstraße kaufen will. Allein dort, in der teuersten Osnabrücker Lage, stehen der Bürokratie nach dem noch nicht terminierten Auszug der Klinikverwaltung rund 2.500 Quadratmeter zusätzliche Bürofläche zur Verfügung.

Über die alten Bäume, die weichen müssen wenn am Wall gebaut wird – egal ob die Fläche für Büros oder Wohnungen geopfert wird –, wurde während der Ratssitzung von keinem Ratsmitglied gesprochen.


Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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